Umwandlungssatz einfach erklärt

Umwandlungssatz erklärt – so wird die BVG-Rente berechnet

Der Umwandlungssatz bestimmt, wie hoch die Rente aus der Pensionskasse ist. Damit wird berechnet, wie viel Geld du nach der Pensionierung jedes Jahr aus deinem angesparten Kapital erhältst.

Das Thema wird oft kompliziert dargestellt und während die Details tatsächlich relativ komplex sind, musst du nur einige grundsätzliche Details kennen, um das Prinzip zu verstehen. Folgend wird daher der Umwandlungssatz einfach erklärt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Umwandlungssatz einfach erklärt?

Der Umwandlungssatz ist ein Prozentsatz, der bestimmt, wie viel Prozent von deinem in der Pensionskasse (2. Säule) angesparten Kapital du jährlich als Rente ausbezahlt erhältst.

Umwandlungssatz erklärt 1

Die 2. Säule besteht aus einem obligatorischen und einem überobligatorischen Guthaben.

Dem Obligatorium sind sämtliche Arbeitnehmenden mit einem Lohn zwischen CHF 22'680 und CHF 90'720 unterstellt (Stand 2026). Für Lohnteile darunter und darüber bieten Vorsorgeeinrichtungen zusätzliche Vorsorgelösungen an, für welche sie die Bedingungen freier festlegen können.

Für den obligatorischen Teil der Pensionskasse wird der Umwandlungssatz vom Bund festgelegt und ist für alle Einrichtungen gleich. Hat dein Arbeitgeber auch eine überobligatorische Versicherung abgeschlossen, kann dafür ein anderer Satz gelten.

Gilt der gleiche Satz sowohl im Obligatorium als auch im Überobligatorium, spricht man von einem umhüllenden Umwandlungssatz. Ist dies nicht der Fall, ist der Umwandlungssatz gesplittet.

Der sogenannte Mindestumwandlungssatz für die obligatorische Rente beträgt 6.8%. Eine BVG-Reform hätte ihn auf 6% gesenkt. Das Stimmvolk hat diese Reform im September 2024 abgelehnt, der Satz bleibt deshalb bei 6.8%.

Beispielrechnung Umwandlungssatz

Mit dem Umwandlungssatz von 6.8% erhältst du pro CHF 100’000 von deinem Altersguthaben jährlich CHF 6’800 Rente ausbezahlt. Bei einem Sparkapital von CHF 1’000’000 ergibt das dementsprechend CHF 68’000 pro Jahr oder rund CHF 5’667 pro Monat.

Bei einem umhüllenden Satz kann der Umwandlungssatz sogar unter dem Mindestumwandlungssatz liegen, sofern die gesetzliche Mindestrente aus dem Obligatorium nicht unterschritten wird.

Wenn deine Pensionskasse einen gesplitteten Umwandlungssatz anwendet, wird das Altersguthaben geteilt.

Nehmen wir an, das angesparte Kapital besteht zu 80% aus obligatorischem und zu 20% aus überobligatorischem Guthaben. Der Umwandlungssatz beträgt für das Obligatorium 6.8%, im Überobligatorium sind es dagegen 6%. Die Rechnung würde dann so aussehen:

  • CHF 800’000 * 6.8% = CHF 54’400
  • CHF 200’000 * 6% = CHF 12’000

Gesamthaft erhältst du somit CHF 66’400 pro Jahr oder rund CHF 5’533 pro Monat.

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Wer legt den Umwandlungssatz fest?

Der Bund legt den Umwandlungssatz im Bundesgesetz über die berufliche Alters-, Hinterlassenen und Invalidenvorsorge (BVG) für die obligatorische Pensionskasse fest. Dieser wird insbesondere aufgrund der allgemeinen Lebenserwartung und der erwarteten Rendite definiert.

Für das Überobligatorium kann jede Pensionskasse ihren eigenen Satz festlegen. 

Übrigens: Das alles kann schnell kompliziert werden. Selbst einige Politiker können den Umwandlungssatz nicht erklären, obwohl sie darüber debattieren. Glaubst du nicht, dann sieh dir dieses Fintool-Video an.

Kann sich der Umwandlungssatz ändern?

Ja, der Umwandlungssatz kann mit einer Gesetzesrevision angepasst werden. Der letzte Anlauf dazu ist 2024 an der Urne gescheitert.

Änderungen werden hauptsächlich aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung diskutiert. Während man 1948 davon ausging, dass 65-jährige Männer durchschnittlich noch 12 und 65-jährige Frauen durchschnittlich noch 13 Jahre leben werden, geht man heute von rund 20 und 22 Jahren aus. Damit muss das angesparte Kapital also deutlich länger reichen, weshalb eine Senkung des Umwandlungssatzes immer wieder diskutiert wird.

Ebenfalls relevant sind Hinterlassenenrenten, wenn die versicherte Person verstirbt. Auch diese müssen vom angesparten Kapital bezahlt werden können.

Ein weiterer Faktor ist der technische Zinssatz. Dies ist eine rechnerische Grösse, welche die erwartete Rendite abbildet. Sind die künftigen Erträge am Finanzmarkt gering, kann ein hoher Umwandlungssatz je nachdem nicht mehr garantiert werden.

Ist der Umwandlungssatz bei allen Pensionskassen gleich?

Der Mindestumwandlungssatz ist für alle Pensionskassen gleich. Das heisst, dass dein Altersguthaben im Obligatorium immer mit 6.8% umgewandelt wird.

Für das Überobligatorium kann der Umwandlungssatz bei jeder Vorsorgeeinrichtung unterschiedlich ausfallen.

Welche PK hat den höchsten Umwandlungssatz?

Welche Pensionskasse den höchsten Umwandlungssatz bietet, ändert sich von Jahr zu Jahr. Aktuelle Werte findest du im Vergleich von Pensionskassenvergleich.ch. Achte dabei auf den gesamthaften Umwandlungssatz, also Obligatorium und Überobligatorium zusammen.

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Fazit - Umwandlungssatz erklärt

Der Umwandlungssatz ist ein Prozentsatz, mit welchem berechnet wird, wie hoch deine jährliche Rente aus der 2. Säule ist. Der gesetzliche Mindestumwandlungssatz liegt bei 6.8%. Bei einem Altersguthaben von CHF 1’000’000 erhältst du damit eine jährliche BVG-Rente von CHF 68’000.

Der Satz basiert insbesondere auf der durchschnittlichen Lebenserwartung und der erwarteten Rendite. Weil die Lebenserwartung steigt, wird eine Senkung politisch immer wieder diskutiert. Die letzte Vorlage dazu hat das Stimmvolk 2024 abgelehnt.

Für das überobligatorische Guthaben sind die Pensionskassen frei und können einen anderen Satz bestimmen.

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