Dividendenrendite berechnen: Dividendenrechner Schweiz

Die Dividendenrendite zeigt, wie viel Dividende du im Verhältnis zum Aktienkurs bekommst: Dividende pro Aktie geteilt durch den Kurs, mal 100. Spannender ist die zweite Frage, nämlich wie viel davon in der Schweiz wirklich bei dir bleibt. Der Dividendenrechner rechnet beides, mit Verrechnungssteuer, ausländischer Quellensteuer und Einkommenssteuer.

Das Wichtigste in Kürze

  • Formel: Dividendenrendite = Dividende pro Aktie ÷ Aktienkurs × 100. CHF 3.20 Dividende bei CHF 80 Kurs sind 4 %.
  • Persönliche Dividendenrendite: gleiche Formel, aber mit deinem Kaufkurs statt dem heutigen Kurs.
  • Schweizer Aktien: 35 % Verrechnungssteuer werden abgezogen. Du bekommst sie mit der Steuererklärung zurück.
  • US-Aktien: 15 % US-Quellensteuer, bei Schweizer Banken in der Regel plus 15 % Rückbehalt, den du voll zurückbekommst. Die 15 % rechnet die Schweiz über das Formular DA-1 an, wenn deine nicht rückforderbaren ausländischen Quellensteuern im Jahr CHF 100 übersteigen.
  • Steuern: Dividenden sind in der Schweiz Einkommen. Private Kursgewinne sind steuerfrei, solange du nicht als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler giltst.

So rechnet der Dividendenrechner

Der Dividendenrechner hat drei Teile:

  • Dividendenrendite: die Rendite aus Dividende und Kurs, auf Wunsch auch auf deinen Kaufkurs.
  • Was bleibt netto? Was nach Verrechnungssteuer, ausländischer Quellensteuer, Anrechnung über das Formular DA-1 und Einkommenssteuer bei dir bleibt.
  • Dividenden-Schneeball: wie deine Dividenden mit einem Sparplan über die Jahre wachsen, wieder angelegt oder ausbezahlt.

Er rechnet mit den Schweizer Steuerregeln für direkt gehaltene Aktien im Privatvermögen. Die Zahlen bleiben in deinem Browser.

Dividendenrendite berechnen: Formel und Beispiel

Die Dividendenrendite ist die jährliche Dividende einer Aktie in Prozent ihres aktuellen Kurses:

Dividendenrendite = Dividende pro Aktie ÷ Aktienkurs × 100

Zahlt eine Firma CHF 3.20 Dividende pro Aktie und kostet die Aktie CHF 80, rechnest du 3.20 ÷ 80 × 100 = 4 %. Für CHF 10’000 in dieser Aktie bekommst du also rund CHF 400 Dividende im Jahr, vor Steuern.

Weil sich der Kurs täglich ändert, ändert sich auch die Dividendenrendite. Fällt der Kurs auf CHF 64, steigt sie bei gleicher Dividende auf 5 %. Meist rechnet man mit der zuletzt bezahlten Jahresdividende. Manche Finanzportale verwenden die erwartete Dividende. Achte deshalb beim Vergleichen darauf, welche Zahl gemeint ist.

Schweizer Firmen zahlen meist einmal im Jahr, US-Firmen oft vierteljährlich. Für die Dividendenrendite rechnest du immer mit der Jahresdividende. Bei USD 0.50 pro Quartal sind das USD 2.00 im Jahr.

Dividende pro Aktie berechnen

Kennst du die Dividendenrendite, rechnest du umgekehrt: Dividende pro Aktie = Aktienkurs × Dividendenrendite ÷ 100. Bei 4 % und einem Kurs von CHF 80 sind das CHF 3.20. Für deine gesamte Dividende multiplizierst du mit der Anzahl Aktien: 100 Aktien × CHF 3.20 = CHF 320.

Persönliche Dividendenrendite (Yield on Cost)

Die persönliche Dividendenrendite misst die Dividende an deinem Kaufkurs statt am heutigen Kurs. Englisch heisst sie «Yield on Cost»:

Persönliche Dividendenrendite = Dividende pro Aktie ÷ dein Kaufkurs × 100

Hast du die Aktie mit CHF 3.20 Dividende für CHF 64 gekauft, liegt deine persönliche Rendite bei 5 %, auch wenn die Aktie heute CHF 80 kostet und nur noch 4 % abwirft. Steigt die Dividende über die Jahre, wächst deine persönliche Rendite mit. Der Kurs spielt dafür keine Rolle.

Das bekannteste Beispiel ist Warren Buffett. Berkshire Hathaway hat bis 1994 über sieben Jahre Coca-Cola-Aktien für total 1.3 Milliarden Dollar gekauft. 1994 kamen 75 Millionen Dollar Dividende, 2022 waren es 704 Millionen Dollar. Das sind rund 54 % pro Jahr auf den ursprünglichen Kaufpreis (Aktionärsbrief 2022).

Für Entscheide taugt die persönliche Rendite aber nicht. Ob du eine Aktie heute noch kaufen oder halten würdest, entscheidet die Rendite auf den heutigen Kurs. Denn das ist, was du für neues Geld bekommst.

Was ist eine gute Dividendenrendite?

Eine allgemein gute Dividendenrendite gibt es nicht. Sinnvoll ist der Vergleich mit Firmen derselben Branche und mit der eigenen Geschichte der Firma. Eine Versicherung oder ein Versorger zahlt typischerweise mehr aus als eine schnell wachsende Technologiefirma, die ihre Gewinne lieber investiert.

Die Dividendenfalle

Eine besonders hohe Dividendenrendite kann ein Warnsignal sein. Oft ist sie nicht gestiegen, weil die Firma mehr zahlt, sondern weil der Kurs gefallen ist. Fällt eine Aktie von CHF 60 auf CHF 24 und bleibt die letzte Dividende bei CHF 2.40, springt die Rendite von 4 % auf 10 %. Häufig erwartet der Markt dann eine Kürzung. Kommt sie, sinken Dividende und Kurs zugleich.

Ausschüttungsquote prüfen

Ein guter Gegencheck ist die Ausschüttungsquote: Dividende pro Aktie ÷ Gewinn pro Aktie × 100. Verdient eine Firma CHF 5 pro Aktie und zahlt CHF 3.20 aus, schüttet sie 64 % ihres Gewinns aus. Liegt die Quote über Jahre über 100 %, bezahlt die Firma die Dividende aus der Substanz. Den Gewinn pro Aktie brauchst du auch für den KGV-Rechner.

Schweizer Aktien mit hohen Dividenden und ihre aktuellen Renditen findest du in der Übersicht Schweizer Aktien mit hoher Dividende, die Auszahlungstermine im Dividendenkalender.

Was von der Dividende bleibt

Die Dividendenrendite ist eine Bruttozahl. Auf deinem Konto landet weniger, und wie viel weniger, hängt vom Sitz der Firma ab. Im Rechner siehst du das unter «Was bleibt netto?» Schritt für Schritt.

Schweizer Aktien: 35 % Verrechnungssteuer

Bei Schweizer Aktien zieht die Firma 35 % Verrechnungssteuer ab. Von CHF 300 Dividende kommen also CHF 195 auf dein Konto. Die CHF 105 bekommst du zurück, wenn du die Dividende im Wertschriftenverzeichnis deiner Steuererklärung deklarierst. Bis dahin fehlt dir das Geld, ohne Zins. Wer nicht deklariert, verliert den Anspruch, und spätestens drei Jahre nach Ende des Jahres, in dem die Dividende fällig wurde, verfällt er ganz. Details findest du bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung.

Eine Ausnahme sind Ausschüttungen aus Kapitaleinlagereserven. Sie sind ohne Verrechnungssteuer und für Privatanleger einkommenssteuerfrei. Oft ist nur ein Teil einer Dividende so ausgeschüttet. Wie viel, steht in der Dividendenmitteilung. Mehr dazu im Beitrag über steuerfreie Dividenden.

US-Aktien: Quellensteuer und DA-1

Die USA ziehen auf Dividenden 15 % Quellensteuer ab, sofern das Doppelbesteuerungsabkommen greift. Schweizer Banken ziehen in der Regel zusätzlich 15 % als Steuerrückbehalt USA ab. Diesen Rückbehalt bekommst du mit der Steuererklärung vollständig zurück, ohne Mindestbetrag. Je nach Kanton läuft das über das Formular DA-1 oder ein eigenes Ergänzungsblatt. Beim ausländischen Broker brauchst du eine gültige Steuerdokumentation, das Formular W-8BEN. Ohne sie ziehen die USA 30 % ab.

Die 15 % US-Quellensteuer rechnet dir die Schweiz über das Formular DA-1 an deine Steuer an. Zwei Bedingungen gelten: Deine nicht rückforderbaren ausländischen Quellensteuern müssen im Jahr insgesamt CHF 100 übersteigen, und angerechnet wird höchstens so viel, wie du in der Schweiz auf diesen Dividenden an Steuern zahlst. Liegst du unter der Schwelle, kannst du die Nettobesteuerung verlangen. Dann deklarierst du nur die Dividende nach Abzug der US-Steuer. Die Regeln stehen im Merkblatt DA-M der ESTV.

Deutsche Aktien: 26.375 % Abzug

Deutschland zieht 26.375 % ab, also 25 % Kapitalertragsteuer plus Solidaritätszuschlag. 15 % davon rechnet die Schweiz über das Formular DA-1 an, mit derselben Schwelle von CHF 100 wie bei den USA. Die restlichen 11.375 % kannst du beim deutschen Bundeszentralamt für Steuern zurückfordern, elektronisch, innert vier Jahren und mit einer Steuerbescheinigung deiner Bank (Merkblatt R-D-M der ESTV). Der Rechner zählt sie nicht dazu.

Einkommenssteuer auf Dividenden

Dividenden sind in der Schweiz Einkommen und werden zu deinem übrigen Einkommen dazugezählt. Massgebend ist dein Grenzsteuersatz, also die Steuer auf deinen letzten Franken. Bei einem Grenzsteuersatz von 25 % bleiben dir von CHF 300 Dividende einer Schweizer Aktie CHF 225. Mehr Tipps im Beitrag Steuern sparen mit Aktien.

Was bleibt von CHF 1’000 Dividende?

So sieht der Weg im Vergleich aus, mit 25 % Grenzsteuersatz, Depot bei einer Schweizer Bank und Anrechnung über das Formular DA-1 in voller Höhe:

Sitz der FirmaAbzug an der QuelleZurück oder angerechnetEinkommenssteuerBleibt dir
SchweizCHF 350CHF 350CHF 250CHF 750
USACHF 300CHF 300CHF 250CHF 750
DeutschlandCHF 263.75CHF 150CHF 250CHF 636.25

Bei Deutschland kommen mit dem Antrag beim Bundeszentralamt für Steuern nochmals CHF 113.75 dazu. Liegen deine ausländischen Quellensteuern im Jahr unter der Schwelle von CHF 100, fällt die Anrechnung weg und es bleibt weniger. Mit deinen eigenen Zahlen rechnest du das oben im Rechner nach.

Eric, der Gründer von Schwiizerfranke, sagt es so: «Mein teuerster Finanzfehler war kein Investment. Es war eine Steuerberatung.» Wer die Steuerlogik selbst versteht, merkt, wenn ein Rat nicht passt. Rechne deine Dividenden darum einmal selbst durch.

Dividende oder Kursgewinn?

Eine Dividende ist kein Geschenk obendrauf. Am Ex-Tag, dem ersten Handelstag ohne Anspruch auf die Dividende, fällt der Kurs ungefähr um ihren Betrag. Eine Aktie für CHF 80 mit CHF 3.20 Dividende notiert danach rund bei CHF 76.80. Dein Vermögen bleibt gleich gross, nur steckt ein Teil jetzt im Anspruch auf die Dividende. Gutgeschrieben wird sie wenige Tage später am Zahltag, bei Schweizer Aktien nach Abzug der Verrechnungssteuer.

Für dein Vermögen zählt deshalb die Gesamtrendite aus Kursentwicklung und Dividende. Steuerlich hat die Schweiz dabei eine klare Logik: Dividenden sind Einkommen, private Kursgewinne sind steuerfrei, solange du nicht gewerbsmässig handelst. Bei gleicher Gesamtrendite bleibt dir mit weniger Ausschüttung also mehr. Achtung: Thesaurierende ETFs sind kein Ausweg, ihre Erträge versteuerst du trotzdem.

«Ein richtiger Tipp für die falsche Person ist ein falscher Tipp.»

Bei Dividenden gilt das besonders. Wer Vermögen aufbaut, hat von hohen Dividenden steuerlich wenig. Wer aus dem Depot leben will, schätzt einen planbaren Geldfluss vielleicht mehr als die letzte Steueroptimierung. Beide Seiten findest du in den Beiträgen zu den Vorteilen einer Dividendenstrategie und zu ihren Nachteilen.

Dividenden reinvestieren: der Schneeball

Legst du deine Dividenden wieder an, kaufen sie neue Aktien, die selbst Dividenden zahlen. Dieser Schneeball rollt langsam. Ein Beispiel aus dem Rechner: Du startest mit CHF 10’000 und sparst CHF 500 pro Monat. Die Dividendenrendite liegt bei 3 %, Dividende und Kurs wachsen je 3 % pro Jahr, dein Grenzsteuersatz beträgt 25 %.

Nach 20 Jahren hast du CHF 130’000 eingezahlt. Deine Aktien zahlen dann rund CHF 5’100 Dividende im Jahr nach Einkommenssteuer, also gut CHF 425 pro Monat. Wäre dieselbe Gesamtrendite ganz aus steuerfreien Kursgewinnen entstanden, wäre das Depot in diesem theoretischen Vergleich rund CHF 23’000 mehr wert.

Wie viel Kapital du für ein Einkommen aus Dividenden brauchst, zeigt der Beitrag zur Dividenden-Rente. Wie sich ein Sparplan ohne Dividendenfokus entwickelt, rechnest du mit dem ETF-Sparplan-Rechner nach.

Dividenden-ETFs und Fondsdomizil

Der Rechner gilt für direkt gehaltene Aktien. Bei ETFs zählen zwei Ebenen. Erstens zahlt der Fonds selbst Quellensteuern auf die Dividenden seiner Firmen. Ein irischer ETF mit US-Aktien zahlt zum Beispiel meist 15 % US-Quellensteuer, die im Fonds bleibt und die du nicht über die Steuererklärung zurückholst. Zweitens bestimmt der Sitz des Fonds, ob auf die Ausschüttung an dich nochmals eine Steuer anfällt. Schweizer Fonds ziehen 35 % Verrechnungssteuer ab, die du zurückbekommst. Mehr dazu im Beitrag ETF-Steuern in der Schweiz.

Häufige Fragen zur Dividendenrendite

Was ist die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite zeigt, wie viel Prozent des Aktienkurses eine Firma pro Jahr als Dividende ausschüttet. Sie ist eine Bruttozahl vor Steuern und ändert sich täglich mit dem Kurs.

Wie berechnet man die Dividendenrendite?

Teile die Dividende pro Aktie durch den aktuellen Aktienkurs und multipliziere mit 100. CHF 3.20 Dividende bei CHF 80 Kurs ergeben 4 %.

Was ist der Unterschied zwischen Dividende und Dividendenrendite?

Die Dividende ist der Betrag in Franken, den eine Firma pro Aktie ausschüttet. Die Dividendenrendite setzt diesen Betrag ins Verhältnis zum Aktienkurs und ist eine Prozentzahl.

Wie viel Dividende bekomme ich für CHF 10’000?

Bei 3 % Dividendenrendite sind es CHF 300 im Jahr vor Steuern. Bei Schweizer Aktien kommen zuerst CHF 195 aufs Konto, CHF 105 Verrechnungssteuer gibt es mit der Steuererklärung zurück. Nach 25 % Einkommenssteuer bleiben dir CHF 225.

Was ist eine gute Dividendenrendite?

Einen allgemeinen Richtwert gibt es nicht. Vergleiche mit Firmen derselben Branche und prüfe die Ausschüttungsquote. Eine sehr hohe Rendite entsteht oft durch einen gefallenen Kurs und kann ein Warnsignal sein.

Muss ich Dividenden versteuern?

Ja. Dividenden aus Aktien im Privatvermögen sind in der Schweiz Einkommen. Steuerfrei sind nur Ausschüttungen aus Kapitaleinlagereserven. Private Kursgewinne sind steuerfrei, solange du nicht als gewerbsmässiger Wertschriftenhändler giltst.

Wie bekomme ich die Verrechnungssteuer zurück?

Indem du die Dividende im Wertschriftenverzeichnis deiner Steuererklärung deklarierst. Die Verrechnungssteuer wird dann mit deinen Steuern verrechnet oder ausbezahlt.

Was ist die persönliche Dividendenrendite?

Die Dividende im Verhältnis zu deinem Kaufkurs statt zum heutigen Kurs. Ist der Kurs seit deinem Kauf gestiegen, ist sie höher als die aktuelle Dividendenrendite.

Wie oft wird die Dividende ausbezahlt?

Schweizer Firmen zahlen meist einmal im Jahr, US-Firmen oft vierteljährlich. Für die Dividendenrendite rechnest du immer mit der Jahresdividende, bei USD 0.50 pro Quartal also mit USD 2.00.

Was ist der Ex-Tag?

Der erste Handelstag, an dem die Aktie ohne Anspruch auf die nächste Dividende gehandelt wird. An diesem Tag fällt der Kurs ungefähr um den Betrag der Dividende.

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