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Interactive Brokers Erfahrungen Schweiz – Was du als Schweizer wissen musst

Stand: Juni 2026

Interactive Brokers (IBKR) ist einer der günstigsten Broker weltweit – und wird von unserer Community regelmässig nachgefragt. Aber ist der US-Broker wirklich die beste Wahl für Schweizer Anleger? Oder fahren die meisten mit einem Schweizer Anbieter besser?

In diesem Erfahrungsbericht teste ich Interactive Brokers aus der Schweizer Perspektive. Du erfährst, wo IBKR punktet, wo es hakt – und für wen sich ein Schweizer Broker trotz höherer Gebühren lohnt.

📊 Interactive Brokers Schweiz – Das Wichtigste auf einen Blick
Gründung1977 (USA) – seit bald 50 Jahren am Markt
Vertragspartner (Schweiz)Interactive Brokers (U.K.) Limited, London
RegulierungFCA (UK), SEC/FINRA (USA) – nicht FINMA
EinlagensicherungSIPC bis $500'000 + Lloyd's bis $30 Mio./Konto – nicht CH-Einlagensicherung
DepotgebührenKeine
Handelsgebühren (SIX)Handelsgebühren (SIX) | 0.05% vom Handelswert, mind. CHF 1.50 (Tiered) bzw. CHF 5 (Festpreis)
Handelsgebühren (US-Börse)$0.005/Aktie, mind. $1, max. 1% (Festpreis)
WährungswechselInterbank-nah, ab $2 Kommission – extrem günstig
StempelsteuerKeine (Sitz im Ausland)
Fractional Shares✅ Ja (Bruchstücke von Aktien/ETFs kaufbar)
ETF-Sparplan✅ Recurring Investments (Geld vorher überweisen)
Schweizer Steuerauszug❌ Nicht verfügbar (Workaround: datalevel, ca. CHF 50/Jahr)
Deutschsprachiger SupportEingeschränkt
Für wen geeignet?Erfahrene, kostenbewusste Anleger
💡 Schwiizerfranke-Empfehlung: IBKR ist ein solider US-Broker mit top Konditionen. Für die meisten Schweizer Anleger bieten Schweizer Broker jedoch mehr Komfort – insbesondere bei Steuern und Support.

Inhaltsverzeichnis

Vorteile und Nachteile von Interactive Brokers (Schweiz)

Vorteile:

  • Extrem tiefe Handelsgebühren (ab CHF 1.50 pro Trade auf der SIX, ab $0.35 in den USA)
  • Keine Depotgebühren
  • Währungswechsel interbank-nah – um ein Vielfaches günstiger als bei den meisten Schweizer Brokern
  • Zugang zu über 170 Märkten weltweit, inklusive US-ETFs (VT, VOO)
  • Fractional Shares (Bruchstücke kaufbar)

Nachteile:

  • Kein Schweizer Steuerauszug – Steuererklärung deutlich aufwändiger
  • Nicht FINMA-reguliert, komplexe Regulierungsstruktur (FCA + SEC)
  • Plattform auf Englisch, Bedienung komplex
  • Im Todesfall aufwändiger Prozess für Erben (IRS-Formulare, englische Dokumente)
  • Deutschsprachiger Support eingeschränkt
  • Kein Schweizer Gerichtsstand (London)

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Interactive Brokers Gebühren Schweiz – Kosten im Detail

Bei den Gebühren zeigt sich, warum Interactive Brokers so beliebt ist. Die Konditionen gehören zu den tiefsten weltweit – insbesondere im Vergleich zu Schweizer Anbietern.

Depotgebühren und Grundkosten

IBKR verlangt keine Depotgebühren. Das ist ein Vorteil gegenüber einigen Schweizer Brokern wie Swissquote. Einige Schweizer Broker wie Saxo Bank, Yuh oder neon verzichten allerdings ebenfalls auf Depotgebühren – hier ist IBKR also nicht allein.

KostenartIBKRSchweizer Broker
DepotgebührenKeineSwissquote: ab CHF 20/Quartal, Saxo/Yuh/neon: keine
StempelsteuerKeine (Sitz Ausland)CHF 0.75 (CH-Titel) / CHF 1.50 (ausl. Titel) pro CHF 1’000
Zinsen auf CHF-Guthaben~0%Je nach Anbieter, teils vergleichbar
Zinsen auf USD-GuthabenVariabel, ca. 3–4% (Stand 02/2026, ab $10’000)Variiert

Die Stempelsteuer-Ersparnis bei IBKR klingt gut, ist aber kaum spürbar. Erst bei grossen und häufigen Transaktionen summiert sich der Unterschied.

Zum Thema USD-Zinsen: Die höheren Zinsen auf Dollar-Guthaben sind ein netter Bonus, wenn du ohnehin USD bei IBKR hast (z.B. aus Dividenden). Aber gezielt Franken in Dollar tauschen, nur für die Zinsen? Das bringt ein erhebliches Wechselkursrisiko mit sich und lohnt sich in den meisten Fällen nicht.

Handelsgebühren: Festpreis vs. gestaffelt

IBKR bietet zwei Gebührenmodelle an. Für die meisten Privatanleger eignet sich das Festpreismodell besser – es ist einfacher zu verstehen und bei normalen Transaktionsgrössen fair.

Festpreismodell (für die meisten Anleger geeignet):

BörseGebühr
Schweizer Börse (SIX)Schweizer Börse (SIX) | 0.05% vom Handelswert, mind. CHF 5 (Festpreis) bzw. CHF 1.50 (Tiered, zzgl. Börsengebühren)
US-Börse (NYSE, NASDAQ)$0.005 pro Aktie, mind. $1, max. 1%
Europäische Börsen0.05% vom Handelswert, mind. €3

Gestaffeltes Modell (Tiered): Kann bei kleineren Orders unter CHF 5’000 günstiger sein – die Mindestgebühr liegt bei nur CHF 1.50, dazu kommen aber Börsen- und Clearinggebühren (total ca. CHF 3–4 bei einem CHF 1’000-Trade). Für Anleger, die regelmässig kleinere Beträge investieren, lohnt sich ein Blick auf dieses Modell. Wechseln kannst du jederzeit in den Kontoeinstellungen.

Währungswechselgebühren – der grosse IBKR-Vorteil

Hier spielt IBKR einen seiner grössten Trümpfe aus. Der Währungswechsel bei IBKR ist interbank-nah mit einer sehr tiefen, transparenten Kommission (Grundgebühr ab $2) – statt dem grossen Wechselkurs-Aufschlag, den viele Schweizer Broker verlangen.

Konkreter Vergleich bei einem Wechsel von CHF in USD:

🔄 Währungswechsel CHF → USD: Was kostet es wirklich?
Betrag IBKR (~$2 fix) Saxo Bank (0.25%) Swissquote (~0.95%)
CHF 500 ~CHF 2.– ~CHF 1.25 ~CHF 4.75
CHF 1'000 ~CHF 2.– ~CHF 2.50 ~CHF 9.50
CHF 2'000 ~CHF 2.– ~CHF 5.– ~CHF 19.–
CHF 10'000 ~CHF 2.– ~CHF 25.– ~CHF 95.–
IBKR: Interbank-Kurs mit transparenter Kommission (ab $2). Saxo: 0.25% Aufschlag. Swissquote: ~0.95% Aufschlag. Stand: Februar 2026. Beträge gerundet. Bei unter CHF 800 ist Saxo günstiger als IBKR.

Das Muster ist klar: Bei kleinen Beträgen unter CHF 800 ist Saxo Bank sogar günstiger als IBKR, weil die Fixgebühr von $2 bei Saxo erst ab diesem Betrag übertroffen wird. Aber je grösser der Betrag, desto deutlicher der Unterschied zugunsten von IBKR. Wer regelmässig CHF 2’000 oder mehr in USD wechselt, spart mit IBKR über die Jahre einiges.

Trotzdem: Saxo Bank mit 0.25% ist deutlich fairer als viele andere Schweizer Broker. Swissquote mit fast 1% Spread ist spürbar teurer – auch wenn klassische Hausbanken mit oft 2–3% Aufschlag nochmals in einer ganz anderen Liga spielen.

Gebührenvergleich: IBKR vs. Saxo Bank vs. Swissquote

Um dir die Entscheidung leichter zu machen, hier ein konkreter Vergleich anhand typischer Transaktionen:

💰 Gebührenvergleich: IBKR vs. Saxo Bank vs. Swissquote
Interactive Brokers Saxo Bank Swissquote
Depotgebühren CHF 0 CHF 0 Ab CHF 20/Quartal
CH-Trade (CHF 2'000) ~CHF 3–5* CHF 3.– CHF 10.–
US-Trade (CHF 2'000) ~CHF 1–2 ~CHF 1.60 CHF 10.–
Stempelsteuer Keine Im Promillebereich Im Promillebereich
Währungswechsel (CHF→USD) Interbank-nah (ab $2) 0.25% ~0.95%
Schweizer Steuerauszug ❌ (ca. CHF 50 via datalevel) ✅ Kostenlos ✅ Gegen Gebühr
ETF-Sparplan ✅ Recurring Investments ✅ Gratis (100+ ETFs) ✅ (ETF Leaders ab CHF 3)
Fractional Shares
Support auf Deutsch Eingeschränkt ✅ Ja ✅ Ja
FINMA-reguliert ❌ Nein ✅ Ja ✅ Ja
Stand: Juni 2026. IBKR CH-Trade: CHF 3–4 (Tiered, inkl. Nebenkosten) bzw. CHF 5 (Festpreis). US-Trade: $0.005/Aktie, mind. $1 (Festpreis) bzw. ab $0.35 (Tiered). Saxo: Classic-Modell, 0.08% mind. CHF 3 (CH) bzw. USD 1 (US). Swissquote: betragsgestaffelt in CHF, CHF 10 in der Stufe 1'000.01–2'000. Alle Broker im Detail: Online-Broker Vergleich Schweiz

Alle Schweizer Broker im Detail findest du in unserem Online-Broker Vergleich Schweiz.

Fractional Shares – auch Bruchstücke kaufen

Bei IBKR kannst du Bruchstücke von Aktien und ETFs kaufen (sogenannte Fractional Shares). Statt eine ganze Aktie von Berkshire Hathaway zu kaufen, investierst du einfach einen fixen Betrag – zum Beispiel CHF 100 in den S&P 500.

 IBKRSaxo BankSwissquote
Fractional Shares✅ Ja, für Aktien und ETFs❌ Nein❌ Nein
MindestanlageAb $1Ganzer AnteilGanzer Anteil
EigentumBeneficial Owner (anteilige Dividenden)
SchutzSIPC + Lloyd’s

IBKR kauft ganze Aktien am Markt und teilt sie intern auf die Kunden auf. Du bist «Beneficial Owner» (wirtschaftlicher Eigentümer) deiner Bruchstücke – inklusive anteiliger Dividenden. Bei Schweizer Brokern ist dieses Feature bisher kaum verfügbar.

ETF-Sparplan bei IBKR (Recurring Investments)

«Kann ich bei IBKR einen automatischen Sparplan einrichten?» – eine der häufigsten Fragen aus der Community. Die Antwort: Ja, aber mit Einschränkungen.

 IBKRSaxo BankSwissquote
Automatischer Sparplan✅ Recurring Investments✅ Sparplan✅ Sparplan
IntervallWöchentlich / 2-wöchentlich / monatlichWöchentlich / monatlichMonatlich
Kosten pro Ausführung~CHF 1.50Kostenlos (100+ ETFs)Ab CHF 3
Geld auf KontoPer Dauerauftrag vorher überweisenPer Dauerauftrag vorher überweisenPer Dauerauftrag vorher überweisen
SpracheEnglischDeutschDeutsch
Fractional Shares✅ Voller Betrag investiert❌ Nur ganze Anteile❌ Nur ganze Anteile

IBKR bietet mit Recurring Investments automatische, wiederkehrende Käufe an. Dank Fractional Shares wird immer der volle Betrag investiert. Die Bedienung ist allerdings auf Englisch und komplexer als bei Schweizer Anbietern.

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Interactive Brokers Steuern Schweiz – Der grösste Unterschied zu Schweizer Brokern

Und jetzt kommen wir zum Punkt, der für viele Schweizer Anleger das grösste Argument gegen IBKR ist: die Steuererklärung.

IBKR liefert keinen Schweizer Steuerauszug

Steuer-AufgabeSchweizer BrokerIBKR
E-Steuerauszug✅ Import in Steuersoftware, fertig in Sekunden❌ Nicht verfügbar (Workaround: datalevel, ca. CHF 50)
Wertschriftenverzeichnis✅ AutomatischManuell aus Aktivitätsbericht übertragen
Dividenden & Quellensteuern✅ AutomatischManuell aus Aktivitätsbericht abschreiben
Bewertungen nachschlagen✅ AutomatischManuell via ICTax (ictax.admin.ch)
DA-1 (US-Quellensteuer)Teilweise vorausgefülltManuell ausfüllen

Schweizer Broker wie Saxo Bank oder Swissquote erstellen dir einen E-Steuerauszug, den du direkt in deine kantonale Steuersoftware importieren kannst. Du importierst die Datei, klickst auf «Übernehmen», und in wenigen Sekunden sind sämtliche Transaktionen korrekt in deiner Steuererklärung. Kein Abtippen, kein Nachschlagen, kein Fehlerrisiko.

Bei IBKR? Fehlanzeige. Du musst die relevanten Daten aus dem Aktivitätsbericht manuell in deine Steuererklärung übertragen.

Workaround: datalevel E-Steuerauszug

Seit 2025 bietet das Schweizer Unternehmen datalevel einen E-Steuerauszug für IBKR-Konten an. Du verknüpfst dein IBKR-Konto mit datalevel (nur Lesezugriff auf Berichte), und sie generieren einen Standard-E-Steuerauszug, den du in deine kantonale Software importieren kannst.

Kosten: ca. CHF 50 pro Steuerauszug (Stand 2026).

Das ist eine brauchbare Lösung – aber bei einem Schweizer Broker bekommst du diesen Service gratis oder für deutlich weniger. Und der Extra-Aufwand bleibt: Du musst trotzdem ein Konto bei datalevel erstellen und die Verknüpfung einrichten.

Quellensteuer auf US-Dividenden

Wenn du US-ETFs oder US-Aktien hältst, behält IBKR 15% US-Quellensteuer direkt ein.

IBKR Schweizer Broker
US-Quellensteuer 15% (via W-8BEN) 15% (via W-8BEN)
Rückforderung Formular DA-1 DA-1 + R-US 164

Bei beiden Varianten werden 15% US-Quellensteuer einbehalten (dank W-8BEN-Formular, das IBKR automatisch hinterlegt). Den Unterschied merkst du bei der Rückforderung: Bei IBKR reichst du nur das DA-1-Formular ein. Bei einem Schweizer Broker kommt zusätzlich das R-US 164 dazu – etwas mehr Papierkram, aber beides machbar.

US-ETFs und Erbschaftssteuer – ein Thema?

Einer der Hauptgründe, warum Schweizer Anleger zu IBKR wechseln, ist der Zugang zu US-domizilierten ETFs wie VT, VOO oder VXUS. Diese sind günstiger (tiefere TER) und steuerlich effizienter als ihre europäischen Pendants. Bei Schweizer Brokern kannst du diese US-ETFs zwar teilweise auch kaufen, aber IBKR macht es besonders einfach.

Allerdings taucht dabei oft eine Sorge auf: US-Erbschaftssteuer. Wer US-domizilierte Wertpapiere hält und stirbt, unterliegt theoretisch der US-Nachlasssteuer von bis zu 40% auf alles über $60’000.

Die gute Nachricht: Dank dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und den USA von 1951 werden Schweizer Anleger anteilig wie US-Bürger behandelt. Der Freibetrag liegt seit dem «Big Beautiful Bill» (2025) bei rund $15 Millionen – anteilig berechnet nach dem Verhältnis deiner US-Assets zu deinem Gesamtvermögen. Für die allermeisten Anleger fällt daher keine US-Erbschaftssteuer an.

Aber Achtung – keine Steuer heisst nicht kein Aufwand: Auch wenn keine Steuer geschuldet ist, müssen deine Erben bei US-Vermögenswerten über $60’000 den Nachweis gegenüber dem IRS erbringen. Das bedeutet Formulare auf Englisch, beglaubigte und übersetzte Dokumente, und Kommunikation mit einer US-Behörde. Wer schon mal mit dem IRS zu tun hatte, weiss: Das ist kein Spaziergang – erst recht nicht für Angehörige, die gerade einen Trauerfall verarbeiten und möglicherweise kein Englisch sprechen. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Wer das Thema komplett umgehen will, kann auch bei IBKR einfach europäisch-domizilierte ETFs kaufen (z.B. VWRL statt VT, CSPX statt VOO). Diese ETFs haben ihr Domizil in Irland und sind von der US-Erbschaftssteuer nicht betroffen. Du erkennst sie daran, dass die ISIN mit «IE» beginnt statt mit «US».

Was passiert im Todesfall mit dem IBKR-Konto?

Ein Punkt, den kaum ein IBKR-Review anspricht – der aber gerade bei einem ausländischen Broker wichtig ist: Was passiert, wenn du stirbst?

Bei einem Schweizer Broker wie Saxo Bank oder Swissquote läuft alles über Schweizer Recht. Deine Erben kontaktieren die Bank, legen den Erbschein vor, und die Sache wird innert weniger Wochen abgewickelt. Alles auf Deutsch, alles unter FINMA-Aufsicht.

Bei IBKR ist der Prozess deutlich aufwändiger – und das solltest du nicht unterschätzen. IBKR friert das Konto sofort ein, sobald der Todesfall gemeldet wird. Danach hängt der Aufwand von der Höhe deiner US-Vermögenswerte ab:

US-Assets im DepotWas deine Erben tun müssenAufwand
Unter $60’000Einfaches Schreiben an IBKRGering
$60’000 – ~$15 MioIRS-Formular 706-NA (+ ggf. 8833), beglaubigte Übersetzungen, VermögensaufstellungHoch
Über ~$15 MioVollständige US-Nachlasssteuererklärung, Transfer Certificate abwarten (6–18 Monate)Sehr hoch

Die meisten Anleger fallen in die mittlere Kategorie. Das bedeutet konkret: Deine Erben müssen das IRS-Formular 706-NA ausfüllen (und je nach Situation zusätzlich 8833) und beim IRS einreichen. Dazu braucht es beglaubigte und ins Englische übersetzte Todesurkunde und Erbschein, eine Vermögensaufstellung aller US-Assets zum Todestag und den Nachweis, dass dank dem Doppelbesteuerungsabkommen keine Steuer anfällt. Kopien dieser Formulare gehen dann an IBKR. Erst danach werden die Assets freigegeben.

Sei ehrlich zu dir selbst: Das sind IRS-Formulare auf Englisch, Kommunikation mit einer US-Behörde, beglaubigte Übersetzungen – und das alles in einer Situation, in der deine Angehörigen gerade einen Verlust verarbeiten. Wer schon mal mit US-Behörden zu tun hatte, weiss: Fehlerhafte oder unvollständige Unterlagen werden zurückgewiesen, was den Prozess um weitere Monate verlängern kann. Für Erben ohne Englischkenntnisse oder Erfahrung mit internationalen Behörden kann ein spezialisierter Steuerberater nötig werden – mit entsprechenden Kosten.

Was du jetzt tun solltest:

  • Dokumentiere dein IBKR-Konto in deinem Vorsorgeordner (Kontonummer, Zugangsdaten, Kontaktdaten von IBKR)
  • Besprich mit deinen Angehörigen, dass ein ausländisches Brokerkonto existiert und was im Ernstfall zu tun ist
  • Überlege dir ehrlich: Kann dein Partner / deine Partnerin diesen Prozess durchstehen? Falls nein, sind irisch-domizilierte ETFs (ISIN beginnt mit «IE») die stressfreiere Alternative – oder ein Schweizer Broker

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Ist Interactive Brokers sicher? Sicherheit & Einlagensicherung

Die Sicherheit ist bei IBKR solide – aber anders aufgebaut als bei einem Schweizer Broker. Das solltest du verstehen, bevor du ein Konto eröffnest.

Regulierung

 IBKRSchweizer Broker
Aufsicht KundenbeziehungFCA (UK)FINMA (Schweiz)
Aufsicht VerwahrungSEC / FINRA (USA)FINMA (Schweiz)
GerichtsstandLondonSchweiz
Sprache im ErnstfallEnglischDeutsch

Interactive Brokers ist weltweit reguliert – unter anderem durch die SEC und FINRA (USA) sowie die FCA (UK). Was IBKR allerdings nicht hat: eine FINMA-Regulierung.

Für Schweizer Kunden läuft das Konto über Interactive Brokers (U.K.) Limited (FCA-reguliert). Deine Wertpapiere werden bei IB LLC in den USA verwahrt (SEC/FINRA + SIPC-Schutz). Das macht die Regulierung komplexer als bei einem Schweizer Broker, wo alles unter FINMA und Schweizer Recht läuft.

Einlagensicherung im Vergleich

Hier wird es etwas komplex, aber es ist wichtig:

🔒 Sicherheit & Einlagensicherung im Vergleich
Interactive Brokers Schweizer Broker (Saxo / SQ)
Aufsichtsbehörde FCA (UK), SEC/FINRA (USA) FINMA (Schweiz)
Sitz / Vertragspartner London (UK) Schweiz
Einlagensicherung Cash SIPC: bis $250'000 esisuisse: bis CHF 100'000
Schutz Wertpapiere SIPC: bis $500'000 total Sondervermögen (kein Limit)
Zusatzversicherung Lloyd's: +$30 Mio./Konto (Cash: $900K). Aggregate: $150 Mio. Keine (nicht nötig)
Eigenkapital der Firma >$20.5 Mrd. (Feb. 2026) SQ: ~CHF 2 Mrd.
Börsennotiert ✅ NASDAQ (S&P 500) SQ: ✅ SIX / Saxo: ❌
SIPC-Hinweis SIPC schützt primär für den Fall, dass im Konkursfall Wertpapiere fehlen – nicht gegen Kursverluste.
Gerichtsstand London / New York Schweiz
Quellen: IBKR Fact Sheet (Feb. 2026), IBKR Client Protection Page. Bei CH-Banken sind Wertpapiere Sondervermögen und werden im Konkursfall ausgesondert.

Bei Schweizer Banken sind Wertpapiere Sondervermögen und fallen nicht unter die Einlagensicherung – sie gehören dir und werden im Konkursfall ausgesondert.

Wichtig: Deine Wertpapiere (Aktien, ETFs) sind bei IBKR getrennt vom Firmenvermögen verwahrt. Selbst bei einer Insolvenz von IBKR gehören sie dir. Der SIPC-Schutz greift vor allem dann, wenn Wertpapiere im Insolvenzfall fehlen sollten – nicht bei Kursverlusten.

Die Finanzkraft von IBKR ist beeindruckend: Mit über $20.5 Milliarden Eigenkapital und einer konservativen Anlagestrategie (hauptsächlich kurzfristige Staatsanleihen) ist das Insolvenzrisiko äusserst gering. IBKR hat bereits mehrere Finanzkrisen überstanden.

Meine ehrliche Einschätzung: Die Absicherung bei IBKR ist hoch – in manchen Aspekten sogar höher als bei Schweizer Brokern. Trotzdem fühlen sich viele Schweizer mit einer FINMA-regulierten Bank schlicht wohler. Das ist nachvollziehbar und ein legitimer Grund, einen Schweizer Anbieter zu wählen.

Der Öl-Crash 2020 – was ist damals passiert?

Kein Erfahrungsbericht wäre ehrlich, ohne dieses Thema anzusprechen: Am 20. April 2020 fiel der Preis für US-Rohöl-Futures erstmals in der Geschichte unter null – auf -$37.63 pro Barrel. IBKRs Handelssystem war nicht für negative Preise programmiert. Kunden sahen falsche Preise, kauften in der Annahme ein Schnäppchen zu machen – und erlitten massive Verluste.

IBKR zahlte daraufhin freiwillig mehr als $102 Millionen an betroffene Kunden aus. Die US-Aufsichtsbehörde CFTC verhängte zusätzlich eine Busse von $1.75 Millionen, weil IBKR die Software trotz Vorwarnung nicht rechtzeitig angepasst hatte.

Wichtig: Das Problem betraf ausschliesslich Rohöl-Futures-Trader – nicht ETF- oder Aktienanleger. IBKR übernahm die Verantwortung proaktiv und verkraftete die Summe finanziell problemlos. Trotzdem zeigt es: Auch der grösste und technisch fortschrittlichste Broker ist nicht fehlerfrei – und «günstig» heisst nicht automatisch «sorgenfrei».

Interactive Brokers Plattform & App im Test

Interactive Brokers bietet gleich fünf verschiedene Plattformen an – und genau das ist Teil des Problems. Als Einsteiger stehst du vor der Frage: Client Portal, IBKR Desktop, Mobile App, GlobalTrader oder Trader Workstation? Welche brauchst du? Welche kannst du ignorieren?

PlattformFür wen?Mein Eindruck
Client Portal (Web)Passive Anleger, ETF-KäuferAm einfachsten zu bedienen
IBKR DesktopAnleger, die mehr Analyse wollenModernere Oberfläche als TWS
IBKR Mobile AppUnterwegs handeln + 2FAFunktional, nicht besonders hübsch
IBKR GlobalTraderVereinfachte App für EinsteigerOK für den Einstieg
Trader Workstation (TWS)Erfahrene Trader, technische AnalyseMächtig, aber komplex

Für die meisten Schweizer Anleger, die ETFs kaufen und halten wollen, reicht das Client Portal völlig aus. Die Trader Workstation ist eher etwas für aktive Trader, die technische Analyse betreiben.

ibkr benutzeroberfläche test

Ehrliche Einschätzung: Die Vielfalt an Plattformen klingt nach einem Vorteil – ist in der Praxis aber eher verwirrend. Dazu kommt: Auch innerhalb der Plattformen gibt es viele Optionen, die Einsteiger überfordern können. Verschiedene Gebührenmodelle (Festpreis vs. gestaffelt), Order-Typen, Kontoarten – IBKR ist eine Profi-Plattform, die sich auch so anfühlt. Im Vergleich dazu ist die Bedienung bei Schweizer Anbietern deutlich intuitiver: eine App, alles auf Deutsch, weniger Entscheidungen nötig.

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Für wen eignet sich Interactive Brokers in der Schweiz?

Das ist wahrscheinlich die wichtigste Frage in diesem Artikel. Hier meine ehrliche Einschätzung:

✅ IBKR ist ideal für dich, wenn du...

  • Regelmässig grössere Beträge investierst (ab CHF 5'000+)
  • Zugang zu US-ETFs wie VT, VOO oder VXUS willst
  • Dich mit englischen Plattformen wohlfühlst
  • Die Steuererklärung selbst erledigst oder datalevel nutzt
  • Optionen, Futures oder Forex handeln willst
  • Den tiefstmöglichen Preis pro Trade suchst

🇨🇭 Ein CH-Broker passt besser, wenn du...

  • Eine saubere Benutzererfahrung auf Deutsch willst
  • Steuern in Sekunden statt Stunden erledigen willst
  • Support brauchst, den du auf Deutsch anrufen kannst
  • Schweizer Einlagensicherung und FINMA-Regulierung willst
  • Einfach 2–3 ETFs pro Jahr kaufen und ruhig schlafen willst
  • Deine Zeit lieber anders nutzt als mit Broker-Komplexität
👉 Vergleiche alle Broker anhand deiner Situation: Online-Broker Vergleich Schweiz

Feedback aus unserer Community zeigt: Die meisten Schwiizerfranke-Leser wollen einfach, sicher und komfortabel investieren. Die Gebührenersparnis bei IBKR ist real – aber für die Mehrheit wiegen Steuerkomfort, guter Support und eine intuitive Bedienung schwerer als ein paar Franken pro Trade. Deshalb sind Schweizer Broker wie Saxo Bank oder Swissquote für die meisten die bessere Wahl.

Die besten Interactive Brokers Alternativen in der Schweiz

Wenn du nach dem Lesen dieses Artikels denkst «IBKR ist spannend, aber ich will lieber einen Schweizer Anbieter» – dann sind das meine drei Empfehlungen:

1. Saxo Bank Schweiz

Die Saxo Bank ist in meinen Augen die beste Schweizer IBKR-Alternative. Sie kombiniert vergleichsweise tiefe Gebühren mit dem Komfort eines FINMA-regulierten Brokers: kostenloser E-Steuerauszug, Zugang zu dutzenden Börsen weltweit, kostenlose ETF-Sparpläne für ausgewählte ETFs und eine moderne Plattform auf Deutsch. Der Währungswechsel ist teurer als bei IBKR, aber deutlich günstiger als bei den meisten anderen Schweizer Anbietern. Wer die Gebührenvorteile von IBKR schätzt, aber nicht auf Schweizer Infrastruktur verzichten will, ist hier richtig.

2. Swissquote

Swissquote ist der bekannteste Online-Broker der Schweiz – und als Vollbank bietet er mehr als nur ein Depot. Bankkonto, Kreditkarten, Krypto-Handel und Trading laufen hier unter einem Dach. Die Handelsgebühren und der Währungswechsel sind höher als bei Saxo oder IBKR, dafür bekommst du ein Gesamtpaket mit langjähriger Erfahrung und FINMA-Regulierung. Für Anleger, die alles an einem Ort wollen und bereit sind, dafür etwas mehr zu zahlen.

3. True Wealth oder finpension Invest (für Hands-off-Anleger)

Wer gar nicht selbst handeln will, ist mit einem digitalen Vermögensverwalter besser bedient. True Wealth und finpension Invest stellen dir auf Basis deines Risikoprofils ein diversifiziertes Portfolio zusammen und kümmern sich um Rebalancing, Steuern und alles Weitere. Dafür zahlst du eine jährliche Verwaltungsgebühr – aber du musst dich um nichts kümmern. Ein komplett anderer Ansatz als IBKR, aber für viele genau das Richtige. Mehr dazu in unserem Robo-Advisor Vergleich Schweiz.

Alle Anbieter im direkten Vergleich findest du in unserem Online-Broker Vergleich Schweiz.

Was ist Interactive Brokers? – Hintergrund & Fakten

Interactive Brokers – oft auch IBKR oder einfach IB genannt – ist ein US-amerikanisches Brokerage-Unternehmen mit Hauptsitz in Greenwich, Connecticut. Gegründet wurde es 1977 von Thomas Peterffy, der das Unternehmen bis heute als Chairman führt.

Ein paar Zahlen, die zeigen, wie gross IBKR mittlerweile ist (Quelle: IBKR Fact Sheet, Stand Februar 2026):

  • Über 4.5 Millionen Kundenkonten weltweit
  • Mehr als $814 Milliarden Kundenvermögen («Client Equity»)
  • Zugang zu über 170 Märkten weltweit
  • Über 3’180 Mitarbeitende
  • Börsenkotiert an der NASDAQ (Ticker: IBKR) und im S&P 500 gelistet
  • Eigenkapital von über $20.5 Milliarden

IBKR hat sich insbesondere durch extrem tiefe Gebühren und ein riesiges Angebot einen Namen gemacht. Vom einfachen ETF-Kauf bis hin zu Optionen, Futures und Forex – bei IBKR findest du praktisch alles.

Wichtig für Schweizer Anleger: IBKR ist kein Schweizer Unternehmen und untersteht nicht der FINMA. Dein Vertragspartner als Schweizer Kunde ist Interactive Brokers (U.K.) Limited mit Sitz in London. Das hat Konsequenzen für Einlagensicherung, Steuern und Support – dazu gleich mehr.

Interactive Brokers Konto eröffnen in der Schweiz

UK oder US Website – was wähle ich?

Gleich zu Beginn meines Tests stolperte ich über die erste Hürde. Beim Aufrufen von interactivebrokers.com erscheint ein Pop-up: «Which IBKR website is best for you?» – mit den Optionen «Go to UK website» oder «Stay on US website».
Am besten erst einmal die Sprache anpassen:

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Die Antwort für Schweizer Kunden: Immer die UK-Website wählen (interactivebrokers.co.uk). Als Nicht-EU-Land werden Schweizer über die IBKR UK-Entity bedient. Das hat sogar Vorteile:

  • SIPC-Schutz über die US-Muttergesellschaft (bis $500’000)
  • Zugang zu US-ETFs wie VT, VOO oder VXUS – viele Schweizer nutzen IBKR genau dafür. Ob ein konkreter ETF verfügbar ist, siehst du direkt in der Produktsuche im Client Portal – regulatorische Einschränkungen können sich ändern.
  • CH-IBAN für CHF-Überweisungen

EU-Kunden landen dagegen bei der irischen oder ungarischen Entity – mit weniger Schutz und ohne Zugang zu US-ETFs. Als Schweizer hast du hier also tatsächlich einen Vorteil.

Kontoeröffnung Schritt für Schritt

Die Kontoeröffnung bei Interactive Brokers dauert circa 15–20 Minuten. Der Prozess ist nicht schwierig, aber deutlich umfangreicher als bei einem Schweizer Neobroker oder einer Schweizer Bank.

Die einzelnen Schritte sind grundsätzlich das Übliche: Persönliche Angaben, Ausweis, Finanzprofil, Kontotyp wählen, Verifizierung. Was bei IBKR dazukommt: Detaillierte Fragen zur Vermögensquelle, Trading-Erfahrung und zum Arbeitgeber – das ist bei einem international regulierten Broker Standard, fühlt sich aber deutlich umfangreicher an als bei Schweizer Anbietern.

Was mir im Test aufgefallen ist

Am 17. Januar 2026 habe ich den gesamten Onboarding-Prozess selbst durchgespielt. Dabei bin ich auf ein paar Eigenheiten gestossen, die du als Schweizer kennen solltest.

Sprachwechsel löscht Eingaben: Das Formular startet auf Englisch. Du kannst zwar auf Deutsch wechseln – aber Achtung: Bei meinem Test hat der Sprachwechsel mitten im Formular sämtliche bisherigen Eingaben gelöscht. Mein Tipp: Wechsle gleich zu Beginn auf Deutsch. Spätestens wenn nach deiner «OASI Number» gefragt wird, bist du froh – auf Deutsch steht da einfach «AHV-Nummer»

AHV-Nummer bereithalten: Die AHV-Nummer wird direkt im Formular abgefragt. Die wenigsten haben sie auswendig – halte deinen AHV-Ausweis bereit.

Keine Umlaute: Das System akzeptiert keine Sonderzeichen. Wohnst du in Zürich, musst du «Zurich» eingeben. Nicht tragisch, aber ungewohnt.

Führerschein als Ausweis: Wählst du den Schweizer Führerschein als ID, verlangt das System ein Ablaufdatum. Mein Führerschein hat keins – ich habe kurzerhand ein Datum erfunden, und es ging durch. Wer auf Nummer sicher gehen will, nimmt den Reisepass oder die ID-Karte.

Einkommen in GBP: Die Einkommensfelder zeigen standardmässig Britische Pfund an, nicht Schweizer Franken. 

Optionshandel vorausgewählt: Bei den Handelsprodukten war der Optionenhandel bei mir standardmässig aktiviert. Das ist ein komplexes Instrument mit hohem Risiko – als Anfänger solltest du das deaktivieren.

27 Rechtsdokumente auf Englisch: Vor dem Abschluss musst du bestätigen, dass du 27 Dokumente gelesen hast – vom Client Agreement (über 6’000 Wörter) bis zur Trading Risk Disclosure (knapp 5’000 Wörter). Alle auf Englisch, da dein Vertragspartner die Interactive Brokers (U.K.) Limited in London ist. Zum Vergleich: Bei Schweizer Brokern sind es typischerweise 2–3 Dokumente auf Deutsch.

Upselling vor Kontogenehmigung: Noch bevor dein Konto genehmigt ist, bietet dir IBKR kostenpflichtige Marktdaten-Abos und ein Wertpapierleihe-Programm (Stock Yield Enhancement Program) an – von Wertpapierleihe rate ich eher ab. Ausserdem wirst du aufgefordert, bereits Geld einzuzahlen – mit dem Hinweis, dass «mit Guthaben ausgestattete Anträge zuerst bearbeitet» werden. Bei Schweizer Brokern zahlst du normalerweise erst ein, wenn das Konto steht.

Die Identitätsverifikation per Smartphone (Ausweis scannen + Selfie) lief dagegen schnell und unkompliziert.

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Depot zu Interactive Brokers übertragen

Falls du bereits ein Depot bei einem Schweizer Broker hast, kannst du deine Wertpapiere zu IBKR übertragen. Der Übertrag erfolgt über ein sogenanntes ACATS- oder FOP-Transfer-Formular.

Was du wissen musst:

  • IBKR selbst verlangt keine Gebühren für eingehende Depotüberträge
  • Dein bisheriger Broker verlangt jedoch oft happige Gebühren – häufig CHF 50–100 pro Position
  • Der Übertrag dauert in der Regel 5–15 Arbeitstage
  • Während des Übertrags kannst du die betroffenen Positionen nicht handeln

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Fazit: Meine Interactive Brokers Erfahrungen Schweiz

Interactive Brokers ist ein beeindruckender Broker. Die Gebühren sind extrem tief, das Angebot ist riesig, die Sicherheit ist hoch, und das Unternehmen existiert seit bald 50 Jahren. Für erfahrene Anleger, die Kosten minimieren und Zugang zu globalen Märkten haben wollen, ist IBKR schwer zu schlagen.

Aber – und das ist mein ehrliches Fazit – für die meisten Schweizer Anleger ist ein Schweizer Broker die bessere Wahl. Der Grund ist nicht nur der Preis. Es geht um das Gesamtpaket: Eine saubere App auf Deutsch, Steuern in Sekunden erledigt statt in Stunden, Support den du anrufen kannst, Schweizer Einlagensicherung und ein Gerichtsstand, der nicht London oder New York heisst.

Konkret: Wenn du ein paar Mal pro Jahr einen ETF kaufst und CHF 5–15 mehr Gebühren zahlst, bekommst du dafür einen Broker, der sich um die komplexen Dinge kümmert – damit du es nicht musst. Das ist ein fairer Trade-off, nicht nur für Einsteiger, sondern für alle, die ihre Zeit lieber anders nutzen.

Mein Rat: Vergleiche und entscheide selbst. In unserem Online-Broker Vergleich Schweiz findest du alle relevanten Anbieter – inklusive Gebührenrechner und persönliche Erfahrungsberichte.

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FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Interactive Brokers Schweiz

Nein. IBKR erstellt keinen Schweizer Steuerauszug und keinen E-Steuerauszug, den du in die kantonale Steuersoftware importieren könntest. Du musst die Daten aus dem Aktivitätsbericht manuell übertragen. Seit 2025 bietet das Schweizer Unternehmen datalevel einen E-Steuerauszug für IBKR-Konten an – kostet aber ca. CHF 50 pro Jahr. Schweizer Broker wie Saxo Bank liefern den E-Steuerauszug gratis – Import dauert dort Sekunden.

Interactive Brokers ist kein klassisches Bankinstitut, sondern ein Brokerage-Unternehmen. IBKR arbeitet mit verschiedenen Depotbanken zusammen, darunter Bank of New York, J.P. Morgan, State Street Bank und weitere. Dein Vertragspartner als Schweizer Kunde ist Interactive Brokers (U.K.) Limited mit Sitz in London.

Ja, du kannst IBKR problemlos in der Schweiz nutzen. Schweizer Kunden werden über die UK-Entity (Interactive Brokers U.K. Limited) bedient und haben Zugang zu 170+ Märkten weltweit, inklusive der Schweizer Börse SIX.

Ja, IBKR ist einer der grössten und ältesten Online-Broker weltweit. Das Unternehmen existiert seit 1977, ist an der NASDAQ börsennotiert und im S&P 500 gelistet. Mit über $20.5 Milliarden Eigenkapital und mehr als 4.5 Millionen Kundenkonten ist IBKR finanziell äusserst stabil.

Nein. IBKR wird nicht von der FINMA reguliert. Schweizer Kunden haben ihr Konto bei IB UK (FCA-reguliert), die Wertpapiere werden bei IB LLC in den USA verwahrt (SEC/FINRA). Es greifen also britische und US-amerikanische Regeln – nicht die Schweizer Einlagensicherung (esisuisse), sondern der SIPC-Schutz.

IBKR verlangt keine Depotgebühren. Handelsgebühren an der Schweizer Börse (SIX) betragen im Festpreismodell 0.05% vom Handelswert, mindestens CHF 1.50 pro Trade. An US-Börsen zahlst du $0.005 pro Aktie (mind. $1, max. 1% vom Handelswert). Der Währungswechsel ist interbank-nah mit sehr tiefer Kommission (ab $2) – um ein Vielfaches günstiger als bei Schweizer Brokern. Stempelsteuern fallen bei IBKR nicht an, machen bei einem Schweizer Broker allerdings auch nur wenige Franken pro CHF 1’000 aus.

Als Schweizer Kunde wirst du automatisch der UK-Entity zugeordnet. Falls du bei der Website-Auswahl «UK website» oder «US website» gefragt wirst, wähle immer UK (interactivebrokers.co.uk). Die UK-Entity bietet dir SIPC-Schutz, Zugang zu US-ETFs und eine CH-IBAN für CHF-Überweisungen.

Nicht direkt von IBKR. Seit 2025 bietet das Schweizer Unternehmen datalevel jedoch einen E-Steuerauszug für IBKR-Konten an. Du verknüpfst dein IBKR-Konto (nur Lesezugriff), und datalevel generiert einen standardisierten E-Steuerauszug für deine kantonale Steuersoftware. Kosten: ca. CHF 50 pro Auszug.

Für die allermeisten Schweizer Anleger: Nein. Dank dem Doppelbesteuerungsabkommen CH-USA von 1951 und dem «Big Beautiful Bill» (2025) liegt der Freibetrag bei rund $15 Millionen (anteilig berechnet). Aber: Auch ohne Steuerpflicht müssen deine Erben bei US-Assets über $60’000 IRS-Formulare einreichen – auf Englisch, mit beglaubigten Dokumenten. Das ist ein realer Aufwand. Wer das komplett vermeiden will: Irisch-domizilierte ETFs kaufen (VWRL, CSPX – ISIN beginnt mit «IE»).

IBKR friert das Konto sofort ein. Bei US-Assets unter $60’000 genügt ein einfaches Schreiben der Erben. Darüber wird es aufwändiger: IRS-Formular 706-NA (ggf. weitere Formulare), beglaubigte Übersetzungen, Vermögensaufstellung zum Todestag – alles auf Englisch. Für Erben ohne Englischkenntnisse kann ein spezialisierter Berater nötig werden. Unbedingt IBKR-Konto im Vorsorgeordner dokumentieren und mit Angehörigen besprechen.

Ja, IBKR bietet «Recurring Investments» an. Du kannst automatisch wöchentlich oder monatlich ETFs kaufen lassen. Allerdings musst du das Geld vorher selbst auf dein IBKR-Konto überweisen. Für einen vollautomatischen Sparplan auf Deutsch empfehlen wir Saxo Bank.

Ja, Depotüberträge zu IBKR sind möglich und bei IBKR kostenlos. Dein bisheriger Broker verlangt aber oft CHF 50–100 pro Position. Der Transfer dauert circa 5–15 Arbeitstage. Unser Tipp: Starte lieber mit frischem Geld bei IBKR und übertrage später.

Im April 2020 konnte IBKRs System keine negativen Ölpreise anzeigen, was zu Kundenverlusten führte. IBKR zahlte freiwillig mehr als $102 Millionen an betroffene Kunden aus. Die CFTC ordnete davon $82.57 Millionen als Restitution an (bereits bezahlt) und verhängte eine Busse von $1.75 Millionen. Das Problem betraf ausschliesslich Futures-Trader, nicht ETF- oder Aktienanleger. IBKR hatte zu keinem Zeitpunkt ein Liquiditätsproblem.

Finanzautor Eric Marschall zertifizierter Vermögensberater (IAF) unabhängiger Finanzexperte Schweiz - certified financial expert switzerland
Über den Autor

Eric ist Gründer von Schwiizerfranke.com und zertifizierter IAF-Vermögensberater. Seit 2019 hilft er Schweizerinnen und Schweizern, ihre Finanzen verständlich, unabhängig und effizient zu regeln.

📌 Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und stellt keine individuelle Anlageberatung dar.

2 Antworten
  1. I have extensive experience with both Swissquote and IBKR, having used them for many years. The only advantage I see with Swissquote is access to Swiss-regulated mutual funds (those with an ISIN starting with «CH»). IBKR does not currently offer these. However, this might be for the best, as the performance of these assets is generally lackluster, even when factoring in CHF appreciation.

    Otherwise, IBKR is far superior on all fronts, including support. Swissquote’s customer service is a joke, especially considering the exorbitant amounts they charge in commissions, spreads, and custody fees. They have let me down on numerous occasions. I’ve even experienced opaque pricing where they retroactively charged huge fees, giving investors no way to foresee those costs beforehand. Ironically, their defense against complaints about poor service is, «But we are cheaper than others!»—presumably referring to UBS and similar traditional banks.

    As for their trading platform, it belongs in the Stone Age. It has hardly changed in the past 15 years; apparently, they thought it was already perfect!

    My conclusion is that Swiss brokers simply aren’t worth the cost. The potential inheritance issues with IBKR are a valid concern, but I reckon those barriers are manageable. When millions are on the line, professional advice can easily be hired if necessary. The money saved from just one year of avoiding Swissquote’s fees will easily pay for it. If you doubt this, just try exchanging 100K CHF into USD on both platforms and see the difference for yourself! 🙂

    P.S. I am definitely not a day trader and keep most assets in just a few mutual funds.

  2. Endlich sagt es mal jemand!
    Die ganzen Rappenspalter da draussen freuen sich einen ab, wie billig IBKR und Co sind. Und wie viele Cents sie damit sparen und Minuten früher in Frührente gehen können. NUR, dass Gelder in den USA sind (aktuell mehr als deutlich, wie riskant das ist) und wie hoch der Aufwand ist, wird in anderen Testberichten unterschlagen.
    Ich wollte selbst einmal Kunde werden und habe dann im Onboarding das Handtuch geworfen. All die Daten in die USA? Und dann noch der fix schon im Onboarding eingebaute Pitch für «passives Einkommen» (Wertpapierleihe) und Upsells für Marktdaten (gibts bei CH-Brokern meist inkludiert) … was mich wunderte: Bei den Themen herrscht dann aber plötzlich nur noch wenig Transparenz, was die Daten kosten und welche Risiken (Wertpapierleihe) das bedeutet. Der Kunde soll einfach schnell live sein und am besten Geld einzahlen, noch bevor das Konto eröffnet ist. Wird das Konto nicht akzeptiert, dann Gute Nacht!

    Mein Grossvater meinte schon: Wer billig kauf, kauft doppelt. Wer CHF 30 pro Stunde verdient, sollte sich wohl doch fragen, warum eine Kostenersparnis von bspw CHF 100 pro Jahr all die Stunden für die Steuern, die komplexe Plattformbedienung UND noch zusätzliche Risiken (USA) wert sind.
    Manchmal glaube ich, dass viele beim Thema Gebührensparen den Blick fürs grosse Ganze verlieren. Aber jedem das seine. Kommentar Ende 🙂 Danke für diine Zeit, die in diesen Bericht geflossen ist.

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