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Hallo Eric, im Artikel fehlen die Auswirkungen der Eigenmietwertabschaffung und damit verbunden, dass keine Schuldzinsen, also auch keine Hypothekarzinsen, mehr abgezogen werden können (ausser für Neukäufer in begrenztem Umfang). Auch Investitionen ins Haus können beim Bund nicht mehr abgezogen werden. Und beim Kanton ist es noch nicht ganz klar, ob gewisse noch zugelassen werden oder nicht (Umwelt z.B.).
Das Ganze tritt schon ab 1.1.2029 in Kraft!
Man muss sich also jetzt schon überlegen, wie man damit umgehen will. Bzw. nicht mehr den Hypozinsabzug fix als Steuerersparnis über die Hypolaufzeit einplanen.
Guter Punkt, danke Jan. Der Artikel ist schon etwas älter, ich schaue mal ob eine Integration sinnvoll ist, oder nicht besser ein ganz neuer Beitrag dazu Sinn macht!
«Eine Hypothek kostet zwar Zinsen, senkt dafür aber die Steuerlast.» Soweit korrekt, das rechnet dir jede Bank vor. Was dir dein Bankster aber nicht sagt ist folgendes:
Annahme: Immo, Wert 500K, 400K Hypo zu 2%, also 8 K Hypothek die du von den Steuern absetzen kannst, Einkommen 100K. Nehmen wir einen Grenzsteuersatz von 25% an, dann sparst du 2K Steuern. Du zahlst also 8K Hypo, sparts 2K Steuer bleiben nettoausgaben von 6K + Unterhalt der Immo.
Gleiche Immo, Schuldenfrei: Du zahlst 2K mehr Steuern, sparst aber die 8K Hypozins. Unterhalt etc bleiben gleich. Unterm Strich hast du 6K mehr auf dem Konto.
Und wenn du die Kohle dem Steuervogt partout nicht geben willst kannst du den entsprechenden Betrag auch Spenden. Gibt genau denselben Abzug..
Natürlich kannst du argumentieren dass es besser ist die (billige) Hypothek zu haben und das zusätzliche Eigenkapital zu investieren. Mag langfristig auch aufgehen, aber bei dieser Berechnung geht in der Regel etwas Wichtiges vergessen: Das Risiko. Wenn du heute 400K in die Börse investierst können die Kurse übermorgen 50% abstürzen und Jahre, oder gar Jahrzehnte brauchen um sich zu erholen ( Beispiel, 60er Jahre, Ölkrise der 70er, Japan). Die Erholung kann viel länger dauern als deine Festhypo läuft. Und sollte dann die Bank auf die Idee kommen dass du kurzfristig mehr Eigenkapital nachschiessen musst hast du ein Problem. Sowas kannst du machen wenn du genug Geld hast dass du die Hypo jederzeit aus der Portokasse zurückzahlen könntest, aber nicht wenn alles auf Kante genäht ist.
Ganz nebenbei: Hast du schonmal einen Hypothekarvertrag gelesen? Richtig gelesen, inkl. Kleingedrucktem? Das ist feinster Gummi. Wenn die Zinsen massiv steigen wird die Bank immer einen Grund finden dir die «Festhypothek» zu kündigen. Da gibt es soviele Klauseln die man auslegen kann. Mach dir mal den Spass, lies sowas mal mit kritischen Augen durch. Und denke dabei an den alten Spruch «Ein Bankier ist jemand der dir bei Sonnenschein einen Regenschirm leiht, ihn aber sofort zurück will wenn die kleinste Wolke aufzieht»
Vielen Dank für die unterhaltsamen Ergänzungen, Alain 🙂
Das Risiko sollte natürlich keinesfalls vergessen werden. Um aber bei den Fakten zu bleiben: In den letzten 90 Jahren gab es nur drei 10-Jahresperioden, wo unser Aktienmarkt eine negative Rendite aufwies (Quelle). Und selbst in diesen drei Ausnahmen lag die Rendite nur zwischen 0% bis -2.5%. In allen anderen Perioden wurden positive Renditen erzielt.
10 Jahre sollten ein guter Richtwert für das Beispiel mit der Festhypothek sein. Bei längeren Perioden sieht es entsprechend noch besser aus! 🙂
Lieber Gruss,
Eric
Hallo Eric!
Danke für diesen wertvollen Beitrag. Für mich stellen sich folgende Fragen; 1) bedeutet eine Verpfändung automatisch eine indirekte Amortisation?
2) Wenn ich indirekt amortisiere & weiterhin mein 3A Guthaben investiert lasse, ist es ja theoretisch möglich, dass ich am Ende der Laufzeit, also nach 15 Jahren im Minus sein könnte (unwarscheinlich, doch theoretisch möglich bei hoher Aktienquote im 3A Depot).
Wie siehst Du das?
3) Kannst Du ein Beispiel machen, wo sich eine Verpfändung bzw. indirekte Amortisation sich finanziell nicht lohnen würde?
Liebe Grüsse!
ps: empfehle fleissig Dein Know-how! 🙂
Hallo Dion,
1.) Verpfändung und indirekte Amortisation: Eine Verpfändung der Säule 3a führt nicht automatisch zu einer indirekten Amortisation. Bei einer Verpfändung dient das Vorsorgekapital als Sicherheit für die Bank, das Kapital bleibt jedoch in der Vorsorgeeinrichtung und wird nicht automatisch für die Tilgung der Hypothek verwendet. Indirekte Amortisation bedeutet, dass du weiterhin Beiträge in die Säule 3a leistest und diese erst am Ende der Laufzeit, meist zur Pensionierung, zur Tilgung der Hypothek nutzt.
2.) Risiko bei indirekter Amortisation mit Aktien: Es stimmt, dass bei einer indirekten Amortisation, bei der das 3a-Guthaben in Aktien angelegt bleibt, theoretisch ein Verlustrisiko besteht. Dies hängt stark von den Marktbedingungen ab. Langfristig bieten Aktien jedoch eine positive Rendite, und historisch gab es im schweizer Aktienmarkt keine 15 Jahres Periode mit einem Verlust. Eine Garantie für die Zukunft ist das aber nicht.
3.) Beispielhafte Situation, in der sich eine Verpfändung finanziell nicht lohnen könnte: Wenn die Hypothekarzinsen sehr stark steigen und die Aktienmarktrenditen über sehr lange Zeit sehr schlecht ausfallen.
Ich hoffe, diese Ergänzungen helfen dir weiter 🙂
Es gibt ein paar wenige Hypothekaranbieter, die sogar 100% Bruttobelehnung zulassen. Wenn man also genügend 3a Konto/Depot/Police (oder 3b Police) für die Verpfändung von 10% der Kaufsumme hat und die weiteren 10% durch eine Verpfändung der Pensionskasse sicherstellt, ist dies möglich. Oft ist bei einer so hohen Hypothek allerdings die Tragbarkeit ein Problem, da auch viel direkt/indirekt amortisiert werden muss und dies in die Berechnung einfliesst.
Die Grundaussage des Artikels ist also absolut richtig, es gibt Alternativen zum klassischen 80/20 Modell!