Mieten oder Kaufen: Was lohnt sich in der Schweiz mehr?

«Miete ist rausgeworfenes Geld.» Der Satz ist falsch. Trotzdem liegt Kaufen in der Schweiz im Moment oft vorne. Beides stimmt, und der Rechner auf dieser Seite zeigt dir, warum.

Ob sich mieten oder kaufen in der Schweiz mehr lohnt, entscheidet sich nicht an der Monatsrechnung, sondern am Vermögen nach 10, 15 oder 20 Jahren. Dafür zählen Kaufnebenkosten, Unterhalt, Wertsteigerung und das Geld, das du als Mieter stattdessen anlegst. Ein Beispiel aus Zürich: Miete CHF 2’400 im Monat, Kaufpreis CHF 900’000, Eigenmittel CHF 180’000. Nach 15 Jahren steht Kaufen rund CHF 131’000 besser da. Ist die gleiche Wohnung unsaniert, kippt die Rechnung: Dann liegt Mieten rund CHF 87’000 vorne.

Trag unten im Mieten-oder-Kaufen-Rechner deine eigenen Zahlen ein, egal ob Wohnung oder Haus. Du siehst sofort, wer vorne liegt, ab welchem Jahr, und welcher Wert das Ergebnis drehen würde.

Mieten oder Kaufen Rechner Schweiz

Das Wichtigste in Kürze

  • Vermögen statt Monatskosten: Der Rechner vergleicht, was dir nach dem Verkauf bleibt, mit dem Depot, das du als Mieter aufgebaut hättest.
  • Heute oft Kaufen vorne: Bei Hypozinsen um 2 Prozent kosten Zins und Unterhalt oft weniger als die Miete für dieselbe Wohnung.
  • Grösste Hebel: Zustand der Immobilie, Wertsteigerung und die Höhe der Miete. Ein unsaniertes Objekt dreht das Beispiel von Kaufen zu Mieten.
  • Faustformel: Mit den Annahmen im Rechner lohnt sich Kaufen, wenn die Jahresmiete mehr als rund 2.6 Prozent des Kaufpreises beträgt.
  • Ab 2029: Der Eigenmietwert fällt weg, gleichzeitig die Abzüge für Schuldzinsen und Unterhalt. Der Rechner rechnet ohne Steuern und entspricht damit weitgehend dem neuen Recht.

So liest du das Ergebnis

Ganz oben steht das Urteil: Kaufen vorne, Mieten vorne oder finanziell fast gleich, mit dem Betrag nach der gewählten Dauer. Darunter steht, ab welchem Jahr die Rechnung kippt und welcher Wert am meisten bewegt. Das ist der Kipppunkt, der am nächsten an deiner Eingabe liegt.

  • Heute pro Monat: Zins, Unterhalt und Amortisation im Vergleich zur Miete. Die Amortisation ist markiert, weil sie deine Schulden abbaut und damit zu deinem Vermögen zählt.
  • So entwickelt sich dein Vermögen: zwei Linien, eine fürs Kaufen, eine fürs Mieten. Fährst du mit der Maus oder dem Finger über die Grafik, siehst du die Werte für jedes Jahr.
  • Kaufen lohnt sich, solange …: vier Kacheln mit den Grenzwerten für Miete, Kaufpreis, Hypozins und Rendite. Liegt Mieten vorne, zeigen sie, was sich ändern müsste, damit Kaufen aufholt.
  • Banken-Check: ab welchem Bruttoeinkommen die Bank den Kauf nach üblicher Praxis finanziert.
  • Jahr für Jahr ansehen: Vermögen, Kosten und Hypothek für jedes Jahr als Tabelle.

Unter «Annahmen anpassen» änderst du Kanton, Unterhalt, Wertsteigerung, Rendite, Mietsteigerung, Verkaufskosten und den Zins nach Ablauf der Festhypothek. Jede Annahme hat einen Startwert mit Begründung. Den Link zum Rechner kannst du teilen. Deine persönlichen Zahlen werden dabei nicht mitgeschickt.

So rechnet der Rechner

Die meisten Kaufen-oder-Mieten-Rechner zeigen eine Momentaufnahme: Was kostet die Wohnung diesen Monat, was die Miete. Das greift zu kurz. Wer eine Immobilie kauft, bindet Eigenmittel und Kaufnebenkosten im Haus. Wer mietet, kann dasselbe Geld anlegen. Was dieses Geld anderswo verdienen würde, sind die Opportunitätskosten des Eigentümers. Darum vergleicht der Rechner das Vermögen, Monat für Monat:

  • Gleicher Start: Der Käufer steckt Eigenmittel und Kaufnebenkosten in die Immobilie. Der Mieter legt genau diesen Betrag an.
  • Wer weniger zahlt, legt an: Ist die Miete höher als die Kosten des Eigentums, legt der Käufer die Differenz an. Ist das Eigentum teurer, legt der Mieter die Differenz an. Beide Seiten bekommen dieselbe Rendite.
  • Amortisation ist Vermögen: Die zweite Hypothek wird in 15 Jahren auf zwei Drittel des Kaufpreises abbezahlt. Das kostet jeden Monat Geld, senkt aber die Schuld.
  • Vermögen am Ende: beim Kaufen Marktwert minus Verkaufskosten minus Restschuld plus Depot, beim Mieten das Depot.
  • Zins in zwei Stufen: die ersten zehn Jahre dein Hypozins, danach ein Anschlusszins, weil niemand weiss, was die Verlängerung kostet.

Steuern rechnet der Rechner bewusst nicht. Sie hängen stark von Kanton, Einkommen und Familiensituation ab. Was das für dein Ergebnis bedeutet, steht weiter unten unter «Was der Rechner nicht abbildet».

Die Startwerte im Rechner:

AnnahmeStartwertBegründung
Hypozins 10 Jahre fest1.9 %Schnitt der neuen 10-jährigen Festhypotheken September 2016 bis August 2026 (SNB)
Zins ab Jahr 112.3 %Schnitt derselben Reihe seit Dezember 2007
Unterhalt0.8 / 1.0 / 2.0 % pro JahrNeuwertig, Durchschnitt, unsaniert. Faustregeln von UBS, ZKB, VZ und Migros Bank
Wertsteigerung1.5 % pro JahrBewusst vorsichtig. Seit 1988 stieg Wohneigentum je nach Index um 2.4 bis 2.8 % pro Jahr, stark getragen von fallenden Zinsen. Das wiederholt sich kaum, und die Preise sind heute hoch
Rendite auf angelegtem Geld5 % pro JahrBreit gestreutes Depot mit hohem Aktienanteil, langfristig. Schweizer Aktien brachten seit 1926 rund 7.7 % pro Jahr. Über wenige Jahre ist diese Rendite nicht verlässlich
Mietsteigerung1.5 % pro JahrTeuerung und Referenzzins, langfristig
Verkaufskosten2 %Makler, Notar und Gebühren beim späteren Verkauf
Kaufnebenkostenje KantonHandänderungssteuer, Notar, Grundbuch und Schuldbrief, siehe Tabelle unten

Wie stark Hypozinsen schwanken, siehst du bei den Hypozinsen seit 1990.

Mieten oder kaufen: Was ist günstiger?

Ob du eine Wohnung kaufen oder mieten solltest, hängt in der Schweiz vor allem von drei Dingen ab: Hypozins, Zustand der Immobilie und wie lange du bleibst. Am klarsten wird es an einem Beispiel.

Beispiel: Wohnung mieten vs. kaufen in Zürich

Eine Wohnung in Zürich für CHF 900’000. Die gleiche Wohnung kostet zur Miete CHF 2’400 im Monat. Du hast CHF 180’000 Eigenmittel, also 20 Prozent. Die Kaufnebenkosten liegen in Zürich bei rund CHF 3’240, weil der Kanton keine Handänderungssteuer erhebt. Die Hypothek beträgt CHF 720’000.

Pro Monat im ersten JahrKaufenMieten
Zins (1.9 % auf CHF 720’000)CHF 1’140
Unterhalt (1 % vom Wert)CHF 750
Amortisation zweite HypothekCHF 667
MieteCHF 2’400
TotalCHF 2’557CHF 2’400
davon VermögensaufbauCHF 667CHF 0

Auf den ersten Blick ist Kaufen CHF 157 teurer. Ohne Amortisation kostet das Eigentum aber nur CHF 1’890 im Monat, also CHF 510 weniger als die Miete. Die Amortisation fliesst nicht weg, sie senkt deine Schuld. Über 15 Jahre ergibt das:

Nach 15 JahrenVermögen
Mieten (Depot)rund CHF 390’000
Kaufen (Wohnung nach Verkauf, minus Restschuld, plus Depot)rund CHF 520’000
Vorsprung Kaufenrund CHF 131’000

Kaufen liegt ab dem dritten Jahr vorne. Davor fressen die Kaufnebenkosten und die Verkaufskosten den Vorteil auf.

Was das Ergebnis dreht

Gleiche Wohnung, jeweils eine Annahme geändert:

AnnahmeNach 15 Jahren
Startwerte wie obenKaufen rund CHF 131’000 vorne
Nur 3 Jahre statt 15finanziell fast gleich (Kaufen rund CHF 10’000 vorne)
30 Jahre statt 15Kaufen rund CHF 300’000 vorne
Unsaniertes Objekt, 2 % UnterhaltMieten rund CHF 87’000 vorne
Keine WertsteigerungMieten rund CHF 71’000 vorne
Wertsteigerung 2.5 % (etwa wie seit 1988)Kaufen rund CHF 291’000 vorne
Miete CHF 1’800 statt CHF 2’400Mieten rund CHF 44’000 vorne
Hypozins durchgehend 3 %Mieten rund CHF 17’000 vorne
Rendite 7 % statt 5 %finanziell fast gleich
Kanton Waadt statt ZürichKaufen rund CHF 58’000 vorne, aber erst ab Jahr 7

Die Tabelle erklärt auch, warum ältere Vergleiche zum Gegenteil kamen. 2023 lagen neue 10-jährige Festhypotheken im Schnitt bei rund 2.9 Prozent. Damals lag Mieten in vielen Gemeinden vorne, auch in früheren Fassungen dieses Beitrags. Mit Zinsen um 2 Prozent hat sich das Bild gedreht. Wie Kaufen und Mieten in deiner Gemeinde im Verhältnis stehen, zeigt der Wohnungsrechner von SRF. Für deine eigenen Zahlen nimmst du den Rechner oben.

Wer kauft, wettet auf drei Dinge: tiefe Zinsen, einen Wert, der nicht fällt, und eine Wohnung, die nicht zur Baustelle wird. Wer mietet, wettet darauf, die Differenz wirklich anzulegen.

Am meisten bewegen zwei Annahmen: die Rendite auf dem angelegten Geld und die Wertsteigerung der Immobilie. Sie lassen sich nicht vorhersagen. Bei einer teuren Wohnung entscheidet oft genau dieser Abstand, wer vorne liegt. Spiel darum unter «Annahmen anpassen» mindestens zwei Varianten durch: vorsichtig mit 0 % Wertsteigerung und historisch mit 2.5 %. Liegt Kaufen oder Mieten in beiden vorne, ist dein Ergebnis robust.

Faustformel: Ab wann lohnt sich Kaufen?

Mit den Startwerten im Rechner gilt eine einfache Regel: Kaufen lohnt sich, wenn die Jahresmiete mehr als rund 2.6 Prozent des Kaufpreises beträgt. Anders gesagt: Der Kaufpreis darf höchstens rund das 38-Fache der Jahresmiete sein.

KaufpreisEigenmittel 20 %Kaufen lohnt sich ab einer Miete von
CHF 600’000CHF 120’000rund CHF 1’300 im Monat
CHF 900’000CHF 180’000rund CHF 1’950 im Monat
CHF 1’200’000CHF 240’000rund CHF 2’600 im Monat
CHF 1’500’000CHF 300’000rund CHF 3’250 im Monat

Noch schneller geht der Vergleich so: Rechne Hypothekarzins plus 1 Prozent Unterhalt vom Kaufpreis pro Monat. Liegt die Miete für eine vergleichbare Wohnung darüber, spricht viel fürs Kaufen. Im Beispiel sind das CHF 1’890 gegen CHF 2’400.

Die Faustformel gilt nur mit den Startwerten: 15 Jahre, 1.5 Prozent Wertsteigerung, durchschnittlicher Zustand. Rechnest du mit einem unsanierten Haus, kürzerer Dauer oder mehr Rendite, verschiebt sich die Grenze deutlich. Darum zeigt der Rechner die Grenzwerte für deine Zahlen in den Kacheln. Für ein Haus gilt dieselbe Rechnung, rechne dort aber eher mit höherem Unterhalt.

Was der Rechner nicht abbildet

Jeder Rechner vereinfacht. Diese Punkte fehlen bewusst, weil sie stark von deinem Kanton und deiner Situation abhängen. Sie wirken in beide Richtungen:

  • Grundstückgewinnsteuer: Verkaufst du die Immobilie mit Gewinn, zahlst du darauf eine kantonale Steuer. Sie sinkt mit der Besitzdauer und kann nach 15 Jahren trotzdem mehrere zehntausend Franken ausmachen. Kaufst du wieder ein selbst bewohntes Eigenheim, wird sie aufgeschoben. Der Rechner lässt sie weg, das begünstigt das Kaufen. Für Zürich rechnest du sie mit dem Grundstückgewinnsteuer-Rechner nach.
  • Steuern auf dem Depot: Dividenden und Zinsen versteuerst du als Einkommen, das Depot als Vermögen. Der Rechner lässt auch das weg, das begünstigt das Mieten.
  • Vorzeitiger Verkauf: Verkaufst du vor Ablauf der Festhypothek, verlangt die Bank meist eine Vorfälligkeitsentschädigung. Ausnahme: Der Käufer übernimmt die Hypothek, oder du nimmst sie zum nächsten Objekt mit. Bei 3 oder 5 Jahren Betrachtung kann das das Ergebnis drehen.
  • Disziplin: Der Mieter liegt nur vorne, wenn er das Geld wirklich anlegt und in Krisen nicht verkauft. Der Käufer spart über die Amortisation automatisch.

Das Ergebnis ist darum keine Prognose, sondern ein fairer Vergleich unter klaren Annahmen. Wie stark dein Entscheid von diesen Annahmen abhängt, siehst du am schnellsten, wenn du sie im Rechner änderst.

Eigenmietwert fällt 2029: Was sich ändert

Am 28. September 2025 hat die Stimmbevölkerung die Abschaffung des Eigenmietwerts angenommen. Der Bundesrat setzt sie per 1. Januar 2029 in Kraft. Für selbst bewohntes Wohneigentum gilt dann:

  • Du versteuerst keinen Eigenmietwert mehr, weder für den Erst- noch für den Zweitwohnsitz.
  • Schuldzinsen und Unterhaltskosten kannst du nicht mehr abziehen.
  • Wer zum ersten Mal kauft, darf Schuldzinsen befristet abziehen: im ersten Jahr bis CHF 10’000 als Ehepaar und bis CHF 5’000 als Einzelperson. Der Höchstbetrag sinkt jedes Jahr um 10 Prozent des Anfangswerts.
  • Kantone dürfen eine Sondersteuer auf selbst genutzte Zweitliegenschaften einführen.
  • Bei der direkten Bundessteuer fallen die Abzüge für Energiesparen und Umweltschutz weg. Wer renovieren will und noch abziehen möchte, muss bis Ende 2028 fertig sein.

Für die Frage «mieten oder kaufen» heisst das: Wer eine hohe Hypothek hat, verliert den Schuldzinsabzug und zahlt eher mehr Steuern als heute. Wer wenig Schulden hat, gewinnt eher. Der Rechner lässt Steuern weg und bildet damit die Welt ab 2029 weitgehend ab. Ob es sich dann lohnt, die Hypothek stärker abzuzahlen oder das Geld anzulegen, ist eine eigene Rechnung. Den Unterschied zwischen direkter und indirekter Amortisation erklären wir separat.

Kaufnebenkosten nach Kanton

Kaufnebenkosten bezahlst du aus deinen Eigenmitteln, nicht über die Hypothek. Sie bestehen aus Handänderungssteuer, Notar, Grundbuch und dem Schuldbrief für die Hypothek. Je nach Kanton liegen sie zwischen rund 0.3 und über 4 Prozent des Kaufpreises.

Beispiel: Kaufpreis CHF 900’000, Hypothek CHF 720’000, selbst bewohnt, erstes Wohneigentum.

KantonKaufnebenkosten rund
AargauCHF 7’740
Appenzell AusserrhodenCHF 13’140
Appenzell InnerrhodenCHF 13’140
Basel-LandschaftCHF 5’040
Basel-StadtCHF 5’940
BernCHF 6’840
FreiburgCHF 22’500
GenfCHF 23’040
GlarusCHF 6’660
GraubündenCHF 22’140
JuraCHF 23’220
LuzernCHF 17’640
NeuenburgCHF 28’080
NidwaldenCHF 13’140
ObwaldenCHF 11’340
SchaffhausenCHF 8’460
SchwyzCHF 2’520
SolothurnCHF 5’040
St. GallenCHF 13’140
TessinCHF 19’800
ThurgauCHF 13’140
UriCHF 5’040
WaadtCHF 37’980
WallisCHF 23’040
ZugCHF 2’880
ZürichCHF 3’240

Die Werte sind Richtwerte für selbst bewohntes Wohneigentum, Stand Oktober 2026. Notar- und Grundbuchgebühren sind in vielen Kantonen geschätzt, in Graubünden, im Wallis und in Appenzell Ausserrhoden hängen sie zusätzlich von der Gemeinde ab. Einige Kantone entlasten das erste Eigenheim: Basel-Landschaft und Solothurn befreien es von der Handänderungssteuer, Bern die ersten CHF 800’000. Die genauen Kosten nennt dir das Notariat.

Tragbarkeit: Kannst du dir das leisten?

Dass sich Kaufen lohnt, heisst noch nicht, dass die Bank finanziert. Sie prüft zwei Dinge:

  • Eigenmittel: in der Regel 20 Prozent des Kaufpreises, nachdem die Kaufnebenkosten bezahlt sind. Mindestens 10 Prozent müssen aus anderem Geld als der Pensionskasse stammen, etwa Erspartes, Wertschriften oder die Säule 3a.
  • Tragbarkeit: 5 Prozent kalkulatorischer Zins auf die Hypothek, 1 Prozent des Kaufpreises für Nebenkosten und die Amortisation dürfen zusammen höchstens etwa einen Drittel deines Bruttoeinkommens ausmachen.

Im Beispiel braucht es dafür ein Bruttoeinkommen von rund CHF 159’000. Der Banken-Check im Rechner zeigt dir den Wert für deine Zahlen. Er liegt bewusst weit über deinen tatsächlichen Kosten, weil die Bank prüft, ob du das Haus auch bei hohen Zinsen halten kannst. Ob es für dein Wunschobjekt reicht, prüft der Tragbarkeitsrechner genauer: mit drei Prüfungen, den Kaufnebenkosten deines Kantons und dem Engpass bei Einkommen oder Eigenmitteln. Wie viel Wohnkosten heute zu deinem Lohn passen, zeigt die Miete-Gehalt-Faustformel.

Vor- und Nachteile: Mieten vs. Kaufen

Eigentum oder Miete ist mehr als eine Geldfrage. Kauf oder Miete entscheidet auch, wie frei du wohnst und wie flexibel du bleibst.

Als Eigentümer

  • Du gestaltest frei, solange die Bauvorschriften es erlauben. Neue Küche, Sauna, Garten: deine Entscheidung.
  • Keine Kündigung und keine Mietzinserhöhung durch einen Vermieter.
  • Die Amortisation baut Vermögen auf. Steigt der Wert, wächst dein Eigenkapital mit Hebel, weil du nur 20 Prozent selbst finanzierst.
  • Du setzt viel Geld auf ein einziges Objekt an einem einzigen Ort. Sinkt der Wert, trifft dich der Hebel ebenso.
  • Reparaturen, Erneuerungen und Liegenschaftssteuer bezahlst du selbst. Heizung, Dach und Küche kommen irgendwann alle.
  • Ein Umzug ist teuer: Verkaufskosten, oft Grundstückgewinnsteuer und neue Kaufnebenkosten.

Als Mieter

  • Du bleibst flexibel bei Jobwechsel, Familie oder Trennung.
  • Geht die Heizung kaputt, ist der Vermieter zuständig.
  • Dein Geld steckt nicht in einem Objekt, sondern breit gestreut, zum Beispiel in einem ETF-Sparplan. Das senkt das Klumpenrisiko.
  • Die Miete kann steigen, etwa mit dem Referenzzinssatz oder nach einer Renovation.
  • Der Vorteil funktioniert nur, wenn du die Differenz wirklich anlegst. Wer sie ausgibt, baut kein Vermögen auf.

Miete ist also kein rausgeworfenes Geld. Du bezahlst damit Wohnen und Flexibilität. Der Eigentümer bezahlt Zins, Unterhalt und Opportunitätskosten, also die Rendite, die sein Eigenkapital anderswo bringen würde.

Mietkauf in der Schweiz

Beim Mietkauf mietest du zuerst und kaufst später. Mieter und Eigentümer vereinbaren einen festen Kaufpreis und ein Kaufrecht. Ein Teil der Miete wird beim Kauf an den Preis angerechnet. In der Schweiz ist das selten. Meist kommt ein Mietkauf im direkten Gespräch mit dem Vermieter zustande, nicht über ein Inserat.

Eine Beispielrechnung: Du mietest ein Haus für CHF 2’800 im Monat. Vereinbart sind ein Kaufpreis von CHF 850’000 in fünf Jahren und eine Anrechnung von CHF 800 pro Monat. Nach fünf Jahren sind CHF 48’000 angerechnet. Du bezahlst noch CHF 802’000 und brauchst dafür weniger eigenes Geld.

Darauf solltest du achten:

  • Ein Kaufrecht muss öffentlich beurkundet werden. Im Grundbuch vorgemerkt gilt es höchstens zehn Jahre.
  • Kläre vor der Unterschrift mit deiner Bank, ob sie den angerechneten Betrag als Eigenmittel akzeptiert und wie sie das Haus bewertet.
  • Kaufst du am Ende nicht, ist die Anrechnung meist verloren. Dann hast du eine teure Miete bezahlt.
  • Ein fester Preis ist gut, wenn die Preise steigen, und schlecht, wenn sie fallen.

Kaufen und einen Teil vermieten

Eine Einliegerwohnung oder ein Zimmer zu vermieten, kann den Kauf tragbar machen. Die Mieteinnahmen senken deine Wohnkosten. Ein paar Punkte gehören in die Rechnung:

  • Mieteinnahmen sind steuerbares Einkommen. Für den vermieteten Teil kannst du Unterhalt und anteilige Schuldzinsen weiterhin abziehen, auch nach 2029.
  • Banken rechnen Mieteinnahmen bei der Tragbarkeit unterschiedlich an, oft nicht in voller Höhe. Frag vor dem Kauf nach.
  • Willst du später die ganze Wohnung vermieten, schau in deinen Hypothekarvertrag und informiere die Bank. Hast du Geld aus der Pensionskasse bezogen, kläre das auch dort.
  • Als Vermieter hast du Pflichten: Mietvertrag, Nebenkostenabrechnung, Mängel beheben.

Der Rechner bildet Mieteinnahmen nicht ab. Rechne sie separat und konservativ, mit Leerstand und Unterhalt für den vermieteten Teil.

Im Alter Wohnung kaufen oder mieten?

Wer mit 55 oder 60 kauft, rechnet mit einem kürzeren Zeitraum. Je kürzer die Dauer, desto stärker wiegen Kaufnebenkosten und Verkaufskosten. Im Beispiel liegt Kaufen nach 15 Jahren rund CHF 131’000 vorne, nach drei Jahren ist es finanziell fast gleich.

Dazu kommt die Bank. Die zweite Hypothek muss spätestens bei der Pensionierung abbezahlt sein, und ab etwa 50 prüft die Bank, ob die Hypothek auch mit der Rente tragbar bleibt. Oft heisst das: vor der Pensionierung einen Teil der Hypothek zurückzahlen. Ab 2029 hilft zusätzlich der Wegfall des Eigenmietwerts: Wer wenig Schulden hat, zahlt weniger Steuern als heute.

Gegen das Kaufen im Alter spricht oft nicht die Rechnung, sondern das Leben: Treppen, Garten und Unterhalt werden mit 75 anstrengender. Eine hindernisfreie Mietwohnung kann dann die bessere Wahl sein, auch wenn sie mehr kostet.

Fazit: Mieten oder kaufen?

Mit den heutigen Hypozinsen liegt Kaufen in der Schweiz oft vorne, sobald du mindestens zehn Jahre bleibst und die Immobilie in gutem Zustand ist. Das gilt für alle, die Eigenmittel und Tragbarkeit schon erfüllen.

Der wichtigste Grund: Zins und Unterhalt sind heute oft tiefer als die Miete für eine vergleichbare Wohnung, und die Amortisation baut Vermögen auf. Die Ausnahme sind unsanierte Objekte, kurze Zeiträume und teure Lagen, in denen die Miete im Verhältnis zum Kaufpreis tief ist. Dort liegt Mieten oft vorne, vorausgesetzt du legst die Differenz wirklich an.

Kaufen statt mieten lohnt sich also nicht immer, mieten statt kaufen aber auch nicht. Rechne darum mit deinen Zahlen statt mit Faustregeln. Ist das Ergebnis knapp, ist das Eigenheim vor allem ein Lifestyle-Entscheid. Dann entscheidet, wie du leben willst. Und prüf vor dem Kauf mit dem Notgroschen-Rechner, ob dir nach dem Kauf noch eine Reserve bleibt. Weitere Werkzeuge findest du in der Übersicht aller Rechner.

Modellrechnung ohne Steuern. Keine Anlage- und keine Finanzierungsberatung.

Häufige Fragen zu Mieten oder Kaufen

Was ist in der Schweiz günstiger, mieten oder kaufen?

Bei Hypozinsen um 2 Prozent kosten Zins und Unterhalt einer Eigentumswohnung oft weniger als die Miete für eine vergleichbare Wohnung. Über 10 bis 15 Jahre ist Kaufen dann oft günstiger als Mieten. Bei unsanierten Objekten, kurzer Wohndauer oder einer im Verhältnis tiefen Miete liegt Mieten vorne.

Ab welcher Miete lohnt sich Kaufen?

Mit den Startwerten des Rechners lohnt sich Kaufen, wenn die Jahresmiete mehr als rund 2.6 Prozent des Kaufpreises beträgt. Bei einem Kaufpreis von CHF 900’000 sind das rund CHF 1’950 Miete im Monat. Der Rechner zeigt die Grenze für deine Zahlen.

Ist Miete rausgeworfenes Geld?

Nein. Mit der Miete bezahlst du Wohnen und Flexibilität, so wie der Eigentümer Zins und Unterhalt bezahlt. Entscheidend ist, ob du als Mieter das Geld anlegst, das du nicht in die Immobilie steckst.

Lohnt sich ein Eigenheim noch?

Finanziell oft ja, wenn du mindestens zehn Jahre bleibst, die Immobilie in gutem Zustand ist und die Tragbarkeit stimmt. Wer eine unsanierte Liegenschaft kauft oder nach wenigen Jahren wieder verkauft, fährt mit Mieten oft besser.

Wie viel Eigenkapital brauche ich für eine Wohnung?

In der Regel 20 Prozent des Kaufpreises, plus die Kaufnebenkosten. Mindestens 10 Prozent müssen aus anderem Geld als der Pensionskasse stammen. Bei CHF 900’000 sind das CHF 180’000 plus je nach Kanton rund CHF 2’500 bis CHF 38’000 Kaufnebenkosten.

Was ändert die Abschaffung des Eigenmietwerts für Käufer?

Ab 1. Januar 2029 versteuerst du für selbst bewohntes Eigentum keinen Eigenmietwert mehr. Gleichzeitig fallen die Abzüge für Schuldzinsen und Unterhalt weg. Wer erstmals kauft, darf Schuldzinsen befristet abziehen, im ersten Jahr bis CHF 10’000 als Ehepaar und bis CHF 5’000 als Einzelperson.

Wie funktioniert ein Mietkauf in der Schweiz?

Du mietest zuerst und hast ein Kaufrecht zu einem festen Preis. Ein Teil der Miete wird beim Kauf angerechnet. Das Kaufrecht muss öffentlich beurkundet werden und kann im Grundbuch für höchstens zehn Jahre vorgemerkt werden. Kläre vorher mit der Bank, ob sie die Anrechnung als Eigenmittel akzeptiert.

Lohnt es sich, im Alter eine Wohnung zu kaufen?

Je kürzer du bleibst, desto stärker wiegen Kauf- und Verkaufskosten. Dazu prüft die Bank ab etwa 50, ob die Hypothek mit der Rente tragbar bleibt. Finanziell lohnt sich ein Kauf im Alter vor allem mit viel Eigenkapital und einer tiefen Hypothek.

Berücksichtigt der Rechner Steuern?

Nein. Eigenmietwert, Abzüge, Grundstückgewinnsteuer und Steuern auf dem Depot hängen stark von Kanton und Einkommen ab. Die Grundstückgewinnsteuer fehlt zulasten des Mietens, die Steuern auf dem Depot zulasten des Kaufens. Ab 2029 fallen Eigenmietwert und Abzüge für selbst bewohntes Eigentum weg.

Gilt der Rechner auch, wenn ich ein Haus kaufen oder mieten will?

Ja. Die Rechnung ist für Haus und Wohnung dieselbe. Bei einem Haus fallen Unterhalt und Erneuerungen meist höher aus, wähl dann beim Zustand eher «Unsaniert» oder erhöhe den Unterhalt unter «Annahmen anpassen».

Ferienwohnung kaufen oder mieten?

Der Rechner ist für selbst bewohntes Wohneigentum gebaut. Für Ferienwohnungen verlangen Banken meist mehr Eigenmittel und rechnen die Tragbarkeit strenger. Ab 2029 dürfen Kantone zudem eine Sondersteuer auf selbst genutzte Zweitliegenschaften einführen. Wer die Wohnung nur wenige Wochen im Jahr nutzt, fährt mit Mieten oft günstiger.

Ist der Mieten-oder-Kaufen-Rechner kostenfrei?

Ja. Du brauchst keine Anmeldung, und deine Eingaben werden nirgends gespeichert.

Quellen: SNB, Zinssätze für neue Hypothekarkredite, SNB, Immobilienpreise, ESTV, Handänderungssteuer und kantonale Erlasse, Systemwechsel Eigenmietwert per 1. Januar 2029, LUKB, Ersterwerberabzug, Richtlinien der Schweizerischen Bankiervereinigung zu Hypothekarfinanzierungen. Stand Oktober 2026.

Cover Investment Guidebook

Kostenfreies Guidebook

Wohnkosten im Griff. Und dann?

Das Guidebook zeigt dir, wie du nach Miete oder Hypothek automatisch sparst und dein Geld günstig anlegst.

  • Das 3-Konten-Modell: Fixkosten, Alltag und Sparen sauber getrennt
  • ETF-Sparplan, Säule 3a mit Aktien, Broker: wo du günstig startest
  • 3 Prinzipien, damit dein Geld für dich arbeitet

Das Guidebook kommt als PDF per E-Mail. Danach jeden Mittwoch der Wealth Letter. Abmelden jederzeit.