Durchschnittsvermögen Schweiz nach Alter
Die durchschnittlichen Vermögen schweizweit zu betrachten macht nur bedingt sinn. Das Medianvermögen schweizweit ist viel aussagekräftiger, wie du weiter unten erfährst.
Gibt es ein Medianvermögen Schweiz nach Alter?
Nein, jedenfalls nicht auf nationaler Ebene. Das Bundesamt für Statistik führt keine eigene Vermögenserhebung und zeigt auf seiner Vermögensseite die Tabelle der Eidgenössischen Steuerverwaltung. Die ESTV wiederum bekommt von den Kantonen nur klassierte Daten ohne Altersangaben und schliesst Auswertungen nach Altersklassen ausdrücklich aus. Eine schweizweite amtliche Tabelle mit Vermögen pro Altersjahr gibt es deshalb nicht.
Den besten verfügbaren Anhaltspunkt liefert LUSTAT Statistik Luzern. Die Auswertung beruht auf echten Steuerdaten und zeigt, wie sich Vermögen über den Lebenszyklus aufbaut:
| Alter der Referenzperson | Medianes Äquivalenzreinvermögen, Kanton Luzern 2020 |
|---|---|
| 18 bis 25 Jahre | CHF 15’800 |
| 26 bis 34 Jahre | CHF 26’000 |
| 35 bis 44 Jahre | CHF 26’900 |
| 45 bis 54 Jahre | CHF 49’700 |
| 55 bis 64 Jahre | CHF 104’600 |
| 65 bis 74 Jahre | CHF 240’700 |
Quelle: LUSTAT Statistik Luzern, FinSit 2024, Datenjahr 2020. Über alle Altersgruppen hinweg lag der Wert bei CHF 69’900.
Wichtig einzuordnen: Das sind keine Schweizer Durchschnittswerte. Die Zahlen beziehen sich auf Privathaushalte im Kanton Luzern und zeigen das mediane Äquivalenzreinvermögen nach Alter der Referenzperson. Sie sind ein Anhaltspunkt dafür, wie Vermögen über das Leben wächst, nicht der richtige Vermögenswert für dein Alter. Wie in der Steuerstatistik fehlen auch hier Pensionskasse und Säule 3a, und Immobilien stehen mit dem Steuerwert statt dem Marktwert.
Zwei Dinge fallen an dieser Reihe auf. Der Sprung im Pensionsalter von CHF 104’600 auf CHF 240’700 ist kein plötzlicher Reichtum, sondern eine Umbuchung: Bei der Pensionierung werden Pensionskassengelder bezogen und Säule-3a-Konten aufgelöst. Dieses Geld war vorher da, tauchte in der Steuerstatistik aber nicht auf. Ab der Auszahlung schon.
Und die Delle zwischen 35 und 44: Diese Gruppe legte seit 2010 nur 9,1 Prozent zu, weniger als jede andere. LUSTAT führt das auf reduzierte Pensen nach der Familiengründung und auf höhere Ausgaben zurück, etwa für die externe Kinderbetreuung. Wer in dieser Phase kaum vorwärtskommt, ist damit nicht die Ausnahme, sondern die Regel.
«Denn es gibt immer noch genügend Schweizer, die zu den unteren 50 Prozent vom Medianvermögen gehören. »
Ja, und komischerweise sind es immer genau 50% die zu den unteren 50% gehören, egal wie hoch das Vermögen ist…..
Touché! Da hat jemand im Mathe-Unterricht aufgepasst 😄 Du hast natürlich recht – beim Median sind es per Definition immer genau 50%. Danke für den Hinweis!
Also prinzipiell finde ich solche Artikel immer recht interessant, aber wenn es dann heisst, «Sowohl für das Median- als auch Durchschnittsvermögen belegen wir den ersten Platz.» dann aber in der dazugehörigen Tabelle beim Median 6 von 10 Ländern vor der Schweiz liegen, drängt sich mir unweigerlich die Frage auf, ob alle anderen Informationen ebenfalls nur total Quark sind.
Die Tabelle war (wie deklariert) aus 2021 und entsprechend war hier auch noch der Platz 1 korrekt. Die Quelle (Wikipedia) steht noch immer auf 2021 für den Gini… Weil dies aber verwirrend ist, sind wir nun auf andere Daten ausgewichen. Dein Feedback hat also geholfen 🙂
Wie aktuell sind die Daten? Das habe ich nirgends gefunden. Wenn Zahlen der Credit Suisse zitiert werden, muss das schon etwas zurückliegen. wir haben Ende Oktober 2025.
Die Zahlen sind so aktuell, wie sie das BFS herausgibt 🙂 (meist 1 jahr im Verzug)
Nachtrag, 9. September 2026: Der Artikel arbeitet inzwischen direkt mit den Daten der Eidgenössischen Steuerverwaltung, Steuerjahr 2022, publiziert November 2025. Das BFS zeigt auf seiner Vermögensseite dieselbe ESTV-Tabelle.
Danke für den Artikel.
Sind die Daten oben vom Bundesamt zum Vermögen auf Haushaltsebene oder Individual?
Gruss
Die sind Individual 🙂
Nachtrag, 9. September 2026: Die ESTV-Daten erfassen steuerpflichtige Einheiten, gemeinsam veranlagte Ehepaare zählen dabei als eine. Der UBS Global Wealth Report rechnet dagegen pro erwachsener Person.
Hallo, habe gerade diese Zusammenstellung entdeckt. Gute Übersicht. Ich werde diese Seite meinen Kindern (um die 30 Jahre) empfehlen. Was ich vermisse bei der Erfassung der Vermögen ist der Immobilienbesitz. Da ist ja das Vermögen bei Null, wenn die Hypotheken hoch genug sind. Nach meiner Erfahrung ist Wohneigentum, auch Eigentum an IMmobilien zur Vermietung immer noch eine sehr gute Geldanlage.
Und was mir noch fehlt: Die Einkommens- und Vermögenssituation der Rentner und Rentnerinnen ist nicht erfasst. Ich wünsche mir, dass diese Zahlen hier auch auftauchen.
Und auch die Finanztipps für diese Altersgruppe wären wichtig. Viele Menschen über 65 Jahren arbeiten weiter und versuchen mit verschiedenen Möglichkeiten, ihre Finanzlage zu verbessern.
Würde mich freuen, wenn diese Aspekte hier mit einfliessen würden in den nächsten Wochen und Monaten.
Merci schon jetzt 🙂
Vielen Dank für dein Feedback, Lilo! 🙂
Das sind sehr gute Vorschläge, die ich gerne aufnehme. Wichtig sind immer verlässliche Daten – wenn ich passendes finde, nehme ich das gern in den Beitrag auf!
Hallo Eric
Wie ist da wohl die Statistik auf eine Differenz von 50% gekommen: «Unser durchschnittliches (USD 696’604) und mittleres Vermögen (CHF 168’084) liegen laut Statistik nur etwa 50 Prozent auseinander.» ?
Hallo Herrmann
🙂 ich habe den Satz etwas besser verfasst.
Hallo Eric. Achtung in deinem Rechner steht «Vermögen laut Steuererklärung». 3a Gelder werden aber in der Steuererklärung nicht als Vermögen deklariert. In der Grafik oben bzgl. Medianlohn schreibst du aber, dass 3a Gelder dazu gerechnet werden. Was stimmt nun?
Ist korrigiert, danke dir 🙂
Super Übersicht und Arbeit, Eric. Vielen Dank dafür.
In mein persönliches Vermögen rechne ich immer das PK Guthaben gemäss aktuellstem Ausweis des Vorsorgewerks, NACH Steuern ein. Das Guthaben in der PK betrachte ich auch als „sicher“, weil viele Regulierungen greifen, die die PKs zwingen, konservativ anzulegen. Grosse Schwankungen sollten da nicht passieren. Dafür kann ich das Geld etwas risikoreicher investieren, das übrig bleibt, nachdem ich den Notgroschen beiseite gelegt habe.
Hallo Martin,
das ist ein guter Ansatz, danke fürs teilen!
Persönlichen tracke ich das für mich auch noch in Portfolio Performance und habe dort eine Kategorie angelegt «gebundene Vorsorge» –> so weiss ich immer, auf welchen Teil meines Vermögens ich zugreifen kann und auf welchen nicht bzw. nur bedingt.
Liebe Grüsse 🙂
Die Vermögen werden ja ständig ohne PK und 3A verglichen. Dies macht jedoch wenig Sinn.
So gibt es Leute die sich kräftig in die PK einkaufen. Oder es gibt Länder die Kaum Altersvorsorge haben.
Würde dies berücksichtigt, würde einerseits wohl die Schweiz besser dastehen. Andererseits wären die Vermögensunterschiede in der Schweiz noch viel grösser…
Du hast recht, dass PK- und 3a-Vermögen in den meisten internationalen Vergleichen nicht eingerechnet werden. Die Schweiz würde dadurch tatsächlich noch besser dastehen. Allerdings gilt das für alle Länder gleich – auch Rentenansprüche aus umlagefinanzierten Systemen (wie z.B. in Deutschland) fehlen in den Statistiken. Der Vergleich ist also konsistent, auch wenn er nicht das vollständige Bild zeigt.
Welche Vermögensteile werden (in der Schweiz) zum Vermögen dazugerechnet? Spezifisch: Inkl. oder exkl. Pensionskassenguthaben (2. Säule)?
Hallo Hugo,
eine gute Frage! Das Bundesamt für Statistik rechnet in die Haushaltsvermögen die Pensionskassen mit ein – und zeigt auch direkt auf, dass diese einen wesentlichen Bestandteil der Vermögen darstellen.
Hier der Link: https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/querschnittsthemen/wohlfahrtsmessung/indikatoren/vermoegen-haushalte.html
Liebe Grüsse
Eric
Hmm.. das «verfälscht» natürlich die Sache mit dem Vermögen doch relativ stark, zumindest im Vergleich zu Ländern wo die Altersvorsorge zu grossen Teilen in der «1. Säule» (Staatliche Vorsorge nach Umlageverfahren) drin steckt… Ich nehme an auch darum (nicht nur) sieht es in Deutschland ziemlich anders aus.
Richtig, in anderen Ländern sind die Vorsorgesysteme in der Regel anders aufgebaut – doch werden sie wohl gleichberechtigt in solchen Betrachtungen berücksichtigt. Bist du der Meinung, dass PK Guthaben (bzw. deren Äquivalent im Ausland) hier lieber nicht berücksichtigt werden sollten?
Meine Vermutung/Meinung: Das Guthaben der 2. Säule in der Schweiz entspricht dem Barwert der zu erwartenden Rente (Kapitaldeckungsverfahren). Für eine Staatliche Rente ist dieser Betrag nicht sichtbar resp. wird nirgendwo angespart (Umlageverfahren).
Die PK Guthaben sind irgendwie ein Zwischending zwischen freiem Vermögen und potentielle Rente in der Zukunft, da es (momentan) Möglichkeiten gibt diese Gelder vorzeitig in das freie Vermögen zu überführen (Wohneigentumsförderung, Selbständigkeit, verlassen der Schweiz). Ein solcher Kapitalbezug senkt jedoch die zukünftige Rente, im Vergleich zu anderen Ländern wäre das also irgendwie so etwas wie ein Kredit den man dann während der Pensionierung mit tieferen Renten abstottert. Insgesamt ist der Vergleich über verschiedene Systeme sicher sehr schwierig. Daher wäre es aus meiner Sicht auch noch interessant zu sehen wie sich die Situation mit und ohne PK Gelder darstellt, so könnte sich jeder ein Bild machen und urteilen.
Zusätzlich finde ich noch problematisch, dass das PK Guthaben sozusagen noch vor Steuern ist und bei der Überführung ins freie Vermögen erst noch besteuert würde. Zumindest diesem Umstand sollte man Rechnung tragen, wenn man diese Vermögensteile mit Vermögensteilen von Personen aus anderen Ländern/Systemen vergleicht. Ob das BFS dies berücksichtig oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Ich denke jedoch eher nicht.
bin hier absolut bei dir Hugo! Wenn du verlässliche Daten findest wo dies entsprechend berücksichtigt wird, leite sie mir gerne weiter. Ich halte ebenfalls die Augen offen 🙂
Da kann ich als Deutscher, der seit fast 11 Jahren in der Schweiz lebt, vielleicht aushelfen. Ja, das deutsche Rentensystem fusst überwiegend auf einem Umlagesystem wie unsere hiesige AHV. Allerdings kennen wir auch in Deutschland die Betriebliche Altersvorsorge (häufig in Form einer sogenannten Rürup-Rente), die wie unser BVG kapitalbasiert ist (und bisher zumindest noch nicht an versteckten Umlagen krankt wie hier), und mit der Riesterrente existiert auch ein Vehikel, das grob mit der Säule 3a vergleichbar ist. Woher die Vorliebe kommt, verkorkste politisch motivierte Renteninnovationen nach Personen zweifelhaften Leumunds zu benennen, kann ich dir jedoch nicht erklären.
Die bAV steht zumeist eher Besserverdienenden zur Verfügung, riestern kann jeder. Jedoch sind die Systeme beide innert weniger Jahre seit ihrer Einführung immer weiter verschlimmbessert worden.
Mein Eindruck, der auch immer wieder von Analysen und Studien zum GINI-Koeffizienten gestützt wird, ist der, dass wir zwar eine grosse Spreizung bei den Einkommen in der Schweiz haben, die Vermögen jedoch nicht ganz so ungleich verteillt sind wie z.B. in DE, AT oder den USA.