Renditerechner Schweiz: Rendite berechnen, annualisieren und richtig einordnen

Aus CHF 10’000 wurden in fünf Jahren CHF 15’000. Das sind 50 % Rendite. Pro Jahr sind es aber nicht 10 %, sondern 8.4 %. Wer das verwechselt, überschätzt jede Anlage, die er je gemacht hat.

Mit dem Renditerechner unten kannst du deine Rendite berechnen: gesamt, pro Jahr und nach Inflation. Danach siehst du, was eine gute Rendite ist, ob 10 % pro Jahr realistisch sind und wo dich die Prozentzahl in die Irre führt.

Rendite berechnen – Das Wichtigste auf einen Blick
Gesamtrendite(Endwert − Anfangswert) ÷ Anfangswert
Pro JahrAnnualisiert (CAGR): (Endwert ÷ Anfangswert)^(1 ÷ Jahre) − 1
RealNominale Rendite minus Inflation, genau: (1 + nominal) ÷ (1 + Inflation) − 1
Schweizer Aktien6.8 % pro Jahr seit 1900, real 4.6 % (Pictet, Februar 2026)
Schweizer Obligationen3.9 % pro Jahr seit 1900, real 1.8 %
Achtung10 % pro Jahr über 20 Jahre hat kein Schweizer Portfolio geschafft, weltweit nur in Ausnahmejahrzehnten
💡 Schwiizerfranke-Einschätzung: Rechne mit 5 bis 7 % pro Jahr für Aktien-ETFs, nach Kosten und vor Inflation. Alles darüber ist ein gutes Jahr, kein Plan.

Inhaltsverzeichnis

Rendite berechnen: die Formel

Die Gesamtrendite ist der einfache Teil: Was du am Ende hast, minus was du eingesetzt hast, geteilt durch den Einsatz.

Rendite = (Endwert − Anfangswert) ÷ Anfangswert × 100

Beispiel: CHF 10’000 investiert, heute CHF 15’000 wert. (15’000 − 10’000) ÷ 10’000 = 0.5, also 50 %. Diese Zahl sagt dir, wie viel du verdient hast. Sie sagt dir nicht, wie gut die Anlage war. Dafür fehlt die Zeit.

Annualisierte Rendite: warum 50 % in 5 Jahren nicht 10 % pro Jahr sind

50 % in fünf Jahren geteilt durch fünf ergibt 10 %. So rechnen die meisten, und so ist es falsch. Denn im zweiten Jahr arbeitet nicht mehr nur der Einsatz, sondern auch der Gewinn des ersten Jahres. Die annualisierte Rendite, englisch CAGR, berücksichtigt das:

Rendite pro Jahr = (Endwert ÷ Anfangswert)^(1 ÷ Jahre) − 1

Im Beispiel: (15’000 ÷ 10’000)^(1 ÷ 5) − 1 = 8.4 %. Nicht 10. Der Unterschied wächst mit der Zeit: 100 % in zehn Jahren sind nicht 10 % pro Jahr, sondern 7.2 %. 300 % in zwanzig Jahren sind 7.2 %, nicht 15.

Die annualisierte Rendite ist die einzige Zahl, mit der du zwei Anlagen vergleichen kannst, die unterschiedlich lange gelaufen sind. Und sie ist die Zahl, die Fonds, ETFs und Pensionskassen ausweisen. Wenn jemand von «50 % Rendite» spricht, frag nach der Zeit.

Rendite mit Ein- und Auszahlungen

Die einfache Formel setzt voraus, dass du einmal einzahlst und nie mehr anfasst. Bei einem Sparplan oder einem Depot mit Entnahmen stimmt sie nicht mehr: Wer CHF 10’000 einzahlt, später CHF 5’000 nachschiesst und am Ende CHF 18’000 hat, hat nicht 80 % Rendite gemacht. Der zweite Betrag hat weniger lang gearbeitet.

Dafür gibt es zwei Methoden. Die geldgewichtete Rendite (interner Zinsfuss) rechnet mit dem Zeitpunkt jeder Zahlung und zeigt, was dein Geld tatsächlich verdient hat. Die zeitgewichtete Rendite ignoriert deine Zahlungen und zeigt, wie gut die Anlage selbst war. Fonds weisen die zweite aus, du erlebst die erste. Der Rechner oben nimmt eine Näherung, die in den meisten Fällen nahe an der geldgewichteten liegt: Ein- und Auszahlungen gelten als gleichmässig über die Laufzeit verteilt.

Nominal oder real: Rendite nach Inflation

6.8 % pro Jahr haben Schweizer Aktien seit 1900 gebracht. Davon hat die Inflation rund 2 Prozentpunkte gefressen, real bleiben 4.6 %. Bei Obligationen bleiben von 3.9 % noch 1.8 %. Bei einem Sparkonto mit 0.5 % und 1 % Inflation ist die reale Rendite negativ: Du verlierst jedes Jahr Kaufkraft, während der Kontostand steigt.

Die genaue Formel: (1 + nominale Rendite) ÷ (1 + Inflation) − 1. Für Kopfrechnen reicht nominal minus Inflation. Der Rechner oben zeigt beides, die Inflation kannst du anpassen. Für die Schweiz sind 1 % ein vernünftiger Standardwert, langfristig waren es 2.

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Was ist eine gute Rendite? Sind 10 % pro Jahr realistisch?

Gut ist eine Rendite, die über dem liegt, was die Anlageklasse langfristig geschafft hat, nach Kosten. Das sind die belegten Zahlen:

AnlageNominal pro JahrReal pro JahrZeitraum, Quelle
Sparkonto Schweiz0.25 bis 1 %negativ bis null2026, Zinstabelle Schwiizerfranke
Schweizer Obligationen3.9 %1.8 %1900 bis 2025, Pictet
60/40-Portfolio Schweiz6.0 %1900 bis 2025, Pictet
Schweizer Aktien6.8 %4.6 %1900 bis 2025, Pictet
Welt-Aktien (MSCI World)rund 7 % in USDseit 1970, MSCI; in Franken tiefer

Sind 10 % pro Jahr realistisch? In einzelnen Jahren ja, 2025 brachten Schweizer Aktien 17.8 %. Über zwanzig Jahre hat es kein Schweizer Portfolio geschafft. Weltweit gab es Ausnahmen, die USA von 1980 bis 2000 zum Beispiel, aber auf eine Ausnahme plant niemand. Wer mit 10 % plant, plant mit dem besten Fall. Wer mit 5 bis 7 % plant, plant mit der Geschichte.

Sind 20 % pro Jahr realistisch? Nein, nicht über mehr als ein paar Jahre. Einzelne Aktien, Krypto oder ein glücklicher Einstieg 2009 können das kurz liefern. Als Erwartung für einen Plan ist es eine Wette, keine Rendite.

Und die andere Seite: Das schlechteste Aktienjahr seit 1900 war 2008 mit minus 34 %. Die durchschnittliche Schwankung liegt bei rund 20 % pro Jahr. Wer aber seit 1909 mindestens 14 Jahre in Schweizer Aktien blieb, hat nie Geld verloren. Die 6.8 % gibt es nur mit der Zeit dazwischen.

Rendite pro Monat: die Umrechnung und die Warnung

«5 % pro Monat» klingt nach 60 % im Jahr. Verzinst sind es 79.6 %, weil jeder Monat auf dem vorigen aufbaut. Die Umrechnung: (1 + Monatsrendite)^12 − 1. Der Rechner oben hat dafür einen eigenen Modus.

Und jetzt die Einordnung: Schon 1 % pro Monat sind 12.7 % pro Jahr, mehr als Schweizer Aktien in 125 Jahren im Schnitt geschafft haben. Wer dir 5, 10 oder 20 % pro Monat verspricht, verspricht 80 bis 790 % pro Jahr. Das schafft keine seriöse Anlage, in keinem Land, in keiner Anlageklasse. Solche Angebote sind Verkaufsgespräche oder Betrug. Meistens beides.

Rendite berechnen: Gesamtrendite, annualisierte Rendite und reale Rendite im Vergleich

Gebühren: was 1 % im Jahr kostet

Gebühren gehen vor der Rendite ab, jedes Jahr, mit Zinseszins. Bei 6 % Bruttorendite und 1 % Gebühren bleiben 5 %. Nach 20 Jahren hast du rund 17 % weniger Endkapital als ohne Gebühren, nach 30 Jahren rund 25 %. Deshalb sind die Kosten die einzige Renditekomponente, die du sicher beeinflussen kannst. Was ein ETF im Vergleich zu einem aktiven Fonds kostet, siehst du im ETF-Guide.

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Fazit

Rendite ist eine Zahl mit drei Fussnoten: über welche Zeit, nach welchen Kosten, vor oder nach Inflation. Ohne die drei ist jede Prozentzahl wertlos, und die meisten Prozentzahlen, die dir begegnen, kommen ohne.

Rechne deine eigenen Anlagen einmal annualisiert und real durch. Das Ergebnis ist meistens kleiner als gedacht und ehrlicher als alles, was ein Prospekt verspricht. Und wenn du sehen willst, was regelmässiges Sparen mit 6 % über 20 Jahre macht, geht es weiter im Sparrechner.

Quellen:
Pictet Wealth Management, Die langfristige Performance von Schweizer Aktien und Obligationen 1900 bis 2025 (Februar 2026)
MSCI World Kursentwicklung und annualisierte Rendite seit 1970 (Stand Mai 2026)
Schwiizerfranke, Sparkonto-Zinsvergleich (2026)

FAQ

Kursgewinn plus Dividenden, geteilt durch den Kaufpreis. Bei Kauf zu CHF 100, Verkauf zu CHF 120 und CHF 3 Dividende: (120 − 100 + 3) ÷ 100 = 23 %. Für die Rendite pro Jahr teilst du nicht durch die Jahre, sondern nimmst die annualisierte Formel.

Zins ist fest vereinbart und wird gezahlt. Rendite ist das Ergebnis am Schluss, aus Kursveränderung und Ausschüttungen, und kann negativ sein.

5 bis 7 % pro Jahr nominal über lange Zeiträume, nach Kosten und vor Inflation. Schweizer Aktien haben seit 1900 im Schnitt 6.8 % gebracht, mit Schwankungen von minus 34 bis plus 60 % in einzelnen Jahren.

Die durchschnittliche Rendite pro Jahr unter Berücksichtigung des Zinseszinses. 50 % in fünf Jahren sind annualisiert 8.4 %, nicht 10.

Nicht als dauerhafte Erwartung. Einzelne Jahre schaffen das, zwanzig Jahre am Stück hat es kein breit gestreutes Schweizer Portfolio geschafft, weltweit nur in seltenen Ausnahmejahrzehnten.