Was ist der Koordinationsabzug Koordinationsabzug einfach erklärt Koordinationsabzug Teilzeitarbeit

Koordinationsabzug 2026 und 2027: einfach erklärt, mit Rechner

Der Koordinationsabzug 2026 beträgt CHF 26'460, die BVG-Eintrittsschwelle CHF 22'680.

Ab dem 1. Januar 2027 beträgt der Koordinationsabzug CHF 26'880, die Eintrittsschwelle CHF 23'040.

Der Koordinationsabzug ist der Betrag, der von deinem Jahreslohn abgezogen wird, bevor die Beiträge an die Pensionskasse berechnet werden. Was übrig bleibt, ist dein versicherter Lohn, auch koordinierter Lohn genannt. Der Abzug sorgt dafür, dass im Vorsorgesystem keine Überversicherung stattfindet: Er koordiniert die 1. Säule (AHV) mit der 2. Säule (BVG), sodass der Lohnteil, der schon über die AHV versichert ist, in der Pensionskasse nicht nochmals versichert wird.

Das hat eine Kehrseite: Der Koordinationsabzug mindert die Altersrente aus der Pensionskasse. Er ist für alle gleich hoch und trifft deshalb tiefe Löhne und Teilzeitpensen besonders stark.

In diesem Beitrag erfährst du, wie du den Koordinationsabzug berechnest, wie hoch dein versicherter Lohn ist und wie der Koordinationsabzug Teilzeitarbeitende trifft.

Koordinationsabzug-Rechner: Gib deinen Bruttolohn, dein Pensum und dein Alter ein. Der Rechner zeigt deinen versicherten Lohn und den Sparbeitrag an die Pensionskasse, auch für Teilzeitpensen und für Kassen, die den Abzug ans Pensum anpassen.

So wird gerechnet: Versicherter Lohn gleich Jahreslohn minus Koordinationsabzug. Die aktuellen Werte und ein Beispiel findest du im Beitrag weiter unten. Der Rechner benötigt JavaScript.

Inhaltsverzeichnis

Der Koordinationsabzug 2026 ist CHF 26'460

Was ist der Koordinationsabzug? Versicherter Lohn und koordinierter Lohn

Der versicherte Lohn wird auch als koordinierter Lohn bezeichnet. Um den versicherten Lohn zu berechnen, ziehst du den Koordinationsabzug von deinem Bruttolohn ab. Nur auf diesem Rest werden im gesetzlichen Minimum die Beiträge an die Pensionskasse erhoben.

Koordinationsabzug Beispiel: Du verdienst jährlich CHF 80’000. Davon wird der Koordinationsabzug von CHF 26'460 abgezogen: CHF 80’000 minus CHF 26'460 ergibt CHF 53'540. Diese CHF 53'540 sind dein koordinierter Lohn. Nur darauf zahlen du und dein Arbeitgeber Beiträge an die Pensionskasse, nicht auf die ganzen CHF 80’000.

Versicherter Lohn = Koordiniert Lohn

Minimaler und maximaler versicherter Lohn 2026

Da der Koordinationsabzug den Betrag bestimmt, welcher in deiner Pensionskasse versichert wird, spricht man vom versicherten Lohn. Auf deinem Pensionskassenausweis findest du diesen Begriff wieder.

Nach dem obigen Beispiel fragst du dich vermutlich, was bei tiefen oder sehr hohen Einkommen passiert. Immerhin ist der Abzug beachtlich hoch und schmälert ein kleines Einkommen drastisch. Für beide Fälle setzt das Gesetz eine Grenze.

Minimaler versicherter Lohn: CHF 3'780

Der minimale koordinierte Lohn ergibt sich aus der Differenz zwischen der maximalen AHV-Jahresrente von CHF 30'240 und dem Koordinationsabzug von CHF 26'460. Er gilt, sobald dein Jahreslohn über der Eintrittsschwelle von CHF 22'680 liegt. Bleibt nach dem Abzug weniger übrig, wird dein versicherter Lohn auf diesen Mindestbetrag aufgerundet.

Maximaler versicherter Lohn: CHF 64'260

Der maximale koordinierte Lohn ergibt sich aus der Differenz zwischen dem oberen Grenzbetrag des BVG von CHF 90'720 und dem Koordinationsabzug von CHF 26'460. Lohnteile über dem oberen Grenzbetrag sind im gesetzlichen Minimum nicht mehr versichert. Viele Pensionskassen versichern sie freiwillig im Überobligatorium.

Ab dem 1. Januar 2027 beträgt der minimale versicherte Lohn CHF 3'840, der maximale CHF 65'280.

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Koordinationsabzug berechnen

Wie wird der Koordinationsabzug berechnet?

Ganz einfach: Der Koordinationsabzug ergibt sich zu 7/8 der maximalen AHV-Jahresrente. Diese beträgt 2026 CHF 30'240, 7/8 davon sind CHF 26'460.

Auch die anderen Grenzwerte der Pensionskasse hängen an der maximalen AHV-Jahresrente:

  • Eintrittsschwelle: 3/4 der maximalen AHV-Jahresrente, also CHF 22'680
  • Koordinationsabzug: 7/8, also CHF 26'460
  • Minimaler versicherter Lohn: 1/8, also CHF 3'780
  • Oberer Grenzbetrag: das Dreifache, also CHF 90'720

Steigt die AHV-Rente, steigen deshalb alle vier Werte mit. Deinen versicherten Lohn berechnest du, indem du den Koordinationsabzug von deinem Bruttolohn abziehst.

Nutze dazu gerne den Koordinationsabzug Rechner oben. Er rechnet auch für Teilzeitpensen und zeigt dir den Sparbeitrag.

Damit kennst du die einfache Antwort auf die Frage, wie man den Koordinationsabzug berechnet.

BVG Koordinationsabzug historisch

Da sich der Koordinationsabzug BVG zu 7/8 der maximalen AHV-Jahresrente berechnet, ändert er sich mit jeder Anpassung der AHV-Renten. Hier der Verlauf von Koordinationsabzug und Eintrittsschwelle der letzten Jahre:

Koordinationsabzug und Eintrittsschwelle seit 2017
JahrKoordinationsabzugEintrittsschwelle
2027, ab 1. JanuarCHF 26'880CHF 23'040
2026CHF 26'460CHF 22'680
2025CHF 26'460CHF 22'680
2024CHF 25'725CHF 22'050
2023CHF 25'725CHF 22'050
2022CHF 25'095CHF 21'510
2021CHF 25'095CHF 21'510
2020CHF 24'885CHF 21'330
2019CHF 24'885CHF 21'330
2018CHF 24'675CHF 21'150
2017CHF 24'675CHF 21'150

Wie trifft der Koordinationsabzug Teilzeitarbeitende?

Der Koordinationsabzug trifft Teilzeitarbeitende besonders, weil er im gesetzlichen Minimum für alle gleich hoch ist. Wer sein Pensum reduziert, verdient weniger, der Abzug bleibt aber derselbe.

Ein Beispiel: Bei 100% verdienst du CHF 80’000, dein versicherter Lohn beträgt CHF 53'540. Reduzierst du auf 60%, verdienst du CHF 48’000, und dein versicherter Lohn sinkt auf CHF 21'540. Dein Lohn ist um 40% tiefer, dein versicherter Lohn aber um rund 60%. Entsprechend weniger fliesst in deine Pensionskasse.

Dazu kommt die Eintrittsschwelle für die 2. Säule (BVG). Sie liegt 2026 bei einem Jahreslohn von CHF 22'680. Wer bei einem Arbeitgeber nicht mehr verdient, ist im gesetzlichen Minimum keiner Pensionskasse angeschlossen und im Alter auf die AHV-Rente (1. Säule) und das eigene Ersparte angewiesen. Das gilt pro Arbeitgeber: Mit zwei kleinen Pensen kannst du bei beiden unter der Schwelle bleiben, obwohl beide Löhne zusammen darüber liegen.

Tipp: Manche Pensionskassen passen den Koordinationsabzug an das Pensum an oder verzichten ganz darauf. Je nach Arbeitgeber und dessen Pensionskasse gibt es beim BVG-Abzug also Spielraum. Dadurch steigt der versicherte Lohn und mit ihm die Einzahlung in die Pensionskasse. Bei der Wahl des Arbeitgebers kann das im Bewerbungsgespräch ein Thema sein. Was das für deinen Lohn ausmacht, zeigt der Rechner oben.

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Fazit zum Beitrag Koordinationsabzug einfach erklärt

Die Frage «Was ist der Koordinationsabzug?» solltest du nun beantworten können: Er beträgt 2026 CHF 26'460 und wird von deinem Jahreslohn abgezogen, bevor die Beiträge an die Pensionskasse berechnet werden. Du weisst jetzt auch, was dein versicherter Lohn ist und wie hoch er ausfällt. Mit diesem Wissen würdest du bei einer politischen Abstimmung vielleicht für die Abschaffung des Koordinationsabzugs stimmen, oder nicht?

Solltest du dich das nächste Mal bewerben, kannst du gerade bei einer Teilzeitstelle nach der Pensionskasse und deren Abzügen fragen. Auch in einem bestehenden Arbeitsverhältnis kannst du mit deinem Chef über das Thema sprechen. Vielleicht erwägt das Unternehmen sogar einen Wechsel zu einer besseren Pensionskasse, sollte das bei euch ein Problem sein.

Tipp: Falls du alle BVG-Eckwerte genau wissen willst, schau in unseren Datenhub.

Ganz ehrlich, weisst du in 4 Wochen noch, was der versicherte Lohn genau ist und wie er sich berechnet?

Auf ehrliche Kommentare freue ich mich! 🙂

Quellen:

FAQ

Der massgebende Lohn ist das Bruttosalär, das für die 2. Säule relevant ist. Dein Jahreslohn kann höher sein, aber von diesem wird zuerst der Koordinationsabzug der Pensionskasse abgezogen. Erst danach ergibt sich der versicherte Lohn.

Nein, grundsätzlich bist du nicht doppelt versichert. Bei reduzierter Anstellung kann es jedoch passieren, dass deine Pensionskassenbeiträge sinken und dadurch eine Vorsorgelücke entsteht. Manche Leute ergänzen ihre Altersvorsorge mit privater Vorsorge (z. B. Säule 3a), um den gewohnten Lebensstandard zu sichern.

Arbeitgeber und Mitarbeitend (also du) zahlen gemeinsam in die Pensionskasse ein. Dabei wird vom Bruttolohn «minus den Koordinationsabzug» berechnet, um den koordinierten Lohn zu bestimmen. Je höher dein versicherter Lohn, desto mehr zahlt auch dein Arbeitgeber für deine Rente ein.

Eine komplette Abschaffung würde bedeuten, dass kein Lohn abgezogen wird, bevor Beiträge fällig werden. Dadurch würde dein versicherter Lohn ansteigen und deine Rentenansprüche könnten wachsen. Ob das politisch umgesetzt wird, ist jedoch offen.

Wer vor der regulären Pensionierung aufhört, zahlt kürzer ein und kann eine Lücke in der Altersvorsorge haben. Du kannst mit Säule 3a oder zusätzlicher privater Vorsorge entgegenwirken, damit du deinen gewohnten Lebensstandard halten kannst.

Ja, indem du deinen versicherten Lohn möglichst hoch hältst. Etwa indem du die Anstellung so gestaltest, dass der Koordinationsabzug geringer ins Gewicht fällt, oder zusätzlich in die Säule 3a einzahlst. So kannst du auch mit Teilzeit arbeiten Lücken reduzieren.

2 Antworten
  1. Lieber Eric; vielen Dank für die immer gut und verständlich erklärten Beiträge; hier hat sich meines Erachtens ein Fehler eingeschlichen, alle erwähnten Grenzwerte stammen noch aus dem Jahr 2022. Aufgrund der Rentenerhöhung per 01.01.2023 haben sich diese auch entsprechend verändert. Beste Grüsse;

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