72er Regel Rechner 72er Regel Herleitung 72er Regel Erklärung Rule of 72

72er-Regel: Rechner, Formel und wann sich dein Geld verdoppelt

Bei 6 % Rendite verdoppelt sich dein Geld alle 12 Jahre. Auf dem Sparkonto mit 0.5 % dauert die erste Verdoppelung 144 Jahre. Gleicher Betrag, gleiche Zeit, das Einzige, was sich unterscheidet, ist die Rendite.

Die 72er-Regel rechnet das im Kopf: 72 geteilt durch die Rendite in Prozent ergibt die Jahre bis zur Verdoppelung. Der Rechner unten zeigt dir die Treppe für deinen Betrag, danach siehst du, wie genau die Faustregel ist und wo sie umgekehrt funktioniert: bei Inflation und Schulden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die 72er-Regel? Einfache 72er-Regel Erklärung

Die 72er-Regel ist eine Faustformel für den Zinseszins. Sie beantwortet eine Frage, für die du sonst Logarithmen bräuchtest: Wie lange dauert es, bis sich ein Betrag bei einer bestimmten Rendite verdoppelt hat?

Die Antwort ist eine Division. 72 geteilt durch die jährliche Rendite in Prozent, fertig. Das Ergebnis sind Jahre.

72 ÷ erwartete Rendite = Anzahl Jahre bis zur Verdoppelung

Beispiel: Bei einer Rendite von 8 % dauert es rund 9 Jahre, bis sich dein Geld verdoppelt (72 geteilt durch 8 = 9). Bei 4 % sind es 18 Jahre, bei 2 % schon 36.

Die Zahl 72 ist kein Zufall. Sie lässt sich durch 2, 3, 4, 6, 8, 9 und 12 teilen, also durch fast alle Renditen, die im Alltag vorkommen. Deshalb funktioniert die Regel im Kopf, ohne Taschenrechner. Wer es genau will, nimmt den 72er-Regel Rechner oben, der zeigt die Faustregel und den exakten Wert nebeneinander.

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72er Regel Rechner

Trag im 72er-Regel Rechner oben einen Betrag und eine Rendite ein oder klick einen der Vorschläge. Er zeigt die Formel, den exakten Wert daneben und die Verdopplungs-Treppe über 40 Jahre, immer im Vergleich zum Sparkonto. Im zweiten Modus rechnest du umgekehrt: Wie viel Rendite brauchst du, um in 10 Jahren zu verdoppeln? Antwort: 7.2 %. Das schafft kein Sparkonto, ein Welt-ETF historisch schon, ohne Garantie.

Jahre bis zur Verdoppelung – Faustregel und exakter Wert
Rendite pro Jahr72er-RegelExakt
1 %72.0 Jahre69.7 Jahre
2 %36.0 Jahre35.0 Jahre
4 %18.0 Jahre17.7 Jahre
6 %12.0 Jahre11.9 Jahre
8 %9.0 Jahre9.0 Jahre
10 %7.2 Jahre7.3 Jahre
Jährliche Verzinsung, ohne Steuern, Gebühren und Schwankungen. Exakt: ln(2) ÷ ln(1 + Rendite). Bei 8 % trifft die Faustregel praktisch genau, darunter schätzt sie zu lang, darüber zu kurz.

Wie genau ist die 72er-Regel?

Die exakte Formel lautet ln(2) geteilt durch ln(1 + Rendite). Die 72 ist eine Näherung, die zwischen 4 und 10 % fast perfekt sitzt. Darunter schätzt sie etwas zu lang, darüber etwas zu kurz. Für Kopfrechnen ist sie gut genug, für einen Finanzplan nimmst du den exakten Wert.

Manche rechnen mit der 70er-Regel, vor allem bei tiefen Zinsen und Inflation, weil sich 70 durch 2 und 3.5 glatter teilen lässt. Für Renditen ab 5 % ist 72 die bessere Zahl. Bei 8 % treffen beide fast exakt, das ist der Sweet Spot der Faustregel.

72er-Regel umgekehrt: Inflation und Schulden

Die Regel gilt für alles, was mit festem Satz wächst. Auch für das, was gegen dich arbeitet.

Inflation: Bei 1 % Teuerung halbiert sich die Kaufkraft deines Geldes in 72 Jahren. Bei 2 % in 36, bei 3 % in 24. Wer CHF 50’000 auf dem Konto liegen lässt, hat in 24 Jahren bei 3 % noch die Kaufkraft von 25’000, ohne dass eine Zahl auf dem Auszug kleiner geworden wäre.

Konsumkredit: Bei 9 % Zins verdoppelt sich eine Schuld in 8 Jahren, wenn du nur die Zinsen bedienst. Das ist die 72er-Regel mit umgekehrtem Vorzeichen, und der Grund, warum teure Schulden vor jedem Investment weg müssen.

Wie du im Alltag mit der 72er-Regel einfacher Entscheidungen fällen kannst

Sagen wir, du überlegst dir, eine der folgenden zwei Investitionen zu tätigen:

  1. Investition 1 ist ein ETF auf den SPI mit 0.3% Gebühren pro Jahr. Vom SPI erwartest du 7% Rendite pro Jahr. Abzüglich der jährlichen Gebühr ergibt sich eine Nettorendite von 6.7% pro Jahr
  2. Investition 2 ist ein aktiver Fonds mit 1.0% Gebühren pro Jahr. Der Fonds hat den SPI als Benchmark und du erwartest daher ebenfalls 7% Rendite pro Jahr. Abzüglich der laufenden Gebühren ergibt sich eine Nettorendite von 6.0% pro Jahr.

 

Wann erreicht nun welches der obigen Investments eine Verdopplung?

Mit der Regel von 72 können wir berechnen, dass es knapp 11 Jahre dauern würde, bis sich Investition 1 verdoppelt (72 geteilt durch 6,7 = 10,7).
Beim Investment 2 dauert es 12 Jahre, bis sich Investition 2 verdoppelt (72 geteilt durch 6,0 = 12).

Wenn du also eine schnellere Rendite anstrebst, ist Investition 1 vielleicht die bessere Wahl für dich.

3 wichtige Tipps zur Umsetzung der 72er-Regel im Alltag

Drei Dinge, die aus der Faustformel eine Entscheidung machen:

  1. Rechne mit der Nettorendite. Gebühren gehen vor der 72er-Regel ab, nicht danach. Im Beispiel oben kostet der Unterschied von 0.7 % Gebühren rund 1.3 Jahre pro Verdoppelung. Über 36 Jahre sind das drei Verdoppelungen statt vier, also die Hälfte des Endvermögens.
  2. Lass den Zinseszins in Ruhe. Die Regel gilt nur, wenn Erträge reinvestiert werden. Ausgeschüttete Dividenden, die du verkonsumierst, brechen die Treppe.
  3. Denk in Verdoppelungen, nicht in Prozenten. «6 % statt 4 %» klingt nach wenig. «Alle 12 statt alle 18 Jahre» heisst: In 36 Jahren hast du das Achtfache statt das Vierfache. Das ist die Frage, die du dir beim Vergleich von Sparkonto, 3a und ETF stellen solltest.

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Fazit – Wann du die 72er-Regel anwenden kannst und welchen Nutzen sie hat

Die 72er-Regel ist keine Rechenhilfe, sie ist ein Argument. Sie zeigt, dass beim Vermögensaufbau die Rendite das Tempo bestimmt, nicht der Sparbetrag. Zwischen 0.5 % und 6 % liegen nicht 5.5 Prozentpunkte, sondern 132 Jahre.

Für Kopfrechnen reicht die 72, für den Plan nimmst du den exakten Wert aus dem Rechner. Und wenn du sehen willst, was regelmässiges Sparen aus der Treppe macht, geht es weiter im Zinseszinsrechner.

FAQ

Eine Faustformel für den Zinseszins: 72 geteilt durch die jährliche Rendite in Prozent ergibt die Jahre, bis sich ein Betrag verdoppelt. Bei 6 % sind das 12 Jahre.

Gleiche Idee, andere Zahl. 70 passt besser bei tiefen Sätzen und bei Inflation, 72 ab etwa 5 % Rendite, weil sie sich durch mehr Zahlen teilen lässt. Exakt ist keine von beiden.

Ja, umgekehrt. Bei 3 % Inflation halbiert sich die Kaufkraft deines Geldes in 24 Jahren, bei 2 % in 36 Jahren.

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