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Lombardkredit Schweiz: Zinsen, Anbieter und Steuern im Vergleich (2026)

Du hast ein Depot und benötigst kurzfristig Liquidität – ohne deine Anlagen zu verkaufen? Mit einem Lombardkredit beleihst du deine Wertschriften und bekommst sofort Zugang zu Geld.

Klar ist: Ein Kredit kostet immer Geld. Aber in bestimmten Situationen ist ein Lombardkredit deutlich günstiger als die Alternative – etwa dein Depot zu liquidieren mit Transaktionskosten und potenziell entgangener Rendite, oder einen Privatkredit zu 5–7% aufnehmen.

Die Lombardkredit-Zinsen variieren je nach Anbieter stark – von 1% (Saxo Bank VIP) bis 3.0% (Swissquote, Migros Bank) in CHF. In unserem Vergleich findest du die aktuellen Zinssätze, Konditionen und Steuervorteile aller relevanten Lombardkredit-Anbieter in der Schweiz.

Lombardkredit Vergleich: Zinssätze und Konditionen (2026)

Saxo BankBLKBSwissquote Interactive BrokersMigros BankUBSRaiffeisen
Lombardkredit Schweiz: Zinsen, Anbieter und Steuern im Vergleich 1blkb logoLombardkredit Schweiz: Zinsen, Anbieter und Steuern im Vergleich 2Lombardkredit Schweiz: Zinsen, Anbieter und Steuern im Vergleich 3Lombardkredit Schweiz: Zinsen, Anbieter und Steuern im Vergleich 4UBS Kinderkonto UBS KinderdepotRaiffeisen kinderkonto raiffeisen kinderdepot
CHF-Zinssatz2.0% (Classic) / 1.5% (Platinum) / 1.0% (VIP)1.45% (publiziert, Stand April 2026)3.0%1.45% (IBKR Pro, bei CHF 100'000; gestaffelt nach Volumen)3.0% + 0.25% Kommission/Quartal (gemäss Produktinfoblatt)Auf AnfrageAuf Anfrage (pro Filiale unterschiedlich)
MindestbetragKeinerCHF 50'000KeinerKeinerCHF 25'000CHF 100'000Variabel (pro Filiale)
KreditartKontokorrentKontokorrentKontokorrentKontokorrent (automatisch, Margin-Konto)KontokorrentKontokorrent + FestvorschussKontokorrent
Online-Antrag✓ Vollständig digital✗ Filiale✓ Digital (je nach Setup ggf. zusätzliche Unterlagen)✓ Automatisch (im Konto aktiviert)✗ Filiale✗ Filiale✗ Filiale
CH-Einlagensicherung (esisuisse)✗ (kein CH-Einlegerschutz)
Besondere Vorteile· Schweizer Bank
· Kein Mindestbetrag
· Kredit in mehreren Währungen
· Transparente Zinsstaffelung
· Vollständig digitaler Antrag
· Zinsen nur auf genutzten Betrag
· Tiefster publizierter Zinssatz
· Staatsgarantie BL (kantonal)
· Schweizer Bank
· Breites Angebot
· Multi-Währungskonten
· Sehr tiefer Zinssatz
· Multi-Währungskredite
· Professionelle Plattform
· Schweizer Bank
· Filialen vor Ort
· Festvorschuss möglich
· Beratung vor Ort
· Grossbank-Sicherheit
· Lokale Beratung
· Flexibel pro Filiale
Nachteile· Kein Festvorschuss · Rein digital (keine Filialen)· Ab CHF 50'000
· Nur per Filiale
· Kleineres Trading-Angebot
· Relativ hoher Zinssatz (3.0%)
· Je nach Setup ggf. zusätzliche Unterlagen
· Kein CH-Einlegerschutz
· Nicht CH-reguliert
· Komplexe Plattform
· Margin-Konto = Hebel-Risiko
· Relativ hoher Zinssatz (3.0%)
· Nur per Filiale
· Zinssatz nur auf Anfrage
· Ab CHF 100'000
· Nur per Filiale
· Zinssatz nur auf Anfrage
· Pro Filiale unterschiedlich
· Kein zentrales Angebot
BewertungLombardkredit Schweiz: Zinsen, Anbieter und Steuern im Vergleich 5Lombardkredit Schweiz: Zinsen, Anbieter und Steuern im Vergleich 6bewertung Sternebewertung SterneLombardkredit Schweiz: Zinsen, Anbieter und Steuern im Vergleich 7Lombardkredit Schweiz: Zinsen, Anbieter und Steuern im Vergleich 7Lombardkredit Schweiz: Zinsen, Anbieter und Steuern im Vergleich 9
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Stand: April 2026. Zinssätze sind variabel und können sich jederzeit ändern. IBKR-Zinsen gelten für IBKR Pro (in der Schweiz einzig verfügbarer Plan), gestaffelt nach Kreditvolumen (Benchmark + Spread). Privatbanken wie Lombard Odier oder Julius Bär bieten ebenfalls Lombardkredite an – Konditionen werden dort individuell verhandelt. esisuisse schützt Kontoguthaben (Cash) bis CHF 100’000 pro Kunde und Bank; Wertschriften sind in der Regel als Sondervermögen separiert und nicht Teil der Konkursmasse des Instituts.

Kurzfassung: Willst du es simpel? → Saxo für den digitalen Lombardkredit ohne Mindestbetrag – mit VIP sogar der tiefste Zinssatz im Vergleich.
Bevorzugst du eine Kantonalbank mit Staatsgarantie? → BLKB, ab CHF 50’000, via Filiale. Hast du bereits ein IBKR-Konto? → Vergleichbar tiefe Zinsen, aber ohne CH-Banklizenz.

Saxo Bank überzeugt uns als Gesamtpaket: vollständig digitaler Antrag, kein Mindestbetrag, transparente Konditionen nach Kontomodell – und mit der VIP-Stufe sogar der tiefste Zinssatz im gesamten Vergleich. Wer ein Depot ab CHF 50’000 hat und eine Schweizer Kantonalbank mit Staatsgarantie bevorzugt, findet bei der BLKB den tiefsten publizierten Satz unter den Banken. Interactive Brokers liegt preislich auf Augenhöhe – setzt aber ein Margin-Konto und den Verzicht auf eine Schweizer Banklizenz voraus (Details im IBKR-Abschnitt weiter unten).

Inhaltsverzeichnis

Top-Empfehlungen 2026

Dein Schlüssel zum Erfolg! Entdecke unsere Top-Empfehlungen aus echten Erfahrungsberichten.

Saxo Bank – Unser Testsieger für Online-Lombardkredite

Saxo Bank bietet mit 2.0% im Classic-Modell einen der günstigsten Lombardkredite unter den Online-Brokern in der Schweiz – und das ohne Mindestbetrag. Wer ein grösseres Depot mitbringt, profitiert noch mehr:

  • Classic (Standard): 2.0% CHF – für alle Kunden, keine Mindestanforderung
  • Platinum: 1.5% CHF – ab CHF 200’000 Depotwert oder CHF 100’000 Handelsvolumen in 12 Monaten
  • VIP: 1.0% CHF – ab CHF 1’000’000 Depotwert oder CHF 250’000 Handelsvolumen in 12 Monaten

Die genauen Anforderungen pro Stufe findest du in unserem Saxo Bank Schweiz Review. Für die meisten gilt der Classic-Satz von 2.0%. Die Zinsen fallen nur auf den tatsächlich genutzten Betrag an – und der Kredit kann jederzeit ohne feste Laufzeit zurückgezahlt werden.

Was uns in der Recherche positiv aufgefallen ist: Saxo publiziert die Lombardkredit-Zinssätze transparent nach Kontomodell. Das ist im Schweizer Markt nicht selbstverständlich, wie unser Vergleich zeigt. Viele Banken antworten auf die Frage nach dem Zinssatz schlicht mit «auf Anfrage».

Für den detaillierten Testbericht: Saxo Bank Schweiz Erfahrungen

BLKB – Die transparenteste Kantonalbank

Überraschung in unserer Recherche: Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) publiziert als eine der wenigen traditionellen Banken ihre Lombardkredit-Zinssätze offen auf der Website – und bietet mit 1.45% in CHF den tiefsten publizierten Zinssatz der in diesem Vergleich berücksichtigten Schweizer Banken. Interactive Brokers bietet einen vergleichbaren Satz (ebenfalls ~1.45%), allerdings ohne Schweizer Banklizenz und nur mit Margin-Konto – mehr dazu weiter unten. Günstiger geht es nur bei Saxo im VIP-Modell (1.0%, ab CHF 1’000’000 Depotwert).

Dazu kommen keine Kreditkommission und keine Kontoführungsgebühren. Als Kantonalbank mit Staatsgarantie des Kantons Basel-Landschaft ist die Sicherheit hoch. Du kennst die BLKB vielleicht auch als eine der Depotbanken von True Wealth.

Der Haken: Du brauchst einen Mindestbetrag von CHF 50’000 (oder den Gegenwert in Fremdwährung), und der Antrag läuft über die Filiale – kein reiner Online-Prozess. Für Anleger mit grösserem Depot, die eine Schweizer Bank mit Staatsgarantie bevorzugen, ist die BLKB aber eine echte Alternative zu den Online-Brokern.

Zinsen sind nicht alles: Gesamtkosten zählen

Der Lombardkredit-Zinssatz ist nur ein Teil der Rechnung. Was viele übersehen: Die Depotgebühren bei einer traditionellen Bank können den Zinsvorteil schnell auffressen. Ein Beispiel:

Annahme: CHF 250’000 Depot (Welt-ETFs), CHF 100’000 Lombardkredit für 12 Monate. Depotgebühren und Gebührenmodelle variieren je nach Anbieter und Setup – die Zahlen dienen als Orientierung, nicht als Garantie. Prüfe die aktuellen Konditionen direkt beim Anbieter.

 

Saxo (Platinum)

BLKB (Solo)

IBKR Pro

Swissquote

Depotgebühren p.a.

CHF 0

~CHF 675

CHF 0

~CHF 200 (je nach Depotmodell)

Lombardkredit-Zinsen

CHF 1’500

CHF 1’450

CHF 1’450

CHF 3’000

Gesamtkosten ca.

CHF 1’500

~CHF 2’125

CHF 1’450

~CHF 3’200

Die BLKB bietet zwar den tiefsten Lombardkredit-Zinssatz unter den Schweizer Banken – aber die Depotgebühren (Grundgebühr + Auslandzuschlag für ETFs) machen den Vorteil zunichte. Saxo Platinum kostet in diesem Beispiel rund CHF 625 weniger pro Jahr als BLKB – bei null Depotgebühren. IBKR ist nochmals günstiger, setzt aber ein Margin-Konto voraus.

Einen vollständigen Überblick über die Depotkosten aller Anbieter findest du in unserem Online-Broker Vergleich Schweiz.

Swissquote – Die grösste Schweizer Online-Bank

Der Lombardkredit bei Swissquote ist preislich nicht der günstigste Anbieter in unserem Vergleich (siehe Tabelle oben). Dafür bekommst du die grösste Schweizer Online-Handelsplattform mit dem Vertrauensfaktor einer börsenkotierten Schweizer Bank.

Swissquote hält es einfach: ein einheitlicher Zinssatz, keine Stufen je nach Depotgrösse. Der Lombardkredit hat keinen Mindestbetrag. Der Antrag läuft digital über Desktop oder App – je nach Setup können zusätzliche Unterlagen nötig sein.

Für den detaillierten Testbericht: Swissquote Erfahrungen Schweiz

Interactive Brokers – Tiefster Zinssatz, aber mit Hürden

Interactive Brokers bietet mit rund 1.45% in CHF (bei CHF 100’000 Kreditvolumen) einen der tiefsten Zinssätze in diesem Vergleich – auf Augenhöhe mit der BLKB. Die Zinssätze sind gestaffelt nach Volumen (Benchmark + Spread): Wer mehr leiht, zahlt tendenziell weniger. Die aktuellen Sätze findest du auf der IBKR Margin Rates Seite.

Wichtig zu wissen: IBKR Lite ist in der Schweiz nicht verfügbar (Lite ist ein reines US-Produkt). Schweizer Kunden nutzen IBKR Pro – ohne Aufpreis.

Der Haken: Du brauchst ein Margin-Konto (kein Cash-Konto), um den Lombardkredit zu nutzen. Das Margin-Konto erlaubt Hebelwirkung auf dein gesamtes Depot – ein Risiko, das du aktiv managen musst. Im Gegensatz zu einem klassischen Lombardkredit bei einer Schweizer Bank, wo du bewusst einen separaten Kreditvertrag abschliesst, ist die Kreditlinie bei IBKR automatisch verfügbar und kann unbeabsichtigt genutzt werden.

Weitere Nachteile gegenüber Schweizer Anbietern: Schweizer Kunden werden über Interactive Brokers UK betreut (Gerichtsstand London). Es gibt keinen Einlegerschutz über esisuisse. Die Plattform ist leistungsstark, aber komplex – wer noch nie mit IBKR gearbeitet hat, sollte sich den Einstieg nicht wegen des Lombardkredits antun. Und: Die Zinssätze ändern sich laufend mit dem Benchmark – prüfe sie regelmässig auf der IBKR-Seite.

Fazit IBKR: Wer bereits ein IBKR-Konto mit Margin hat und die Plattform kennt, bekommt hier den günstigsten Lombardkredit-Zinssatz. Für alle anderen ist der Aufwand und das Komplexitätsrisiko zu hoch – da fährst du mit Saxo oder der BLKB wohl besser.

Für den detaillierten Testbericht: Interactive Brokers Erfahrungen Schweiz

Traditionelle Banken: UBS, Migros Bank, Raiffeisen und BKB

Bei den traditionellen Banken sieht das Bild anders aus als bei den Online-Brokern. Das Stichwort: «auf Anfrage».

UBS bietet Lombardkredite primär für Private-Banking-Kunden an. Der Mindestbetrag für einen Festvorschuss liegt bei CHF 100’000. Dafür bekommst du Zugang zu 13 verschiedenen Währungen – von CHF über USD und EUR bis hin zu exotischeren wie SGD oder HKD. Den konkreten Zinssatz erfährst du erst im persönlichen Beratungsgespräch.

Migros Bank bietet den Lombardkredit zu den in der Tabelle aufgeführten Konditionen an (Zinssatz plus Kreditkommission pro Quartal, Details gemäss migrosbank.ch). Für bestehende Migros-Bank-Kunden mit Depot eine unkomplizierte Option, preislich auf dem Niveau von Swissquote.

Raiffeisen verweist auf die lokale Genossenschaft: «Wenden Sie sich für eine Übersicht über die Zinssätze an Ihre Raiffeisenbank.» Das bedeutet: Es gibt keinen zentral publizierten Zinssatz – du musst dich direkt an deine Raiffeisenbank wenden.

Basler Kantonalbank (BKB) bietet sowohl Kontokorrent als auch Festvorschüsse an; beim Festvorschuss gilt eine maximale Benutzung von 75% des Belehnungswertes. Zinssätze und Mindestbeträge auf Anfrage.

Daneben bieten weitere Kantonalbanken wie die Glarner KB, die Schwyzer KB, die Zuger KB und die Appenzeller KB Lombardkredite an. Publizierte Zinssätze? Fehlanzeige.

Feedback aus unserer Schwiizerfranke-Community zeigt: Die meisten Leser bevorzugen Online-Broker wegen der transparenten Konditionen. Einen vollständigen Überblick findest du in unserem Online-Broker Vergleich Schweiz. Bei traditionellen Banken braucht es oft erst ein Beratungsgespräch, bevor man überhaupt einen Zinssatz erfährt.

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Was ist ein Lombardkredit? Einfach erklärt

Ein Lombardkredit ist ein Kredit, den du gegen die Verpfändung deiner Wertschriften erhältst. Deine Aktien, ETFs, Anlagefonds oder Obligationen dienen als Sicherheit – du behältst das Eigentum, erhältst weiterhin Dividenden, aber die Wertschriften sind als Pfand «gesperrt». Dafür bekommst du eine Kreditlinie und kannst sofort auf Liquidität zugreifen.

Andere Bezeichnungen für dasselbe Produkt: Wertpapierkredit, Wertschriftenkredit oder Effektenlombardkredit. Gemeint ist immer das Gleiche.

Woher kommt der Name? Der Begriff «Lombard» stammt aus dem Mittelalter. Italienische Kaufleute aus der Lombardei boten als Erste Kredite gegen Pfand an und legten damit den Grundstein für das heutige Kreditgeschäft. Übrigens: Die Privatbank Lombard Odier stellt auf ihrer Website klar, dass ihr Name nichts mit dem Lombardkredit zu tun hat.

Kontokorrent vs. Festvorschuss

Beim Lombardkredit gibt es zwei Varianten:

Kontokorrent bedeutet: Du hast eine Kreditlimite und zahlst Zinsen nur auf den tatsächlich genutzten Betrag. Brauchst du CHF 30’000 von deiner CHF 100’000-Limite, zahlst du nur Zinsen auf CHF 30’000. Das ist die Standardvariante bei Saxo, Swissquote, BLKB und Interactive Brokers.

Festvorschuss bedeutet: Fixer Betrag, fixe Laufzeit, fixer Zinssatz. Du bekommst einen bestimmten Betrag ausbezahlt und zahlst ihn am Ende der Laufzeit zurück. UBS und BKB bieten beide Varianten an. Auch DEGIRO arbeitet mit einem Festvorschuss-Modell – Zinsen fallen dort auf den gesamten zugeteilten Betrag an, auch wenn du nur einen Teil davon nutzt. Für Schweizer Anleger ist das wenig attraktiv – deshalb haben wir DEGIRO nicht in unseren Vergleich aufgenommen.

Lombardkredit vs. Privatkredit vs. Hypothek

 

Lombardkredit

Privatkredit

Hypothek

Sicherheit

Wertschriften

Keine (oder Lohn)

Immobilie

Typische Zinssätze

1–3%

4.5–7%

ca. 0.8–1.7%

Zweck

Frei

Frei

Immobilienkauf

Margin Call

Ja

Nein

Nein

Laufzeit

Flexibel

Fix

Fix (mit Erneuerung)

Der Lombardkredit ist also in aller Regel günstiger als ein Privatkredit, aber nicht zwingend günstiger als eine Hypothek – dort hängt der Zinssatz stark vom Modell ab. Bei einer SARON-Hypothek (SARON = Swiss Average Rate Overnight, der Schweizer Referenzzinssatz) ist der Zins variabel, bei einer Festhypothek fix. Der grosse Unterschied: Beim Lombardkredit gibt es ein Margin-Call-Risiko: Fällt der Wert deiner Wertschriften unter eine bestimmte Grenze, musst du Sicherheiten nachschiessen oder die Bank verkauft deine Positionen. Was das konkret bedeutet und wie du dich absicherst, erfährst du im Abschnitt «Risiken und Nachteile» weiter unten.

Wie funktioniert ein Lombardkredit?

Das Prinzip ist einfach: Du verpfändest deine Wertschriften, und die Bank gewährt dir dafür einen Kredit bis zu einem bestimmten Prozentsatz des Marktwertes – dem sogenannten Belehnungswert.

Beleihungswert nach Anlageklasse

Nicht jede Anlageklasse wird gleich hoch bewertet. Je stabiler und liquider das Wertpapier, desto höher der Belehnungssatz:

Anlageklasse

Typischer Belehnungssatz

Schweizer Bundesobligationen

90–95%

Investment-Grade-Anleihen

70–85%

Breit diversifizierte ETFs (z.B. MSCI World)

50–70%

Blue-Chip-Aktien (SMI, S&P 500)

40–60%

Einzelaktien (Small/Mid Cap)

20–40%

Kryptowährungen

0% (bei den meisten klassischen CH-Banken/Brokern nicht akzeptiert)

Die Belehnungssätze variieren je nach Anbieter und werden regelmässig angepasst. Die Tabelle zeigt typische Richtwerte.

Konkret bedeutet das: Hast du ein Depot mit CHF 500’000 in breit diversifizierten ETFs und einem Belehnungssatz von 60%, beträgt deine verfügbare Kreditlimite CHF 300’000. Du musst davon natürlich nicht alles nutzen – und solltest es auch nicht (siehe Sicherheits-Puffer weiter unten).

Rechenbeispiel: Lombardkredit für Eigenkapital beim Immobilienkauf

Eines der häufigsten Szenarien: Du hast ein ETF-Depot von CHF 500’000 und möchtest eine Wohnung kaufen. Dafür brauchst du CHF 100’000 Eigenkapital.

Variante A – Depot verkaufen:

Du verkaufst ETFs im Wert von CHF 100’000. Als Privatperson zahlst du zwar keine Steuern auf Kursgewinne, aber du verlierst die zukünftige steuerfreie Rendite auf dieses Kapital. Dazu kommen Transaktionskosten von rund CHF 200–500. Und das nicht investierte Kapital kann dich Rendite kosten – bei einer erwarteten Jahresrendite von 7% wären das CHF 7’000 pro Jahr.

Variante B – Lombardkredit:

Dein Depot bleibt vollständig investiert (CHF 500’000). Bei einem Belehnungssatz von 60% hast du CHF 300’000 verfügbar. Du nutzt CHF 100’000 als Lombardkredit.

Die jährlichen Kosten hängen vom Anbieter ab (siehe Vergleichstabelle oben). Bei einem Zinssatz von beispielsweise 1.5% wären das CHF 1’500 pro Jahr auf CHF 100’000. Dazu kommt: Die Schuldzinsen sind steuerlich absetzbar und die Kreditschuld reduziert dein steuerbares Vermögen.

Ob sich Variante B lohnt, hängt davon ab, wie lange du den Kredit brauchst und wie sich die Märkte entwickeln. Aber die Grundrechnung zeigt: Bei einem kurzfristigen Liquiditätsbedarf kann ein Lombardkredit deutlich günstiger sein als das Depot zu liquidieren. Beachte aber: Die Bank, die dir die Hypothek gibt, muss mit dem Lombardkredit als Eigenkapitalquelle einverstanden sein.

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Für wen lohnt sich ein Lombardkredit schweizweit? 3 Szenarien

Ein Lombardkredit ist kein Produkt für alle. Er ist ein Werkzeug, das in bestimmten Situationen sinnvoll sein kann – und in anderen nicht. Hier die drei häufigsten Anwendungsfälle:

Szenario 1: Liquiditätsbrücke

Du brauchst kurzfristig CHF 30’000–100’000 – für ein Auto, eine Renovation, eine Steuernachzahlung oder eine andere grössere Anschaffung. Statt dein Depot zum ungünstigsten Zeitpunkt zu liquidieren, nimmst du einen Lombardkredit auf und zahlst ihn über die nächsten Monate zurück. Das ist im Grunde wie eine Kreditkarte für grössere Beträge – nur viel günstiger.

Szenario 2: Eigenkapital für Immobilienkauf

Du hast ein grosses Depot und willst das Eigenkapital für deine Hypothek nicht aus deinen Anlagen nehmen. Der Lombardkredit dient als Brücke, damit du investiert bleibst. Wie das konkret aussieht, zeigt unser Rechenbeispiel oben.

Die Überlegung dahinter: Ein breit diversifiziertes ETF-Portfolio hat historisch rund 6–8% pro Jahr erwirtschaftet (vor Inflation, Welt-ETF). Ein Lombardkredit kostet 1–2%. Solange die erwartete Rendite deines Depots über den Kreditkosten liegt, kann es sich lohnen, investiert zu bleiben statt zu verkaufen. Aber Achtung: Erwartete Rendite ist nicht garantierte Rendite – und in einem Crash zahlst du den Lombardkredit trotzdem. Dieses Szenario eignet sich deshalb nur für Anleger, die das Risiko bewusst einschätzen und einen ausreichenden Puffer haben.

Szenario 3: Überbrückung bei bekanntem Geldzufluss

Du weisst, dass Geld kommt – aber noch nicht jetzt. Typische Situationen: Eine Erbschaft ist in Abwicklung, ein Bonus wird im März ausbezahlt, eine Immobilie ist verkauft aber das Geld noch beim Notar, oder du wechselst die Hypothek und brauchst kurzfristig Überbrückungsliquidität. In all diesen Fällen hast du einen klaren Rückzahlungszeitpunkt. Das macht den Lombardkredit besonders kalkulierbar: Du kennst die Laufzeit, du kennst die Kosten, und das Risiko einer langen Kreditdauer entfällt.

Steuerlicher Zusatzeffekt

Wichtig: Die Steuerersparnis allein ist kein Grund, einen Lombardkredit aufzunehmen. Du zahlst 1–2% Zinsen – die Steuerersparnis kompensiert das nicht. Aber wenn du den Lombardkredit sowieso nutzt (Szenario 1, 2 oder 3), profitierst du zusätzlich: Die Schuldzinsen reduzieren dein steuerbares Einkommen und die Kreditschuld reduziert dein steuerbares Vermögen. Je nach Kanton und Depotgrösse können das mehrere Hundert bis Tausend Franken pro Jahr sein. Mehr dazu im Steuer-Abschnitt weiter unten.

Lombardkredit Nachteile: Für wen ist er NICHT geeignet?

Genauso wichtig wie die Frage «für wen?» ist die Frage «für wen nicht?». Die Nachteile und Risiken eines Lombardkredits werden oft unterschätzt:

  • Depot unter CHF 50’000: Bei kleinen Depots wird die effektive Belehnung schnell gefährlich hoch. Brauchst du CHF 20’000 aus einem CHF 50’000-Depot, bist du bereits bei 40% effektiver Belehnung – ein Margin Call droht dann schon bei rund 33% Kursrückgang. Das eigentliche Risiko ist also nicht die Depotgrösse, sondern wie viel Prozent deines Depots du als Kredit nutzt. Aber je kleiner das Depot, desto schneller rutscht du in eine gefährliche Zone.
  • Wer den Kredit als Hebel für weitere Investments nutzen will: Das ist Spekulation, nicht Finanzplanung. Investieren auf Pump passt nicht zu einer passiven, langfristigen Anlagestrategie.
  • Wer keine klare Rückzahlungsstrategie hat: Ein Lombardkredit ist kein Gratisgeld. Die Zinsen laufen ab dem ersten Tag.
  • Wer nervlich nicht mit Kursschwankungen umgehen kann: Ein Margin Call in einer Abwärtsphase ist psychisch belastend. Wer beim Corona-Crash 2020 Panik bekommen hat, sollte keinen Lombardkredit aufnehmen.

Unsere Haltung dazu ist klar: Ein Lombardkredit ist kein Spar-Hack und kein kostenloses Geld. Zinsen laufen ab dem ersten Tag, und ein Margin Call kann dich im schlimmsten Moment zum Verkauf zwingen. Wir empfehlen Lombardkredite ausschliesslich als Liquiditäts- und Optimierungsinstrument – für Leute, die genau wissen, was sie tun und eine klare Rückzahlungsstrategie haben. Eine detaillierte Aufstellung aller Risiken findest du weiter unten im Abschnitt «Risiken und Nachteile».

Lombardkredit und Steuern: Was die Eigenmietwert-Reform ändern könnte (ab frühestens 2028)

Das Steuer-Thema ist einer der am meisten unterschätzten Aspekte des Lombardkredits. Und gleichzeitig einer der wichtigsten Gründe, warum er sich in bestimmten Situationen lohnt.

Schuldzinsabzug

Lombardkredit-Zinsen sind als Schuldzinsen in der Steuererklärung abzugsfähig. Die Limite liegt bei CHF 50’000 plus deine Vermögenserträge (Art. 33 Abs. 1 lit. a DBG). Für die meisten Lombardkredit-Nutzer mit grösserem Depot ist das kein limitierender Faktor.

Ein Beispiel: Du zahlst CHF 2’000 pro Jahr an Lombardkredit-Zinsen. Dieser Betrag reduziert dein steuerbares Einkommen um CHF 2’000. Bei einem Grenzsteuersatz von 30% sparst du CHF 600 an Steuern.

Vermögenssteuer-Reduktion

Die Lombardkredit-Schuld wird von deinem steuerbaren Vermögen abgezogen. Nimmst du CHF 100’000 als Lombardkredit auf, hast du CHF 100’000 weniger steuerbares Vermögen. Bei einem kantonalen Vermögenssteuersatz von 0.3% (typisch für den Kanton Zürich in dieser Grössenordnung) sind das CHF 300 weniger Vermögenssteuer pro Jahr.

In Kombination mit dem Schuldzinsabzug reduziert sich die effektive Zinsbelastung also spürbar.

Eigenmietwert-Reform: Was ändert sich ab 2028?

Am 28. September 2025 hat die Schweizer Stimmbevölkerung die Abschaffung des Eigenmietwerts mit 57.7% Ja angenommen (Quelle: Bundeskanzlei). Ein Inkrafttreten wird frühestens ab 2028 diskutiert – der konkrete Zeitpunkt hängt von der Umsetzungsgesetzgebung ab.

Die Richtung der Reform: Hypothekenzinsen für selbstbewohntes Eigentum sollen künftig nicht mehr steuerlich absetzbar sein. Im Gegenzug entfällt der Eigenmietwert als fiktives Einkommen.

Für den Lombardkredit ist das relevant: Die Reform sieht einen generellen Systemwechsel bei privaten Schuldzinsen vor – nicht nur bei Hypotheken. Nach aktuellem Stand könnten auch Lombardkredit-Zinsen künftig eingeschränkter abzugsfähig sein. Eine abschliessende Beurteilung ist erst nach Vorliegen der Ausführungsbestimmungen möglich.

Allerdings: Die Umsetzungsgesetzgebung ist zum Zeitpunkt dieses Artikels noch nicht verabschiedet. Die genaue Ausgestaltung steht noch aus, und Details können sich ändern. Wir aktualisieren diesen Abschnitt, sobald die Umsetzungsgesetzgebung vorliegt.

Kurzer Hinweis zur selbständigen Erwerbstätigkeit

Fremdfinanzierung (z.B. Lombardkredit) kann gemäss ESTV-Kreisschreiben Nr. 36 ein Indiz für gewerbsmässigen Wertschriftenhandel sein. Die Steuerbehörde beurteilt das immer im Gesamtbild anhand mehrerer Kriterien – etwa Transaktionsvolumen, Haltedauer, Fremdkapitaleinsatz und Einsatz von Derivaten. Wer den Lombardkredit moderat nutzt und langfristig investiert, reduziert dieses Risiko deutlich – ausschliessen lässt es sich aber nicht. Welche Muster du in Kombination vermeiden solltest, erfährst du in unserem Beitrag Mit Aktien Steuern sparen.

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Risiken und Nachteile: Was du unbedingt wissen musst

Ein Lombardkredit ist kein risikofreies Produkt. Es gibt drei zentrale Risiken, die du verstehen musst, bevor du einen aufnimmst.

Margin Call: Wenn die Bank anklopft

Falls du den Film «Margin Call» (2011) kennst: Dort bricht bei einer Investmentbank über Nacht Panik aus, weil die Risikomodelle zeigen, dass die Sicherheiten nicht mehr reichen. Spoiler: Es endet nicht gut. Und falls du eher Team DiCaprio bist – im «Wolf of Wall Street» wird eindrücklich gezeigt, was passiert, wenn man Hebel und Risiko unterschätzt. Beide Filme findest du übrigens in unserer Liste der besten Finanzfilme.

Bei deinem Lombardkredit ist ein Margin Call weniger dramatisch als im Film – aber trotzdem unangenehm. Er tritt ein, wenn der Wert deiner verpfändeten Wertschriften unter die Belehnungsgrenze fällt. Vereinfacht: Die Bank hat dir Geld geliehen und dein Depot als Sicherheit genommen. Fällt dein Depot zu stark, reicht die Sicherheit nicht mehr aus.

So läuft ein Margin Call ab:

  1. Warnung: Dein Depot verliert an Wert. Die Bank benachrichtigt dich, dass du dich der Grenze näherst.
  2. Aufforderung: Du wirst aufgefordert, innert weniger Tage Sicherheiten nachzuschiessen – entweder Geld einzahlen oder den Kredit teilweise zurückzahlen.
  3. Zwangsverkauf: Reagierst du nicht rechtzeitig, verkauft die Bank deine Wertschriften – im schlimmsten Fall zum ungünstigsten Zeitpunkt, mitten in einer Abwärtsphase.
Dein Depot sinkt – dein Kredit bleibt
Beispiel: CHF 500'000 Depot, CHF 200'000 Lombardkredit (40% Belehnung). Die Schuld bleibt fix – nur der Depotwert schrumpft. Belehnungsgrenze: 60%.
Ausgangslage
Depot CHF 500'000
Kredit CHF 200'000
40%
Belehnung
−30%
Korrektur −30%
Depot CHF 350'000
Kredit CHF 200'000
57%
Belehnung
−50%
Crash −50%
Depot CHF 250'000
Kredit CHF 200'000
80%
Belehnung
Margin Call
Depotwert (sinkt mit Markt)
Lombardkredit (bleibt fix)
Belehnungsgrenze: 60%
Warum 40% Belehnung gefährlich ist: Schon bei einer Korrektur von −30% liegt die effektive Belehnung bei 57% – knapp unter der Grenze. Bei −50% (Finanzkrise-Niveau) steigt sie auf 80% und es droht ein Margin Call. Du musst dann innert weniger Tage Geld nachschiessen – oder die Bank verkauft deine Positionen zum schlechtesten Zeitpunkt.
Hätte dein Puffer die grössten Crashs überlebt?
MSCI World, maximaler Rückgang Peak-to-Trough. Vergleich: 20% vs. 40% effektive Belehnung. Rot = über Belehnungsgrenze (60%) → Margin Call droht.
Krise Drawdown Belehnung nach Crash
Start 20% Start 40%
Finanzkrise
2007 – 2009
−54%
✓ 43% ⚠ 87%
Dotcom-Blase
2000 – 2003
−47%
✓ 38% ⚠ 75%
Corona-Crash
Feb – Mär 2020
−34%
✓ 30% ⚠ 61%
2022 Bärenmarkt
Jan – Okt 2022
−26%
✓ 27% ✓ 54%
Quellen: MSCI, eigene Berechnung. Drawdowns = maximaler Rückgang Peak-to-Trough, MSCI World Net Total Return (USD). Belehnungsgrenze 60% (typisch für Aktien-ETFs, je nach Bank/ETF oft 50–70%). Angaben in den Spalten = effektive Belehnung nach Crash. Vergangene Kursentwicklungen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.
Fazit: Wer bei maximal 20% Belehnung bleibt, hätte alle 4 grössten Crashs der letzten 25 Jahre ohne Margin Call überstanden – selbst die Finanzkrise mit −54%. Bei 40% Belehnung dagegen hätten 3 von 4 Crashs einen Margin Call ausgelöst.
Faustregel: Bei 20% effektiver Belehnung und 60% Belehnungsgrenze hält dein Depot rechnerisch einen Rückgang von bis zu −67% aus. Das wäre extremer als alle bekannten MSCI-World-Drawdowns der letzten Jahrzehnte.

Das Gute: Mit der richtigen Strategie wird ein Margin Call historisch sehr unwahrscheinlich. Wie? Das zeigt die folgende Rechnung.

Wie viel Puffer brauchst du? Die Schwiizerfranke-Faustregel

Wie gross muss ein Crash sein, damit ein Margin Call droht? Das hängt davon ab, wie viel von deiner verfügbaren Limite du tatsächlich nutzt:

 

Konservativ

Moderat

Riskant

Depotwert

CHF 500’000

CHF 500’000

CHF 500’000

Belehnungssatz (ETF)

60%

60%

60%

Verfügbare Limite

CHF 300’000

CHF 300’000

CHF 300’000

Genutzter Kredit

CHF 50’000

CHF 100’000

CHF 200’000

Effektive Belehnung

10%

20%

40%

Margin Call bei Kursrückgang von

~83%

~67%

~33%

Ein Margin Call wird ausgelöst, wenn dein genutzter Kredit den aktuellen Belehnungswert deines Depots übersteigt – also wenn Depotwert × Belehnungssatz < Kredit. Wichtig: Die Bank kann den Belehnungssatz jederzeit anpassen, auch ohne Kursrückgang. Die genauen Regeln sind vertraglich geregelt und variieren je nach Anbieter. In unserem Beispiel rechnen wir mit einem konstanten Belehnungssatz von 60% (typisch für breit diversifizierte ETFs).

Berechnung am Beispiel «Moderat»: Du nutzt CHF 100’000 Kredit. Ein Margin Call droht, wenn Depotwert × 60% kleiner ist als CHF 100’000 – also wenn dein Depot unter CHF 166’667 fällt. Das entspricht einem Kursrückgang von rund 67%.

Zum Vergleich: Im Corona-Crash 2020 fiel der MSCI World um rund 34%. In der Finanzkrise 2007–2009 verlor der MSCI World rund 54% von Spitze zu Tief – der grösste Drawdown der letzten Jahrzehnte. Auch die Dotcom-Blase (2000–2003) brachte einen Rückgang von rund 47% (Werte gerundet, MSCI World Net Total Return in USD; je nach Indexvariante und Währung leicht abweichend). Selbst in diesen historischen Extremsituationen hättest du mit einer effektiven Belehnung von 20% keinen Margin Call erhalten – dein Puffer hätte bis zu einem Rückgang von 67% gereicht.

Schwiizerfranke-Faustregel: Nutze maximal 20% deines Depotwertes als Lombardkredit. In unserem Beispiel: Bei einem Depot von CHF 500’000 also höchstens CHF 100’000 – das entspricht dem Szenario «Moderat» in der Tabelle oben. Dein Puffer reicht dann bis zu einem Kursrückgang von rund 67% – mehr als in den grossen Krisen der letzten Jahrzehnte. So schläfst du auch in Crashphasen ruhig.

Zinsänderungsrisiko

Lombardkredit-Zinsen sind in der Regel variabel. Steigt das Zinsniveau, steigen deine Kosten sofort mit. Das lässt sich nicht absichern – ausser du nimmst einen Festvorschuss mit fixem Zinssatz (z.B. bei UBS oder BKB).

Eine Faustregel für die Budgetplanung: Rechne mit einem kalkulatorischen Zinssatz von 5% – analog zur Tragbarkeitsrechnung bei Hypotheken. Wenn du dir den Lombardkredit auch bei 5% leisten kannst, bist du auf der sicheren Seite.

Warum ein Lombardkredit kein Rendite-Hebel sein sollte

Manche nutzen Lombardkredite, um mit geliehenem Geld noch mehr ETFs zu kaufen – ein sogenannter Renditehebel. Das kann funktionieren, solange die Märkte steigen. Aber es widerspricht einer passiven, langfristigen Anlagestrategie. Der Hebel wirkt in beide Richtungen: Bei fallenden Kursen verlierst du überproportional, und ein Margin Call kann dich zum Verkauf zwingen.

Unsere Position ist klar: Investieren mit geliehenem Geld ist Spekulation, nicht Finanzplanung. Im Netz wirst du Stimmen finden, die den Lombardkredit als «Rendite-Turbo» anpreisen – oft ohne die Risiken ausreichend zu beleuchten. Wir bei Schwiizerfranke stehen für passives, langfristiges Investieren ohne Hebel. Ein Lombardkredit ist ein Liquiditätsinstrument, kein Rendite-Werkzeug.

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Fazit: Für wen sich ein Lombardkredit in der Schweiz lohnt

Ein Lombardkredit ist kein Allheilmittel und kein Instrument zum Spekulieren. Aber für Anleger mit einem grösseren Depot, die kurzfristig Liquidität brauchen oder ihre Steuersituation optimieren wollen, kann er deutlich günstiger sein als die Alternativen.

Unser Vergleich zeigt: Die Unterschiede zwischen den Anbietern sind erheblich (aktuelle Zinssätze in der Vergleichstabelle oben). Saxo Bank überzeugt als Gesamtpaket mit transparenter Zinsstaffelung, vollständig digitalem Antrag und ohne Mindestbetrag. Die BLKB bietet den tiefsten publizierten Satz unter den Schweizer Banken im Vergleich – plus Staatsgarantie. Interactive Brokers ist preislich auf Augenhöhe, setzt aber ein Margin-Konto und den Verzicht auf eine Schweizer Banklizenz voraus. Swissquote liegt preislich über den Online-Brokern, und bei den meisten traditionellen Banken erfährst du den Zinssatz erst nach einem Beratungsgespräch.

Was auch immer du entscheidest: Informiere dich gründlich, rechne durch, und nutze nie mehr von deiner Kreditlimite als nötig.

Häufige Fragen zum Lombardkredit in der Schweiz

Beim Lombardkredit dienen Wertschriften als Sicherheit, bei der Hypothek die Immobilie selbst. Lombardkredite sind flexibler (jederzeitige Rückzahlung ohne Strafgebühr), haben aber ein Margin-Call-Risiko, das bei Hypotheken nicht existiert. Hypothekenzinsen hängen stark vom gewählten Modell ab (SARON-Hypothek vs. Festhypothek), der Laufzeit und dem aktuellen SNB-Leitzins. Je nach Zinsniveau können sie unter oder über den Lombardkredit-Zinssätzen liegen.

Ja. Lombardkredit-Zinsen sind als Schuldzinsen abzugsfähig – bis CHF 50’000 plus deine Vermögenserträge. Zusätzlich reduziert die Kreditschuld dein steuerbares Vermögen. Beide Effekte zusammen machen den Lombardkredit steuerlich attraktiv, besonders bei grösseren Beträgen. Wichtig: Mit der geplanten Eigenmietwert-Reform könnten sich die Regeln zum Schuldzinsabzug ändern – mehr dazu im Abschnitt «Lombardkredit und Steuern» weiter oben.


Fällt der Wert deiner verpfändeten Wertschriften unter die Belehnungsgrenze, wirst du aufgefordert, Sicherheiten nachzuschiessen oder den Kredit teilweise zurückzuzahlen. Reagierst du nicht innert der gesetzten Frist, kann die Bank deine Wertschriften zwangsverkaufen. Deshalb gilt: Nutze nie mehr als 20% deines Depotwertes als Kredit.


Die Zinssätze variieren je nach Anbieter, Kreditvolumen und Depotstufe – die aktuellen Werte findest du in unserer Vergleichstabelle oben. Lombardkredit-Zinsen sind variabel und können sich jederzeit ändern.

Das hängt vom Belehnungssatz deiner Wertschriften ab. Breit diversifizierte ETFs (z.B. MSCI World) werden typischerweise zu 50–70% beliehen, Blue-Chip-Aktien zu 40–60%, Obligationen höher. Bei einem ETF-Depot von CHF 500’000 und 60% Belehnung wäre deine maximale Kreditlimite CHF 300’000. Wir empfehlen: Nutze maximal 20% deines Depotwertes als Kredit. Die 20% beziehen sich auf den Depotwert (hier CHF 500’000), nicht auf die Kreditlimite (CHF 300’000) – das ergibt maximal CHF 100’000.


Nein. PostFinance bietet kein Lombardkredit-Produkt an. Für Wertschriftenkredite musst du auf andere Anbieter wie Saxo, Swissquote oder deine Hausbank ausweichen.

Die Zürcher Kantonalbank hat kein öffentlich beworbenes Lombardkredit-Produkt für Privatkunden. Wir konnten auf der Website keine Konditionen finden. Möglicherweise ist ein Lombardkredit im Private Banking verfügbar – eine Anfrage bei deiner ZKB-Filiale kann sich lohnen.

Ja, das ist einer der häufigsten Anwendungsfälle. Statt dein Depot zu verkaufen, beleihst du es und nutzt das Geld als Eigenkapital für die Hypothek. Wichtig: Die Bank, die dir die Hypothek gibt, muss damit einverstanden sein, dass das Eigenkapital aus einem Lombardkredit stammt.

Typischerweise akzeptiert werden: Aktien, ETFs, Obligationen, Anlagefonds und teilweise Edelmetalle. Kryptowährungen werden von den klassischen Schweizer Banken und Brokern in der Regel nicht als Sicherheit akzeptiert. Grundsatz: Je stabiler und liquider deine Wertschriften, desto höher der Belehnungssatz – Bundesobligationen werden z.B. deutlich höher bewertet als Einzelaktien (Details in der Belehnungstabelle weiter oben).

Bei Online-Brokern wie Saxo oder Swissquote ist die Kreditlinie in der Regel innert 1–3 Bankwerktagen verfügbar – bei Saxo gemäss eigenen Angaben innert einem Tag für Privatkunden. Bei traditionellen Banken mit Beratungsgespräch kann es auch 1–2 Wochen dauern.

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Transparenz: Dieser Beitrag ist in bezahlter Zusammenarbeit mit Saxo Bank entstanden (Werbung). Saxo Bank wäre aufgrund ihrer Konditionen auch ohne Partnerschaft Teil dieses Vergleichs. Die redaktionelle Bewertung, alle Konditionen und die Rangfolge der Anbieter wurden unabhängig recherchiert und nach bestem Wissen geprüft.

Risikohinweis: Dieser Beitrag dient ausschliesslich der Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Ein Lombardkredit ist ein Kreditprodukt mit Risiken – insbesondere dem Risiko eines Margin Calls und des erzwungenen Verkaufs von Wertschriften zu ungünstigen Zeitpunkten. Trotz sorgfältiger Recherche können Zinssätze, Konditionen und regulatorische Rahmenbedingungen Fehler enthalten oder sich jederzeit ändern. Bevor du einen Lombardkredit aufnimmst, informiere dich direkt beim jeweiligen Anbieter über die aktuellen Konditionen und ziehe bei Bedarf eine qualifizierte Fachperson (Steuerberater, Finanzplaner) bei. Vergangene Renditen sind keine Garantie für zukünftige Ergebnisse.

Finanzautor Eric Marschall zertifizierter Vermögensberater (IAF) unabhängiger Finanzexperte Schweiz - certified financial expert switzerland
Über den Autor

Eric ist Gründer von Schwiizerfranke.com und zertifizierter IAF-Vermögensberater. Seit 2019 hilft er Schweizerinnen und Schweizern, ihre Finanzen verständlich, unabhängig und effizient zu regeln.

📌 Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und stellt keine individuelle Anlageberatung dar.

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