MWST-Rechner Schweiz 2026 + aktuelle Mehrwertsteuersätze

In der Schweiz gelten seit dem 1. Januar 2024 drei Mehrwertsteuersätze: 8.1 % Normalsatz für die meisten Waren und Dienstleistungen, 2.6 % reduzierter Satz für Lebensmittel, Bücher und Medikamente, 3.8 % Sondersatz für Übernachtungen. Mit dem Rechner unten rechnest du Netto in Brutto oder umgekehrt, in Sekunden.

Mehrwertsteuersätze Schweiz 2026: Welcher Satz gilt wofür?

Massgebend ist die Art der Leistung, nicht die Branche. Ein Restaurant kann also mit zwei Sätzen abrechnen, je nachdem, ob du vor Ort isst oder mitnimmst.

SatzGilt fürBeispiele
8.1 %
Normalsatz
Alle Waren und Dienstleistungen, die nicht unter einen tieferen Satz fallenRestaurant (Essen vor Ort), alkoholische Getränke, Kleider, Elektronik, Autos, Handwerker, Coiffeur, Handy-Abo, Software
2.6 %
Reduzierter Satz
Güter des täglichen BedarfsLebensmittel und alkoholfreie Getränke, Take-away, Medikamente, Bücher und Zeitungen (auch E-Books), Pflanzen und Schnittblumen, Tierfutter, Leitungswasser, Monatshygieneprodukte (seit 2025)
3.8 %
Sondersatz
Übernachtungen inkl. FrühstückHotel, Ferienwohnung, B&B, Jugendherberge

Ganz ohne MWST sind zum Beispiel Wohnungsmiete, Arzt- und Spitalleistungen, Schulen und Kurse, Versicherungen sowie Kredite und Zahlungsverkehr.

Häufige Grenzfälle

  • Restaurant oder Take-away: Isst du vor Ort, gilt 8.1 %. Nimmst du das gleiche Menü mit, gilt 2.6 %. Bei einem Preis von CHF 20 steckt einmal CHF 1.50 MWST drin, einmal CHF 0.51.
  • Getränke: Alkoholfreie Getränke im Laden 2.6 %, Alkohol immer 8.1 %. Im Restaurant gilt für alles 8.1 %.
  • Hotel: Übernachtung mit Frühstück 3.8 %. Abendessen, Minibar und Spa laufen zu 8.1 %.
  • Bücher: Gedruckt und als E-Book 2.6 %. Der Kindle selbst 8.1 %.
  • Gesundheit: Medikamente 2.6 %, der Arztbesuch ohne MWST, Kosmetik 8.1 %.

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MWST berechnen: Formeln für die Schweiz

Alle Beispiele mit dem Normalsatz von 8.1 % und einem Betrag von CHF 100. Für die anderen Sätze ersetzt du 8.1 durch 2.6 oder 3.8.

Netto zu Brutto (MWST aufschlagen)

Brutto = Netto × 1.081

Beispiel: CHF 100 × 1.081 = CHF 108.10. Darin stecken CHF 8.10 MWST.

Brutto zu Netto (MWST abziehen)

Netto = Brutto ÷ 1.081

Beispiel: CHF 100 ÷ 1.081 = CHF 92.51.

MWST aus einem Bruttobetrag herausrechnen

MWST = Brutto × 8.1 ÷ 108.1

Beispiel: CHF 100 × 8.1 ÷ 108.1 = CHF 7.49. Kontrolle: CHF 92.51 + CHF 7.49 = CHF 100.

Der häufigste Fehler: Brutto minus 8.1 % rechnen. CHF 100 minus 8.1 % ergibt CHF 91.90, richtig sind CHF 92.51. Die 8.1 % beziehen sich immer auf den Nettobetrag, deshalb musst du durch 1.081 teilen.

Faktoren für alle Sätze

SatzNetto zu BruttoBrutto zu NettoMWST im Bruttobetrag
8.1 %× 1.081÷ 1.081× 0.07493
2.6 %× 1.026÷ 1.026× 0.02534
3.8 %× 1.038÷ 1.038× 0.03661

MWST in Excel berechnen

Steht dein Betrag in Zelle A1:

  • Brutto aus Netto: =A1*1.081
  • Netto aus Brutto: =A1/1.081
  • MWST aus Brutto: =A1*8.1/108.1

In der Praxis wird der Endbetrag oft auf 5 Rappen gerundet. Das kannst du im Rechner oben einschalten.

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Entwicklung der MWST in der Schweiz seit 1995

Die Mehrwertsteuer gibt es in der Schweiz seit dem 1. Januar 1995. Sie hat die alte Warenumsatzsteuer abgelöst und wurde seither sechsmal angepasst, meist um AHV, IV oder Bahn zu finanzieren.

Gültig abNormalsatzReduziertBeherbergungGrund
1.1.20248.1 %2.6 %3.8 %Finanzierung AHV (AHV 21)
1.1.20187.7 %2.5 %3.7 %Befristete IV-Finanzierung läuft aus, dafür Bahninfrastruktur
1.1.20118.0 %2.5 %3.8 %Befristete Finanzierung IV
1.1.20017.6 %2.4 %3.6 %Bahn-Grossprojekte (NEAT, Bahn 2000)
1.1.19997.5 %2.3 %3.5 %Finanzierung AHV
1.10.19966.5 %2.0 %3.0 %Sondersatz für Hotellerie eingeführt
1.1.19956.5 %2.0 %–Einführung der MWST

Alte Rechnungen korrigieren: Massgebend ist der Zeitpunkt der Leistung, nicht das Rechnungsdatum. Eine Leistung aus dem Jahr 2023 wird auch 2026 noch mit 7.7 % abgerechnet. Im Rechner oben findest du die alten Sätze unter «Anderer Satz».

Wie geht es weiter? 2026 und 2027 bleiben die Sätze unverändert. Der Sondersatz für Übernachtungen ist gesetzlich bis Ende 2027 befristet. Diskutiert wird eine weitere Erhöhung ab 2028, entschieden ist noch nichts.

Im Vergleich: Mit 8.1 % liegt der Schweizer Normalsatz weit unter Deutschland (19 %) und Österreich (20 %).

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MWST für Selbstständige und KMU: Das Wichtigste

Ab wann bist du MWST-pflichtig?

Sobald du mit deinem Unternehmen mehr als CHF 100’000 Umsatz pro Jahr machst. Zählt wird der Umsatz aus steuerbaren Leistungen im In- und Ausland. Überschreitest du die Grenze, meldest du dich online bei der ESTV an. Du kannst dich auch freiwillig anmelden. Das lohnt sich vor allem, wenn du am Anfang viel investierst, denn dann holst du dir die MWST auf deinen Einkäufen zurück (Vorsteuerabzug).

Rechnung ohne MWST

Bist du nicht MWST-pflichtig, stellst du deine Rechnungen ohne MWST aus. Schreib auch nicht «inkl. MWST» drauf. Wer MWST auf einer Rechnung ausweist, schuldet sie der ESTV, auch ohne Registrierung.

Was muss auf eine Rechnung mit MWST?

  • Dein Name, Ort und deine MWST-Nummer (CHE-123.456.789 MWST)
  • Name und Ort des Kunden
  • Datum oder Zeitraum der Leistung
  • Was du geliefert oder gemacht hast
  • Betrag, MWST-Satz und MWST-Betrag

Effektive Methode oder Saldosteuersatz?

Bei der effektiven Methode lieferst du die MWST deiner Rechnungen ab und ziehst die MWST auf deinen Geschäftsausgaben ab. Genau, aber aufwendig.

Beim Saldosteuersatz verrechnest du deinen Kunden weiterhin 8.1 %, lieferst aber nur einen pauschalen Branchensatz auf deinem Umsatz ab, zwischen 0.1 % und 6.8 %. Die Vorsteuer ist darin schon eingerechnet. Das spart viel Buchhaltung und lohnt sich, wenn du vor allem deine Arbeitszeit verkaufst und wenig einkaufst. Erlaubt bis CHF 5’024’000 Umsatz und CHF 108’000 Steuer pro Jahr. Seit 2025 kannst du bei beiden Methoden auch nur noch einmal pro Jahr abrechnen.

Tipp für Selbstständige

Die MWST auf deinen Rechnungen gehört nicht dir, sondern der ESTV. Leg sie deshalb bei jedem Zahlungseingang direkt auf ein separates Konto. Am einfachsten geht das mit einem Geschäftskonto, das Unterkonten kostenfrei anbietet. So hast du das Geld bereit, wenn die Abrechnung kommt.

Zum Geschäftskonto-Vergleich →

Häufige Fragen zur MWST in der Schweiz

Der Normalsatz beträgt 8.1 %. Für Lebensmittel, Medikamente und Bücher gilt der reduzierte Satz von 2.6 %, für Übernachtungen 3.8 %. Die Sätze gelten seit dem 1. Januar 2024 und bleiben 2026 unverändert.

Teile den Bruttobetrag durch 1.081. Aus CHF 100 werden so CHF 92.51 netto, die MWST beträgt CHF 7.49. Ziehst du einfach 8.1 % ab, kommst du auf CHF 91.90 und liegst falsch.

Sobald deine Einkäufe mehr als CHF 150 pro Person und Tag wert sind. Seit dem 1. Januar 2025 gilt diese tiefere Wertfreigrenze, vorher waren es CHF 300. Liegst du darüber, zahlst du die Schweizer MWST auf den ganzen Betrag, am einfachsten über die App QuickZoll. Die deutsche MWST von 19 % holst du dir mit einem abgestempelten Ausfuhrschein zurück.

Ja, wenn du nicht in der Schweiz wohnst. Die Ware muss mindestens CHF 300 pro Einkauf in einem Geschäft kosten und innert 30 Tagen ausgeführt werden. Beim Zoll lässt du das Tax-free-Formular abstempeln und bekommst die MWST abzüglich einer Gebühr zurück.

Teilweise. Kontoführung, Zahlungsverkehr und der Kauf von Wertschriften sind von der MWST ausgenommen. Depotgebühren und Vermögensverwaltung, auch bei Robo-Advisors, kosten dagegen 8.1 % MWST. Achte beim Vergleich darauf, ob die Gebühren inkl. oder exkl. MWST angegeben sind.

In der Schweiz ist die offizielle Abkürzung MWST, in Deutschland MwSt. Auf Französisch heisst sie TVA, auf Italienisch IVA, auf Englisch VAT.

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